Kleine Insel großes Radrennen

Das Team machte sich im Oktober, wie schon in den vergangenen Jahren, zur mit 14 Nationen besetzten Internationalen Tobago Cycling Classics auf. In diesem Jahr trat das Team mit den Fahrern Erik Mohs, Timo Scholz (OSC Potsdam), Julian Rammler und Sascha Damrow an, die Sportliche Leitung übernahm Andreas Koch (OSC Potsdam) als Betreuerin war Ulrike Mohs mit an Bord. Die ersten Tage auf der nur 45.000 Einwohner zählenden Insel wurden zu Akklimatisierung genutzt, bei Temperaturen um die 40°C rollten sich die Rennfahrer mit den Fahrern der anderen Nationen ein. Die 1. Etappe war ein 11 Kilometer langes Zeitfahren, das Team hatte extra ein Zeitfahrrad mitgebracht und ich klärte mit der Jury die unterschiedlichen Startzeiten für die Fahrer Sascha Damrow und Julian Rammler. Dies sollte sich als cleverer Schachzug erweisen, beide Fahrer haben dieselbe Größe und konnten so nacheinander die Zeitfahrmaschine nutzen. Sascha, der als 4. startete, legte eine sensationelle Zeit vor, Julian fuhr ein ebenso starkes Zeitfahren und am Ende belegte Team Sachsen Platz 1 und 2 der 1. Etappe und Sascha übernahm das gelbe Trikot.
Die 2. Etappe fand auf der Zeitfahrstrecke statt und führte 10-mal über einen Anstieg. Hier wurde ständig attackiert, alle Teams wollten in einer Ausreißergruppe vertreten sein. Erik und Julian sprangen bei jeden Ausreißversuch mit und mussten am Anfang viele Körner lassen, als die entscheidende Gruppe ging hatte der Routenier Timo Scholz den richtigen Riecher. Die Gruppe kam bei Temperaturen von 42°C schnell weg und ihr Vorsprung wuchs und wuchs am Ende betrug er 12 Minuten, den Etappensieg sicherte sich der Österreicher Werner Riebenbauer. Die 3. Etappe war gespickt mit einem sehr steilen Anstieg, dieser musste 5-mal passiert werden. Julian führte sich gut und er attackierte am Berg, nur ein Kolumbianer konnte ihm folgen, diesen verließen aber 2 Runden später die Kräfte und Julian war alleiniger Spitzenreiter. Im Feld führten mehrere Tempoverschärfungen und Attacken dazu, dass sich das Feld in mehrere Gruppen teilte aus der 1. Gruppe attackierte der Österreichische 6-Tagerennfahrer und Europameister Andreas Müller, Sascha passte auf und ging mit. Beide fuhren dann in der letzten Runde zu Julian, der in der Zwischenzeit das Bergtrikot erobert hatte, auf. Kurz vor dem Ziel konnte sich Sascha durch eine beherzte Attacke von den beiden Anderen lösen und fuhr den 2. Etappensieg ein. Andreas Müller belegte den 2. und Julian den 3. Platz. Am Nachmittag hatte sich der Veranstalter für die Teams etwas ganz besonderes einfallen lassen und so ging es mit Glasbodenbooten zu den Korallenriffen, hier konnten die Radfahrer dann Schnorcheln und den Artenreichtum der Unterwasserwelt kennen lernen, danach ging es auf eine Sandbank wo der Veranstalter dann Getränken und Verpflegung aufwartete.
Die 4. Etappe führte die Fahrer 15 mal an der Atlantikküste entlang und wurde als Rundstreckenrennen ausgetragen, auch diese Runde war mit einem kurzen aber sehr steilen Berg gespickt. An der Strecke, es war ein Samstag, versammelten sich zahlreiche Zuschauer, so ein Ereignis gibt es auf dieser Insel nur einmal im Jahr und Radfahrer zählen noch zu einer Minderheit. Im Team gab es nun eine klare Aufgabenverteilung, Timo lag nun auf Platz 6 der Gesamtwertung und diese galt es zu verteidigen. Erik Mohs erwies sich nun als Timos Wertvollster Helfer und fuhr diverse Löscher wieder zu und plötzlich fand sich Erik in einer Ausreißergruppe wieder. Im Begleitwagen wurden durch den Sportlichen Leiter Andreas Koch die Ergebnisse gewälzt leider befanden sich in dieser auch 2 Fahrer die in der Gesamtwertung vor Timo platziert waren und somit musste Andreas die Losung „keine Führung mitfahren“ ausgeben. Im Feld waren dann aber auch die Teams der Favoriten auf diesen Umstand aufmerksam geworden und begannen mit der Tempoverschärfung, diese führte dann 4 Runden später zum Zusammenschluss. 3 Fahrer gelang dann doch noch die Flucht der Etappensieg ging an Colin Wilson aus Trinidad, Platz 2 belegte Peter Williams aus Grenada und den 3. Platz belegte Dimitri Deliot aus Guadeloupe, Sascha kam auf Platz 6 ins Ziel. Die 5. Etappe und gleichzeitig die Königsetappe führte die Fahrer einmal rund um die Insel, sie war mit 2375 Höhenmetern und 5 Bergwertungen davon 2 der I. Kategorie versehen. Für das Team galt es das Bergtrikot zu sichern sowie Timo so lange wie möglich in der Spitze zu halten um eventuell noch auf das Podium zu gelangen. Am ersten Steilen Anstieg trennte sich dann auch gleich die Spreu vom Weizen und es begann eine Grüppchenbildung, die erste Bergwertung gewann der im Bergtrikot fahrende Julian Rammler. Dann Hinterrad schaden bei Timos Helfer Erik, Radwechsel ging schnell aber die Spitze war weg. Beim einsteigen ins Auto sah ich Julian wie er gerade den Bjarne Riis machen wollte, Bjarne Riis hatte beim Zeitfahren der Tour de France 1997 sein defektes Zeitfahrrad ins Feld geworfen, wir konnten ihn gerade noch daran hindern, der Schaltzug war gerissen ohne Ersatzrad bedeutet das bei den Bergen das sichere aus. Doch Julian wollte unbedingt weiter fahren und das Bergtrikot ins Ziel bringen, ich stellte die Schaltung so ein, dass er wenigstens auf dem 14er fahren konnte was bei den noch anstehenden Bergen schlicht unmöglich war sie mit dieser Übersetzung zu bezwingen. Julian ließ sich nicht davon abringen und fuhr weiter. Er bekam dann nach einigen Kilometern ein Ersatzrad von einem anderen Team und gewann das Bergtrikot dieser Rundfahrt, starker Einsatz und absoluter Kampfgeist. Zurück an der Spitze formierten sich dort alle Fahrer, die unter den ersten 10 der Gesamtwertung waren und ja und Sascha der bis dahin schon eine starke Rundfahrt gefahren war. Die Favoriten wollten sich anscheinend nicht noch mehr Schmerzen zufügen, als sie bei diesen Anstiegen ohnehin schon hatten und so blieben ernst gemeinte Attacken aus. Am letzten Berg ca. 40 Kilometer vor dem Ziel attackiert Sascha, in der Hoffnung das ein zwei Fahrer mitfahren würden aber er blieb allein und fuhr bei 38°C allein dem Ziel entgegen. Der Vorsprung wuchs Anfangs schnell auf über 2 Minuten verringerte sich dann 15 Km vor dem Ziel auf 1 Minute. Sascha ließ sich aber nicht beirren, er hatte ja auch nichts zu verlieren, er konnten nur noch gewinnen also fuhr er beherzt weiter und die Favoriten, die stark dezimiert waren, gaben kein Vollgas mehr. So sicherte Sascha sich und dem Team den 3. Tagessieg. Timo erspurtete sich noch den 3. Platz und ihm gelang der Sprung auf das Podium mit 3 Sekunden Vorsprung vor dem Viertplatzierten. Der Gesamtsieg ging an den Engländer Peter Williams vor dem Kolumbianer Lisbon Quintero. Nach den Etappen ging es für die Rennfahrer erst mal an den Strand die Karibik lädt an einen der schönsten Strände dem Pigeon Point zu relaxen und baden ein. Timo entdeckte mit eigener Schnorchelausrüstung die Unterwasserwelt für sich während Julian und ich uns Duelle auf dem Jetski lieferten. Die Rundfahrt ließ der Veranstalter dann mit einer BBQ-Party und mit Klängen von der Calypso-Steelband ausklingen.

Bürgerreporter:in:

Andreas Koch aus Potsdam

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