DRK Kreisverband Parchim - Bundesgesundheitsminister nicht lebensgefährlich!

Anpassung, die sich an unseren derzeitigen Lebensrealitäten misst - Steffen Kanert | Foto: DRK Kreisverband Parchim e.V.
  • Anpassung, die sich an unseren derzeitigen Lebensrealitäten misst - Steffen Kanert
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Deutliche Kritik an aktueller Blutspendepraxis

„Dieser Widerspruch ist langsam lächerlich. Da betreiben wir einen Riesenaufwand zur Motivation von Blutspendewilligen und lehnen mögliche Spendergruppen pauschal ab!“ Steffen Kanert, Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Parchim, ist die Behandlung von Schwulen beim Thema Blutspende ein Dorn im Auge. Aktueller Aufreger ist der NDR-Bericht über Danny Clausen-Holm aus Norderstedt. Er hat eine seltene Blutgruppe, die dringend gebraucht wird, und würde gerne Blut spenden. Er darf es aber nicht, weil für Homosexuelle strenge Restriktionen gelten.

„Nicht die sexuelle Orientierung birgt an sich ein Gefahrenpotenzial, sondern das individuelle Risikoverhalten. Hier lebt ein potenzieller Blutspender seit 16 Jahren in einer festen, monogamen Beziehung und wird pauschal als Gesundheitsrisiko abgestempelt.“ Kanert benennt einen der Problemfaktoren bei der Beurteilung Homosexueller: „Die Arbeitsgruppe Blut überprüft die Blutspenderegularien anhand bereits existierender Studien. Ausgerechnet Forschungsergebnisse zu sexuellem Risikoverhalten gibt es aber nicht.“

Für Homosexuelle Männer gilt zur Zeit eine Enthaltsamkeitsfrist von zwölf Monaten. Diese wird von den Betroffenen und deren Interessenvertretungen als willkürlich abgelehnt. Die Handhabung in anderen Ländern ist nicht einheitlich, setzt aber durchaus kürzere Fristen an. Auch Wissenschaftler kommen an dieser Stelle zu eigenen Bewertungen: So schätzt das Robert-Koch-Institut das Risiko, sich in Deutschland durch eine Blutspende mit HIV zu infizieren, auf kleiner als 1:5 Millionen.

Im kommenden Jahr stehen das Regelwerk zur turnusmäßigen Überarbeitung an. Die Corona-Pandemie hat innerhalb kürzester Zeit aufgezeigt, wie schnell eine Knappheit bei den Blutkonserven entstehen kann und welche Anstrengungen zur Bereinigung einer solchen Situation notwendig sind. Kanert: „Ich erwarte eine Anpassung, die sich an unseren derzeitigen Lebensrealitäten misst! Auch Jens Spahn lebt in einer festen homosexuellen Beziehung. Ohne seine Blutwerte selbst in Augenschein genommen zu haben, gehe ich fest davon aus: Als Blutspender wäre unser Bundesgesundheitsminister nicht lebensgefährlich!“

Der DRK Kreisverband Parchim e.V. ist als Teil des Landkreises mit rund 800 fest angestellten sowie fast 350 ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern fest verwurzelt. Das Spektrum des Verbandes reicht von Pflegedienstleistungen über Kinder- und Seniorenbetreuung bis hin zu Rettungsdienst und Schulsozialarbeit. Die Gesamtpalette gliedert sich in insgesamt zwölf Angebote - drei Leistungsbereiche werden dabei von Tochtergesellschaften betreut. Der Kreisverband ist über den Landes- und Bundesverband Teil der internationalen Rotkreuz- und Halbmondbewegung und den Werten dieser Gemeinschaft verpflichtet. Er nimmt Verantwortung wahr: In der Region ist er eine unverzichtbare Säule der Wohlfahrt und gehört zu den größten Arbeitgebern.

www.drk-parchim.de
WortBild.Kaminski

Bürgerreporter:in:

Markus Kaminski aus Parchim

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