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Startschuss für die neue Sportabzeichenaktion

 
Sportabzeichenreferent Wolfgang Jahre erläuterte seinen rund 40 anwesenden Prüferkollegen bei ihrer Tagung am Samstagnachmittag in Reichertshofen die Änderung in den komplett überarbeiteten Leistungstabellen des Deutschen Sportabzeichens. Foto: Bruckmeier
Pfaffenhofen/Reichertshofen (rry) „Das ist kein Sportabzeichen, das man mal so im Vorbeigehen macht.“ Wolfgang Jahre, der Sportabzeichen-Referent im BLSV-Kreis Pfaffenhofen, stellte bei einer Prüfertagung am Samstagnachmittag im Sportheim des TSV Reichertshofen die Neuerungen des komplett überarbeiteten Leistungschecks für den Otto-Normal-Sportler vor. Sein Eindruck: „Die Anforderungen sind viel leistungsorientierter als zuvor.“

In der Tat ist das deutsche Sportabzeichen, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, von Grund auf reformiert worden und hat künftig ein Alleinstellungsmerkmal, da es das bisherige Bayerische Sportleistungsabzeichen – sehr zum Bedauern vieler Sportler - nicht mehr geben wird. Dafür kam mit der Reform eine stärker auf Leistung abgestimmte Komponente in die nationale Wertung. Dass auch das neue Deutsche Sportabzeichen seine Liebhaber finden wird, davon ist Wolfgang Jahre überzeugt: „Das wird sich mit Sicherheit alles einlaufen.“

In enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachverbänden und wissenschaftlich begleitet von der Sporthochschule Köln ist der gesamte Leistungskatalog komplett überarbeitet worden. Künftig werden die Leistungen in den vier Disziplingruppen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination abverlangt. Schwimmen ist nicht mehr Pflicht, die Fertigkeit, sich über Wasser zu halten, ist jedoch alle fünf Jahre nachzuweisen. Je nach individuellen Ergebnissen gibt es am Ende wie bei Olympia Bronze, Silber oder Gold, die sich aus einem Punktesystem aus jeder der vier Disziplingruppen errechnen. Und schließlich wurden auch noch zwei neue Altersgruppen eingeführt: die der Sechs- und Siebenjährigen sowie eine für über 90-Jährige.

Doch was heißt das nun alles konkret? Ein Blick in die druckfrischen Tabellen bringt Klarheit. Nimmt man als Beispiel die Königsdisziplin der Leichtathleten, den 100-Meter-Sprint, so kommt folgender Vergleich zustande: Musste ein 30-jähriger Mann bisher eine Zeit von 14,0 Sekunden laufen, um sein Soll zu erbringen, reichen jetzt schon 15,3 Sekunden für Bronze. „Für einen ambitionierten Breitensportler ist das durchaus zu schaffen“, so die Einschätzung des erfahrenen Übungsleiters Wolfgang Jahre, „wer allerdings mehr will, der muss sich schon anstrengen.“ Denn für Silber benötigt der besagte 30-Jährige schon 13,8 Sekunden, und für Gold muss die Stoppuhr mindestens bei 12,3 Sekunden stehenbleiben.

Allein an diesem Beispiel wird deutlich: Je ambitionierter ein Sportler, desto mehr wird ihm abverlangt. Aufgrund der veränderten Voraussetzungen riet Wolfgang Jahre seinen Prüferkollegen dringend, nicht gleich zum Auftakt der Saison in die Leistungsabnahme einzusteigen. „Drei oder vier Wochen Training sind schon notwendig, um sich an das jeweilige Niveau heranzutasten.“

Rund eine Million Sportabzeichen wurden im vergangenen Jahr wieder in ganz Deutschland abgelegt. 2158 waren es im Landkreis Pfaffenhofen, wie Wolfgang Jahre berichtete. Das bedeutete einen Rückgang um 117 Prüfungen gegenüber 2011. 907 (Vorjahr 938) Abzeichen errangen die Sportlerinnen und Sportler in den Vereinen, 1251 (1337) an den Schulen. Mit einiger Sorge blickt der Pfaffenhofener Sportabzeichenreferent auf den Schulwettbewerb in diesem Jahr, denn das dazu notwendige Online-Programm habe der BLSV nach wie vor nicht freigeschaltet. Jahre: „Da drängt die Zeit, denn die Saison steht unmittelbar bevor.“
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