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Mick Pini spielte vor Sonnenwende in Birkenried

20.06.21 Birkenried
Ob es für die Zukunft wichtiger sein wird, ob es der letzte Tag in Bayern mit Testpflicht vor Konzerten oder ob es der längste Tag des Jahres war, bleibt offen. Wichtig war , kurz vor dem Konzert hörte es auf zu regnen und die Sonntagsmatinee mit dem Blues-Musiker Mick Pini auf der Bühne konnte draußen stattfinden. Und das war doppelt gut, denn aus dem Verhältnis Pini und Publikum sollte sich im Laufe des zweistündigen Konzerts eine glückliche Beziehung bilden. Nach dem es am letzten Sonntag eher die klassischen Gitarrentöne zu hören gab, bediente Mick die Fans des Rock`n Roll und des Blues der 60er Jahre, die sich zahlreich auf den Bierbänken vor der Bühne versammelt hatten.
Als er mit „I`d rather be the devil“ von Skip James begann, bellte ein großer Schäferhund. Hier zeigte sich eine der großen Stärken des Wahl-Ichenhauseners, er bezog alles ein und verwandelte es, wenn möglich in Wohlgefallen „Oh, I made the dog sing“, sagte er freudig ins Mikro, und selbstironisch legte er nach : „ He got a better voice than me“. Danach spielte er den song „The world keeps on turnig“ von Peter Green. Hier im Kulturgewächshaus war es nicht ausschlaggebend wichtig wer oben oder unten saß, selbst mit den Coronahilfen waren die Betreiber zufrieden. Nach all den schlechten Zeiten für Independent-Künstler freute sich der italienisch-stämmige Engländer, der wie sein Freunnd Jimmy Carl Black (RIP) (Mothers of invention) durch die Liebe auf das europäische Festland kam, wieder auf der Bühne zu stehen. „I`m gonna fix this woman, so she can`t have another man” , sang er mit seiner rauhen und warmen Stimme ins Publikum.
Bei der Anmoderation zu Corina, Corina von Bob Dylan brach dann der politische Mensch in Ihm durch. „ Corona, Corina, sounds like the same. Sometimes I think we live in a conspiracy, we got 16 deaths from that today. Darauf intervenierte seine Frau “ Enough politics for today”. Daraufhin bezog er das Publikum ein: „ Am I right or wrong, I don`t know, I just think, it killed a lot of music” . Dann zog er den Bluesharp-Halter an und es ertönte bald der eingängige Chorus „Corina Corina you`ve been on my mind“. Die zweite Runde begann dann mit „Good morning Blues“, einer Eigenkomposition des Bluesmusikers, in seinen 70ern, dem stimmungsvollen Gespräch mit dem Blues folgten stimmig Erinnerungen von Pini`s Zeiten in London zwischen 1967 und 1969. Wie er im Hyde-Park schlief und Musiker wie Peter Green und Frank Zappa kennenlernte erinnerte er sich „ You name them, I met them“. Eine Zeit, von der er noch heute stolz ist, daran teil gehabt haben zu dürfen. Und deren Möglichkeiten und Räume jenseits der allseitigen Kommerzialisierung der „supermarket-music“ er sich auch heute wieder stärker und stärker herbei sehnt. Danach hörte man den traditionellen Cocain- Blues.
Die dritte Runde eröffnete dann Pini`s Wahltochter Daniela Göser mit „Blowing in the wind“ von Bob Dylan. Nach der Friedenshymne setzte die gute Gitarristin zu „Farewell Angelina“ ihre Stimme noch gefühlvoller in Szene. Mit „Jennifer`s heaven“ performte die Freundin der 60er ein Lied das schon beim legendären Woodstock-Festival zum Vortrag gekommen war, und bei „kind woman“ legte sie noch ein fulminant intoniertes Liebeslied nach. Danach kam wieder Mick Pini mit „Ginger-Man“, dieser song besingt die Jimmy Crow laws in den 50er Jahren. Schwarze und heimatlose Menschen wurden hier kriminalisiert, vielleicht waren sie die Vorgänger der Hippies in Amerika? Mit Bob Dylan, dem zweiten großen Inspirator von Mick Pini endete das Konzert. Der song „Don`t think twice it`s alright“, gibt ein Angebot für die Erklärung des gefährlichen unkonventionellen Lebens der Heimatlosen in der Wahrheits- und Freiheitsliebe: „ You`re the reason I´m travelling on, don´t think twice it`s alright“.
Dank Big Bill Broonzy kam es noch unverhofft zu einem Wechselgesang zwischen Pini und dem Publikum. Laugh a little , cry a little, let your poor heart break a little, that`s the story, tha`s the glory of love. Stunden später saßen die Menschen, die sich auf dem Konzert kennengelernt hatten noch zusammen und aßen und redeten. Um es mit einem Fussballchor zu sagen „ so was hat man lange nicht geseh`n, so schön, so schön.
Text: Daniel Baz

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