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Fallschirmspringer wollte einfach einem Leukämiekranken helfen

David Heimes spendete Stammzellen bei der Stefan-morsch-Stiftung.
 
Bereits ein Fingerhut voll Blut genügt, um sich als potenzieller Spender registrieren zu lassen.
Marl: Rathaus |

„David Heimes ist kein zögerlicher Typ. Der 19-Jährige gehört zu den Fallschirmjägern in Lebach, seine Grundausbildung zum Soldaten hat er in Seedorf absolviert. Damals hat er sich auch als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen – nur für den Fall, dass ein an ihm unbekannter Mensch an Leukämie erkrankt und David Heimes der einzige Mensch ist, der mit einer Stammzellspende dieses Menschenleben retten kann. Exakt dieser Fall ist jetzt eingetreten. Mit seiner Stammzellspende hat er einem Leukämiepatienten die Chance gegeben, geheilt zu werden – die einzige Chance…...“

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die Stiftung seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist es, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren lassen. Beinahe täglich sind Teams der Stefan-Morsch-Stiftung in ganz Deutschland unterwegs, um junge Soldaten als Stammzellspender zu gewinnen. Im Jahr 2012 konnten so rund 8556 Angehörige der Bundeswehr in die Spenderdatei der Stiftung aufgenommen werden. David Heimes ist einer von ihnen. Die Blutentnahme die für eine Typisierung als Stammzellspender notwendig ist, findet in den meisten Fällen in Zusammenarbeit mit dem Blutspendedienst der Bundeswehr statt, so dass nur eine Blutentnahme erfolgen muss. Das Motto lautet deshalb auch: Einmal stechen, zweimal helfen. Nach der Analyse des Blutes werden diese Merkmale in der Spenderdatei - der Stefan-Morsch-Stiftung - gespeichert. Von dort werden sie anonym an das deutsche Zentralregister (ZKRD) übermittelt, wo die weltweiten Suchanfragen für die Patienten eingehen.
Als David Heimes, der jedes Wochenende in seine Heimat Marl in Nordrhein-Westfalen pendelt, hat sich gefreut, als er die Nachricht bekam, dass er als Spender gebraucht wird. Ohne groß Fragen zu stellen hat er sich auf die Vorbereitung zur Entnahme eingelassen – dazu gehören ein umfassender Gesundheitscheckup, intensive Aufklärungsgespräche über Chancen und Risiken und die Terminabstimmung mit der Klinik des Empfängers: „Das war alles vollkommen problemlos“, erzählt der Fallschirmspringer, der in seiner Freizeit Kraft- und Ausdauersport betreibt. Unterdessen wurde der Patient, der zum exakt vorbestimmten Zeitpunkt Heimes´ Stammzellen bekommen muss auf die Transplantation vorbereitet. Sein Immunsystem wurde komplett ausgeschaltet – durch Bestrahlung oder/und Chemotherapie. Wenn er sich jetzt mit einem Virus infiziert oder es aus irgendeinem Grund mit der Stammzell-Spende nicht klappt, ist sein Leben massiv gefährdet.  


Um die Stammzellen bei den Spendern zu entnehmen gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen. David Heimes hat diese Prozedur auf sich genommen. Seine Freunden und seine Familie haben ihn dabei unterstützt und zum Teil bewundert. Wenn man ihn fragt, warum er das tut, antwortet er mit einem verständnislosen Schulterzucken: „Ich wollte einfach einem Menschen helfen.“

Online Lebensretter werden!

Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren registrieren lassen. Informationen über Ausschlussgründe lassen sich auf der Internetseite der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) nachlesen. Die Typisierung ist für alle Spender kostenlos, jedoch werden Spenden zur Finanzierung der Blutuntersuchungen gerne entgegen genommen – da jede Blutanalyse mindestens 50 Euro kostet.
Die aktuellen Termine für die Typisierungsaktionen der Stefan-Morsch-Stiftung findet man auf der Internetseite (www.stefan-morsch-Stiftung.de). Zudem gibt es die Möglichkeit sich über die Homepage auch Online registrieren zu lassen. Über den Button „Online-Registrierung“ auf der Startseite kann man sich eingehend informieren, die Einverständniserklärung ausfüllen und sich ein Entnahmeset zuschicken lassen – entweder eine kleine Blutprobe oder einen Abstrich der Mundschleimhaut. In dem Päckchen ist das entsprechende Material, um sich bei seinem Hausarzt eine Blutprobe entnehmen zu lassen oder den Wangenabstrich durchzuführen. Dieses Päckchen wird dann einfach an die Stefan-Morsch-Stiftung zurückgesendet.

Die Stefan-Morsch-Stiftung

Die Stefan-Morsch-Stiftung ist die älteste Stammzell-Spenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Helfen – Hoffen – Heilen“ bietet die Stiftung seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Das heißt, Menschen können sich hier als Spender registrieren lassen. Ihre Daten werden anonymisiert in das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) eingetragen. 30 Dateien – wie die Stefan-Morsch-Stiftung- speisen die Daten der Spender dort ein, damit sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen.
Seit mehr als 25 Jahren plädieren Emil und Hiltrud Morsch, Gründer der Stiftung, aber auch für eine verbesserte Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen. Ihr Sohn, der 16 jährige Stefan Morsch aus Birkenfeld erkrankte Anfang der achtziger Jahre an Leukämie. Als erstem Europäer wurde ihm 1984 fremdes Knochenmark übertragen. Der Junge überlebte jedoch die Nachsorge nicht. Das ist für Emil und Hiltrud Morsch der Grund, warum die Stiftung nicht nur immer wieder für die Registrierung als Stammzellspender wirbt, sondern auch Patienten ihre Hilfe anbietet. Aus eigener Erfahrung weiß Emil Morsch, welche Komplikationen bei der Therapie auftreten können, aber auch welche finanziellen und psychischen Folgen die Patienten und deren Angehörige belasten. „Deshalb sind wir als Stiftung auch für die Patienten da – in jeder Frage.“
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