Flüchtlinge

Gegen das Vorhaben Leipzigs Asylsuchende im Mehrfamilienhäusern zu verteilen, rührt sich in den Vororten Protest gegen die Fremden.
In der Leipziger Hochhaussiedlung Grünau beschwert sich ein Bewohner, dass das Flüchtlingsheim vor die Stadt gehöre, worauf seine Freundin untermauert:"Mit einem Zaun drum herum".

So ein Lager hat Leipzig bereits.Doch die ehemalige Russenkaserne ist marode und überfüllt.
Deshalb hat Sozialbürgermeister Thomas Fabian den Vorschlag unterbreitet, ab 2013 die Asylbewerber auf sieben Mehrfamilienhäuser in der Stadt zu verteilen.
Der Flüchtlingsrat Leipzig lobt dies als "mutige sozialpolitische Leistung".
Dagegen wurden bereits zwei Bürgerinitiativen gegründet, die Stimmung machen mit fremdenfeindlichen Ressentiments.
Sie befürchten Drogenkriminalität ,Vermüllung und orientalische Musik an kirchlichen Feiertagen.
Der Bürgermeister hat "diesen Grad der Empörung in meiner politischen Laufbahn noch nie erlebt".

Die Unterbringung von Flüchtlingen in Sammelunterkünften ist vom Gesetzgeber gewollt. Das Existenzminimum sollen Sachleistungen sichern.
Flüchtlingsverbände wie Pro Asyl kritisieren Essensgutscheine und Lagerunterkünfte als "Abschreckungsinstrument in Reaktion auf steigende Asylzugangszahlen ".

Ardalan A. ,Innenarchitekt aus Iran , lebt von 180 € im Monat .Zuwenig ,um sich Farbe und Pinsel zu kaufen, um die dreckigen Wände seiner Unterkunft zu streichen."Ich habe dieses Leben nicht ausgesucht", sagt er.Proteste machen ihn fassungslos :"Die sollen uns einfach aus Menschenaugen anschauen".

Die Abschottung gegen Andersartige, Unbequeme , Fremde ist ein weit verbreitetes Phänomen.
In Hamburg gründeten Bürger eine Initiative gegen ein Heim für schwer erziehbare Kinder.
Im Hamburger Bezirk Harburg gab es Anfang des Jahres Proteste von Anwohnern gegen ein Hospiz.

Christian Wolff, Pfarrer der Thomasgemeinde , mahnt, dass "Globalisierung nicht nur bedeutet, zu jeder Jahreszeit Kiwifrüchte essen zu können".

Das Gefährliche an der Diskussion in Leipzig ist, dass sie den Rechtsextremen ein Thema frei Haus liefert.
Massenweise hat die NPD bereits Flyer verteilt-ein NPD-Landtagsabgeordneter ruft die Bürger zu " kreativem Widerstand gegen die Verausländerung beschaulicher Ortsteile " auf und freut sich :" Lernprozesse können manchmal sehr schnell gehen"!

Quelle: Spiegel/eigene Gespräche

Bürgerreporter:in:

Natalie Parello aus Sarstedt

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