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Rückenwind für's Alte Schulhaus Puchheim-Bahnhof

Ein Kleinod im Ortszentrum von Puchheim-Bahnhof: das Alte Schulhaus Puchheim-Bahnhof. (Foto: Freunde des Alten Schulhauses Puchheim-Bahnhof)
Der Infoabend zum Alten Schulhaus Puchheim-Bahnhof am Mittwoch, den 11. März war ein sehr großer Erfolg. Gut hundert Besucher kamen, um sich über Geschichte, Architektur und Bedeutung des 1929 gebauten Hauses zu informieren. Auch zahlreiche Gemeinderäte und Vertreter der Puchheimer Parteien waren unter den Gästen. Kreisheimatpflegerin Susanne Poller hielt ein eindrucksvolles Plädoyer für das Haus. Es sei „eines der wenigen schönen Elemente in der Puchheimer Ortsmitte“, sagte sie.

Die Vorsitzenden der Fraktionen von CSU und SPD im Gemeinderat haben inzwischen signalisiert, dass sie sich für die weiteren Planungen eine größere Offenheit vorstellen könnten. Auf einer Klausur im vergangenen Herbst hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür ausgesprochen, das Haus durch einen multifunktionalen Neubau für Rat- und Bürgerhaus zu ersetzen. Die „Freunde des Alten Schulhauses Puchheim-Bahnhof“ haben sich daraufhin gegründet, um sich für den Erhalt des geschichtsträchtigen Hauses als „Herzstück der neuen alten Mitte“ einzusetzen.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte der zweite Bürgermeister Wolfgang Wuschig den bisherigen Verlauf der Ortsmittenplanung vor. Dabei betonte er, dass fast alle Beiträge des städtebaulichen Wettbewerbs von 2005 den Erhalt des Schulhauses vorgesehen hatten, selbst der Siegerentwurf des Büros Daniel Meister aus Ulm.

Für die Schulhausfreunde erläuterte Sprecher Johannes Haslauer, warum das Haus für den Ort so wichtig ist. Es sei „ein Stück Puchheim“, ein „Erinnerungsort“, der in vielerlei Hinsicht das „Wachsen und Werden“ des jungen Ortsteils symbolisiere. Zudem stelle das Haus in seinem sachlichen Heimatstil mit Anklängen an Art Déco für Puchheim ein architektonisches Juwel dar, geschaffen von örtlichen Handwerkern. Mit dem später errichteten Pfarrhaus – und auch der übrigen Bebauung am Grünen Markt – bilde es ein stimmiges städtebauliches Ensemble. Das Haus sei „wertvolles Kulturgut“. Der Puchheimer Architekt Eduard Knödlseder, der neun Jahr lang in der Denkmalpflege tätig war, wies auf die weitgehend originale Überlieferung hin. So stammen unter anderem die Fenster und die Außentüren noch aus der Bauzeit. Das Haus sei zwar sanierungsbedürftig, aber nicht baufällig, urteilte Knödlseder.

Die Schulhausfreunde sehen das Alte Schulhaus als „Chance für die Zukunft“. Haslauer führte aus, dass in dem Haus der Schlüssel zu einem lebendigen, attraktiven und authentischen Zentrum mit Flair, Charme und Aufenthaltsqualität stecke. Den Freunden des Schulhauses gehe es um „kulturelle Identität“ in der Puchheimer Mitte. Funktionalität könne nicht einziger Maßstab sein, wenn es um ein lebenswertes Ortszentrum gehe.

Die Schulhausfreunde schlagen daher vor, dem Haus im Rahmen der Mittengestaltung sein historisches Erscheinungsbild wieder zu geben und es in einen einheitlich gestalteten, attraktiven Platz einzubinden. Hinsichtlich der Nutzung seien viele Möglichkeiten denkbar: von einer ansprechenden Gastronomie mit Biergarten, über ein „Haus der Musik“ für die Musikschule, ein "Seminarhaus" der Volkshochschule bis hin zum Sitz der Gemeindebibliothek oder der Weiternutzung als Jugendzentrum. Eine gelungene Kombination alter und neuer Architektur halten die Schulhausfreunde für begrüßenswert.

Den Rundblick auf andere historische Schulhäuser schloss der Eichenauer Gemeinderat Michael Gumtau ab. Der Bau- und Planungsreferent berichtete vom Mehrheitsbeschluss in der Nachbargemeinde, das alte Schulhaus von 1926 zu sanieren. Zum Abschluss stellten Freie Wähler (FW), Grüne und Unabhängige Bürger Puchheim (ubp) ihre Positionen zur Puchheimer Ortsmittenplanung vor. Das Schulhaus hat darin jeweils seinen Platz.

In der angeregten Diskussion erhielten die Schulhausfreunde großen Zuspruch vieler Bürger. Auch der anschließende Kommentar in der Süddeutschen Zeitung bestärkt sie: „Ein restauriertes altes Schulhaus könnte zum Juwel eines Ortszentrums werden“.
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Michael Gumtau aus Eichenau | 18.03.2009 | 08:30  
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