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Whistleblower und ihr Prophetenschicksal

Wann? 15.01.2017 17:00 Uhr bis 15.01.2017 22:00 Uhr

Wo? Muffathalle, Zellstraße 4, 81667 München DE
Edward Snowden bei Event von acTVism Munich e. V. (Foto: © Bild: www.actvism.org CC)
 
Erich Neumann, freier investigativer, auf Wirtschaftskriminalität, unterdrückte Pressefreiheit, Politverflechtungen, Justizdefizite und Mängel im Gutachterwesen ausgerichteter Journalist; Medienunternehmer im Gesundheitsumfeld (Foto: © Bild: www.cmp-medien.de CC)
München: Muffathalle | Dass Propheten im eigenen Lande Nichts gelten ist hinlänglich bekannt und mehr, als nur eine überlieferte Redensart.
Weshalb aber trifft dies auch auf Whistleblower zu und dann noch von Aktivisten begünstigt, welche sich Zivilcourage auf die Fahnen geschrieben haben, wenn gleich diese eben völlig anders geht.

Edward Snowden hat mit hohem persönlichem Risiko der Welt Viel gegeben. Nur in den USA, seinem Heimatland, wird dies nicht so gesehen: ist er vielmehr vielschichtig bedroht.
Kein Wunder also, dass er am 15. Januar 2017 per Video-Conference in die Münchner Muffathalle zugeschalten wird, wenn acTVism Munich e. V. seinen EVENT “Freiheit & Demokratie – Globale Themen im Kontext“ mit den nachfolgend zusammengefassten Programm- und Teilnehmer-Highlights veranstaltet.

Weshalb aber müssen Erich Neumann und 3 Kollegen aus einem Rechercheverbund ein ähnliches Schicksal erleben und können nicht aus dessen bitteren Erfahrungen profitieren?
Eine brennende Frage. Umso mehr; als bsw. Attac sowohl zu den Supportern dieser Veranstaltung zählt, als neben anderen Institutionen auch, die Aktivitäten von Erich Neumann in der Vergangenheit prämierte!

Unverständlich daher, dass keinerlei Berücksichtigung findet, was in Deutschland geschieht, während man sich lieber am Ausland abarbeitet.
4 deutsche Journalisten, wegen ihrer Recherchen von Behörden und Justiz bedrängt, teils sogar körperlich und damit dauerhaft gesundheitlich geschädigt sowie insgesamt in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht benötigen das Wunder der breiten öffentlichen Unterstützung, denn die Attacken gegen sie und die Pressefreiheit erfolgen nicht in China, Iran, Nordkorea, der Türkei oder Russland, sondern mitten in Deutschland!
Konkrete deutsche Journalisten-Schicksale sind einer unsäglichen heutigen – also nicht DDR! – Justizwirklichkeit in Sachsen ausgeliefert. Wo wart und seid Ihr KollegInnen und angeblich besorgten BürgerInnen? Mit welchem Recht also seht Ihr weg, bzw. skandiert nunmehr inhaltslos den Begriff der Lügenpresse?
Weil der Fisch bekanntlich am Kopf zu stinken beginnt, sind – nachdem der höchste Repräsentant des Landes Sachsen, Ministerpräsident Stanislaw Tillich, als seinerzeit frischer stv. Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrat einen ganz besonderen Bezug zur Pressefreiheit haben muss, oder doch nur sollte? – die weitern Umstände besonders pikant.
Pressefreiheit in Deutschland? Eine schöne Illusion, jedenfalls in Sachsen, da ticken die Uhren anders. Sachsen ist ein Freistaat und das heißt wohl “frei von den Verpflichtungen des Grundgesetzes“. Die Justiz darf nicht kritisiert oder befragt werden. Wenn künftig sächsische Politiker Pressefreiheit in China, Russland, Türkei, oder wo auch immer sonst fordern, wird man ihnen entgegnen müssen: ja, auch wir fordern sie – aber erst einmal in Sachsen.
Das Perfide am System Sachsen ist: scheinbar rechtsstaatlich werden mit den Mitteln des Strafgesetzes, dem Belastungs- und Verfolgungseifer einzelner williger Staatsanwälte und Richtern – dies unter Missbrauch der richterlichen Unabhängigkeit – durch Verbiegen des Zivilrechts kritische Journalisten wirtschaftlich vernichtet, kriminalisiert oder durch Ermittlungen in der Berufsausübung gelähmt. selbst wenn Fragen nur gestellt werden.
Die sächsische Landesregierung musste auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktion "Die Linke" hin dazu Auskunft geben und es zeigte sich, trotz noch absolut unbefriedigender Antwortqualität, dass die Staatsregierung – mit unbekannter Dunkelziffer – über die bisher bereits bekannten 21 Fälle hinaus deren 39 (!) bestätigen musste, bei denen es in diesem Bundesland zu Strafverfahren gegen JournalistInnen im Rahmen deren Tätigkeitsausübung kam.
Nach der Sommerpause 2012 sollte es hier auch auf der politischen Ebene weiter gehen, doch leider stand die Fraktion "Die Linke" alleine auf weiter Flur und so war die logische Konsequenz: Niemand nahm sich mehr dieses Themas an, obwohl es nicht im Ausland, wo wir uns nur zu gerne als die Besserkönner/-wisser positionieren, geschieht, sondern nein: mitten in Deutschland, sodass es eigentlich gilt, erst vor der eigenen Haustüre zu kehren, ehe wir bsw. dortige Dissidenten als Feigenblatt (be)nutzen.
Pressefreiheit in Deutschland in Gefahr … ohne Medienecho und öffentlichen Aufschrei!
Lutz Tillmanns, der Geschäftsführer des Deutschen Presserates hat sich www.youtube.com/watch?v=tc7tVEgsQr8&feature=youtu.be bei mdr um 12 unmissverständlich zum eklatanten Angriff auf die Pressefreiheit am Beispiel von Erich Neumann geäußert.
www.dpv.org/files/journalistenblatt2-11.pdf stellte in den Focus der Medien und allgemeinen Wahrnehmung, inwieweit die Justiz instrumentalisiert wird/sich instrumentalisieren lässt, und die Negativfolgen daraus verschleiert werden. Echo in beiden Fällen: gleich Null!
“Duldet ein Volk die Untreue und die Fahrlässigkeit von Richtern und Ärzten, so ist es dekadent und steht vor der Auflösung.“
Ein Unding sondergleichen. So berühmte sich Caren Miosga keinen Maulkorb verpasst zu bekommen und machte es – typisch deutsch – weitaus subtiler, um am Internationalen Tag der Pressefreiheit 2016 die Heuchelei von Organisationen, wie Amnesty International, Reporter ohne Grenzen, Transparency International, etc., aufzunehmen, beständig mit erhobenem Zeigefinger ins Ausland weisen, während man die Hilfsanfragen im Inland bedrohter Journalisten konstant negiert.
Frage daher: wen beleidigt man mehr, wenn man ihn mit dem jeweils Anderen vergleicht: den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, oder Stanislaw Tillich, den “Hüter des Sachsensumpfes“?
Was soll die Unverfrorenheit, die Belastungen der Pressefreiheit in Deutschland allein auf – zweifelsohne inakzeptable – Reaktionen der Bevölkerung zu reduzieren und damit zu suggerieren, dass es nur im Ausland politische Defizite gäbe?

Weshalb also sieht auch acTVism Munich e. V. nur weg und nutzt die Chance seiner hochkarätigen Veranstaltung nicht explizit für diese konkreten Belange?

17.00 Einlass
18.00 Eröffnungsrede Zain Raza, Gründer und leitender Redakteur von acTVism Munich e. V.. Er ist Journalist, Aktivist und Kulturveranstalter in München. Als Aktivist hat er eine Reihe von Demonstrationen in München mitorganisiert, zu denen u. A. der “March Against Monstanto” zählt. Als Kulturveranstalter hat er Hunderte von Menschen in seinem Event “Pakistani on the Menu” zusammengebracht, bei dem Essen, Kunst und Musik verschiedener Kulturen präsentiert wurden.
Als Autor und Journalist mit Fokus auf politische und wirtschaftliche Themen wurde seine Arbeit im Tribune Express veröffentlicht, den er 2013 hinter sich ließ, um acTVism Munich e. V. zu gründen. Seither hat er die Produktion von mehr als 100 Videos geleitet und betreut, zu denen Interviews und Events mit Experten wie Noam Chomsky, Yanis Varoufakis, Glenn Greenwald, Hans-Christian Ströbele, Katja Kipping, Sarah Harrison, William Binney, Ray McGovern, Thomas Drake, Abby Martin, Annie Machon und viele mehr zählen.
18.20 Interview mit Srećko Horvat über Entwicklungen, Möglichkeiten und die Notwendigkeit des politischen Aktivismus und von Graswurzelbewegungen. Der Philosoph und Aktivist publizierte mehr als 10 Bücher, die in über 15 Sprachen übersetzt wurden, sowie regelmäßig in The Guardian, New York Times und Al Jazeera. Er ist einer der Gründer des Subversive Festivals und hat gemeinsam mit Griechenlands ehemaligem Finanzminister Yanis Varoufakis die Bewegung DiEM25 Democracy in Europe Movement, gegründet.
18.50 Interview mit Paul Jay von The Real News Network (TRNN) über die Rolle von unabhängigen Medien und Leitmedien. Der Vorstandsvorsitzende und leitende Redakteur von TRNN The Real News Network leitet ein Team von vierzig Mitarbeitern an, das internationale sowie US-weite Nachrichten sendet, einschließlich des neuen Baltimore Bureaus. TRNN begann im Jahr 2007 in Toronto und ist nun in Baltimore ansässig. Als ein gemeinnütziger, durch Zuschauer unterstützter Service, stellt er täglich Videonachrichten und Dokumentarfilme bereit. Er akzeptiert keine Werbung, Staats- oder Unternehmensfinanzierung. Stattdessen hält er sich durch Zuschauerspenden und erarbeiteten Einnahmen aufrecht. Paul ist Moderator der Real News Show Reality Asserts Itself, die tiefgründige biografische und politische Interviews mit einigen der führenden Köpfe unserer Zeit sendet. Zudem leitet er die Initiative, ein Global Climate Bureau aufzubauen, das täglich über die Dringlichkeit und mögliche Lösungen für die Klimawandelkrise berichten wird. Er ist leitender Produzent des neues Dokumentarfilms “The Doubt Machine: The Koch Brothers war on climate science“, erzählt von Emma Thompson. Zudem ebenfalls ein preisgekrönter Filmemacher und war Gründungsvorsitzender des Hot Doc! International Documentary Film Festivals und ist seit 10 Jahren Produktionsleiter der CBC Show counterspin, das täglich aktuelle Themen behandelt.
19.20 Interview mit Richard D. Wolff über Freiheit und Demokratie im ökonomischen System. Der emeritierte Professor für Wirtschaft an der University of Massachusetts ist auch als Gastprofessor für internationale Angelegenheiten am Graduiertenkolleg der New School University in New York tätig. Wolff hat an der Yale University, der City University in New York und der University von Paris (Sorbonne) gelehrt. Er hat eine Vielzahl an wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Büchern und Artikeln verfasst. Im Jahr 2012 erschienen seine Bücher Democracy at Work: A Cure for Capitalism (Haymarket Books) und Contending Economic Theories: Neoclassical, Keynesian, and Marxian, with Stephen Resnick (Cambridge, MA, und London: MIT University Press). Wolff schreibt regelmäßig für Truthout.org. Zudem war er Gast in The Charlie Rose Show, Up mit Chris Hayes, Bill Maher’s Real Time, RT-TV, Democracy Now! mit Amy Goodman, Al Jazeera English, sowie bei Thom Hartman, National Public Radio, Alternative Radio und weiteren Radio- und TV-Sendern innerhalb und außerhalb der USA. Die New York Times bezeichnete ihn als “Amerikas prominentesten marxistischen Ökonomen.”
19.45 Pause
20.10 Interview mit Jeremy Scahill über die US-Außenpolitik und den militärisch-industriellen Komplex. Er ist einer der drei Gründer von The Intercept und Enthüllungsjournalist, Kriegskorrespondent und Autor der internationalen Bestseller Schmutzige Kriege: Amerikas geheime Kommandoaktionen, sowie Blackwater: Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt. Er hat aus Afghanistan, dem Irak, Somalia, dem Yemen, Nigeria, dem ehemaligen Jugoslawien und vielen anderen Teilen der Welt berichtet. Scahill hat als Korrespondent für nationale Sicherheit für The Nation und Democracy Now! gearbeitet. Seine Arbeit gab den Anstoß zu mehreren Kongressuntersuchungen und gewann einige der höchsten Auszeichnungen im Journalismus. Zweimal wurde ihm der renommierte George Polk Award verliehen, 1998 für ausländische Berichterstattung und 2008 für Blackwater. Scahill ist Produzent und Drehbuchautor des preisgekrönten Films Dirty Wars, dessen Premiere während des Sundance Film Festivals 2013 stattfand und für einen Academy Award nominiert wurde.
20.35 Interview mit Jürgen Todenhöfer über die Außenpolitik des Westens und die Rolle Deutschlands. Der deutsche Publizist, promovierte Jurist, ehemalige Medienmanager und Politiker zog 1972 erstmals für die CDU in den Deutschen Bundestag ein, reiste zu Diktator Pinochet nach Chile, um die Freilassung von politischen Häftlingen in die Wege zu leiten, drängte auf eine Reduzierung der sowjetischen und amerikanischen Interkontinentalraketen und forderte von der deutschen Politik eine engagiertere Wiedervereinigungspolitik. Als erster CDU-Abgeordneter legte er seine kompletten Einkommensquellen offen und war in der Leitung des Medienkonzerns Hubert Burda Media tätig. 1990 zog er sich aus der Politik zurück und ging erst nach den Terroranschlägen vom 11. 09. 2001 in den USA wieder in die Öffentlichkeit. Seitdem ist er ein Kritiker der US-amerikanischen Interventionen in Afghanistan und dem Irak, über die er mehrere Bücher veröffentlichte. Er bereiste Kriegsgebiete, Länder des Arabischen Frühlings und des “Islamischen Staates“, sprach mit Baschar al-Assad sowie Großajatollahs im Iran und war während der Operation Protective Edge, einer Militäroperation der israelischen Armee, in Gaza. Sein Credo: man muss, um der Wahrheit näherzukommen, mit allen Seiten sprechen! Er veröffentlichte zahlreiche Bestseller, wie Warum tötest du, Zaid? (2008), Teile dein Glück (2010), Du sollst nicht töten (2013) oderInside IS – 10 Tage im “Islamischen Staat” (2015). Das Honorar seiner Bücher spendet Todenhöfer für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten.
21.05 Interview via Internet-Live-Stream mit Edward Snowden über den Überwachungsstaat, die Privatsphäre und den Abbau von Bürgerrechten. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter diente über fast ein Jahrzehnt der CIA, NSA und DIA als Fachexperte für Technologie und Cybersicherheit. Im Jahr 2013 enthüllte er, wie die NSA, ohne den Verdacht auf jegliches Fehlverhalten, private Aufzeichnungen von Milliarden von Menschen beschlagnahmte, was zu den erheblichsten Reformen der US-Überwachungspolitik seit 1978 führte. Er hat Auszeichnungen für Mut, Integrität und öffentlichen Dienst erhalten und wurde von “Foreign Policy“ als weltweit führender Denker des Jahres 2013 bezeichnet. Heute arbeitet er an Methoden zur Durchsetzung von Menschenrechten durch die Anwendung und Entwicklung neuer Technologien. Seit Februar 2014 ist er Teil des Vorstands der
“Freedom of the Press Foundation“. Mehrfach wurde er von nichtstaatlichen Organisationen ausgezeichnet und für den Friedensnobelpreis nominiert.
21.40 Launch Crowdfunding-Aktion acTVism Munich e. V.
22.00 Veranstaltungsende

Erich Neumann, freier investigativer Journalist
über DFJ Deutsche-Foto-Journalisten e. V.
www.dfj-ev.de
Postfach 14 43, 87612 Marktoberdorf
GSM +49 160 962 86 676
e-Mail e.neumann@cmp-medien.de
www.cmp-medien.de

© Bild: www.actvism.org CC – Edward Snowden bei Event von acTVism Munich e. V.
© Bild: www.cmp-medien.de CC – Erich Neumann
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3 Kommentare
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Erster Geschichtenerzähler aus Naumburg (Saale) | 06.01.2017 | 20:41  
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Erich Neumann aus Marktoberdorf | 06.01.2017 | 20:56  
5.177
Erster Geschichtenerzähler aus Naumburg (Saale) | 06.01.2017 | 22:03  
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