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Das Kulturereignis in Seelze am Samstag, 31.01.2009 um 17,00 Uhr

Es wurde eine Komödie von Heinz Erhardt mit Michael Derda als kongenialem Doppelgänger und anderen gut besetzten Charakteren gespielt, die es in sich hatte. Bis auf den letzten Platz war das Neue Forum Seelze (Schulzentrum Humboldtstr.) besetzt und ich war froh, für meine Mutter und mich bei Petry & Waller noch Karten ergattert zu haben.
Der junge Theaterchef Florian Battermann, unser kulturelles
"Eigengewächs" aus Seelze, der jetzt Intendant des Braunschweiger Theaters ist, und mit diesem zur Erheiterung des Publikums durch den Landkreis und auch die weitere Um-gebung zieht, kündigte in gewohnt schwungvoller Weise das Stück an. Es war wohl nicht geschmeichelt, daß er das Seelzer Publikum besonders lobte. Der überschaubare, kleine Rahmen fördert den Kontakt zwischen agierenden und reagierenden Akteuren. Je schlechter die Zeiten sind, um so lieber nimmt man Anlässe war, bei denen man mal herzhaft lachen kann. Die ulkigen Gedichte von Heinz Erhardt, sein Sprachwitz und seine ganze Art, von Michael Derda hervorragend nachvollzogen, verfehlen auch heutzutage nicht ihre Wirkung und das ländliche Publikum ist besonders dankbar, weil nicht so verwöhnt, wie die Städter. So kann es wohl sein, daß Barbara Schöneberger einmal weinend hinter der Bühne saß und über das Seelzer Publikum staunte: "...besser als am Kuhdamm."
Battermann vergaß nicht zu erwähnen, daß sie bald wiederkommen und zwar mit einer Mordgeschichte nach Miß Marple. Diesen Termin also schon mal vormerken und aufpassen, wenn bei Petry & Waller der Vorverkauf beginnt.

Auch die Organisation rundum war gelungen, angefangen von der von fleißigen Helfern besetzten Garderobe, über die Getränke-Angebote, den Würstchenstand und die Möglichkeit, beim Freundeskreis der Seelzer Bibliothek günstig ein Buch zu erwerben.

Die Lobby des Hotels Savoy an der Cotè da sur war das Bühnenbild mit den für eine Komödie so wichtigen drei Türen für die Auf- und Abtritte. Heinz Erhardt, als Versicherungsver-treter schon eine Bombenrolle, mußte auch noch den Erb-
prinzen eines Ölscheichtums geben, weil er für einen ebensolchen gehalten wurde. Eine englische Tante von Adel, die anstelle der verstorbenen Mutter auf ein junges Mädchen aufpassen soll/will/muß bzw. einen reichen Mann suchen soll
(der Wechsel für die Hotelrechnung läßt auf sich warten), ein reicher Amerikaner, ein junger Arzt und nicht zuletzt das Hotel-
personal, das Verschwiegenheit gelobt, aber im nächsten Moment alles ausplaudert, vervollständigen das Ensemble.

An den Reaktionen des Publikums merkte man, daß alle ihren Spaß hatten. Auch meine Mutter (87 Jahre) hat sich köstlich amüsiert. Das war doch mal was Besonderes, besser als jedes Hirnleistungstraining!
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