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Macht hoch die Tür

Elfter Heimsieg: Marburg hat den Auftakt ins Playoff-Viertelfinale gegen Bad Aibling gewonnen.
Marburg: Georg-Gaßmann-Halle | Planet-Photo-DBBL: Playoff-Viertelfinale, Spiel 1: BC Pharmaserv Marburg – Bad Aibling Fireballs 82:53 (Serie „best of three“ 1:0).

Mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg haben für Marburgs Erstliga-Basketballerinnen die Playoffs begonnen. Damit haben sie die Tür zum Halbfinale weit aufgestoßen. Ein Sieg fehlt noch. Der soll am besten schon am Freitag im Rückspiel in Bad Aibling her. Auf ein Entscheidungsspiel will man es nicht ankommen lassen.

„So richtig spannend war es ja nicht“, sagte eine Zuschauerin. Ein anderer Besucher meinte: „Lieber hoch gewonnen, als knapp verloren.“ Allen recht machen kann man es nun mal nicht. Fakt ist: Nach einer starken ersten Halbzeit hatte sich das Pharmaserv-Team bereits klar abgesetzt. Für viele der 600 Zuschauer – fast alle in Weiß – überraschend. Überraschend auch, dass es nur 600 waren. Die sahen allerdings einen tollen Start des Tabellendritten. Das 9:0 nach fünf Minuten war ein Fingerzeig, 12:6 danach der knappste Spielstand.

Marburg traf herausragend und profitierte davon, dass der Sechste nach der Hauptrunde eben genau das nicht tat. 30:12 stand es Mitte des zweiten Viertels. Schön herausgespielte Treffer und gute Verteidigungsaktionen begeisterten das Publikum. Zur Halbzeit hatte der BC 59 Prozent seiner Feldwürfe versenkt. Die Fireballs trafen bis dahin nicht mal halb so gut (28).

So fehlte nach dem Seitenwechsel ein bisschen die Spannung. Das war den Zuschauern ebenso anzumerken, wie dem Marburger Team. Das gefiel dem BC-Trainer gar nicht. Die 40 Punkte Führung (76:36) aus der 34. Minute hätte er lieber ausgebaut, als noch unter die 30er-Marke absacken lassen. Vielleicht dient das klar verlorene letzte Viertel den Hessinnen auch als Warnung für die zweite Partie der Viertelfinal-Serie „best of three“. Denn eingetütet ist der Einzug ins Halbfinale noch nicht. Dennoch: Während auf Seiten der nur zu siebt angetretenen Gäste vier Akteurinnen durchspielten, konnten die Lahnstädterinnen ein wenig die Kräfte schonen.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Wir wollten früh ein Statement setzen. Das ist uns gelungen. Die Playoffs sind immer etwas besonderes. Und wenn man dann mit Heimvorteil startet, für den man das ganze Jahr gearbeitet hat, fällt es leicht, Emotionen aufs Feld zu bringen. Wir respektieren Bad Aibling sehr, und wir wussten, was sie können – selbst mit kleinem Kader. Aber wir wissen auch um unsere Stärken. In der zweiten Halbzeit war mir teilweise die Intensität zu schwach. Aber es sind Playoffs. Da musst du die Spannun hochhalten und darfst das Spiel nicht herumdümpeln lassen. Da wollten wir gegensteuern. Daher habe ich auch alle drei Auszeiten genommen. Jetzt sind wir am Freitag im Vorteil und der Druck bei Bad Aibling. Aber wir dürfen es nicht zu locker angehen lassen. Wir haben vor acht Wochen dort verloren. Die Halle wird voll und extrem laut sein. Es ist unangenehm, dort zu spielen. Das hat uns schon mal den Zahn gezogen. Aber wir müssen da durch, wenn wir ins Halbfinale kommen wollen.“

Julia Köppl (Spielerin Marburg):
„Wir haben gut ins Spiel reingefunden und den Gegner müdegespielt. Wir wussten, dass sie aggressiv spielen und wollten sie in Foulprobleme bringen. Das hat allerdings nicht geklappt. Aber wir haben gut zusammengespielt und gut getroffen. Wir sind natürlich zufrieden. Wir führen 1:0 und haben die halbe Miete. Darauf dürfen wir uns natürlich nicht ausruhen. In Bad Aibling zu gewinnen, ist schon schwer. Die Halle ist sowas von laut. Darauf müssen wir uns einstellen. Beim Auswärtsspiel dort haben wir in der Offensive nicht gut gespielt. Ich glaube aber nicht, dass uns das nochmal passiert. Wenn wir aber so zusammenspielen wie heute und uns nicht beeindrucken lassen, sollte nichts mehr anbrennen. Wir haben zuletzt immer mehr Routine gezeigt. Aber wir werden es nicht zu locker angehen. Voriges Jahr haben wir ja nach dem 1:0 in Keltern dann daheim verloren. Wir sind also gewarnt.“

Oliver Schmid (Trainer Bad Aibling):
„Dass ich in der zweiten Halbzeit keine Auszeiten genommen habe, lag auch daran, dass wir einfach kein Mittel gefunden haben. Ich hätte auch 17 Auszeiten nehmen können, und das hätte heute nichts geändert. Marburg war willensstärker, hat härter gekämpft und hat besser getroffen. Wenn man einfache Fehler nicht abstellt, verliert man halt mit 30. Inzwischen hat es sich wohl rumgesprochen, wie man gegen eine Mannschaft spielt, die nur eine Sechser-Rotation hat. Marburg hat toll gewechselt, die Spielerin haben sich voll verausgaben können. Für unsere Mädchen ist das schon frustrierend. Sie haben den Ball gut von Yohn an der Dreierlinie weggehalten, aber dann sind andere Marburgerinnen in die Bresche gesprungen. Das hat bei uns gefehlt. Wir haben viele freie Würfe nicht getroffen und uns erst gegen Ende gefangen. Aber noch ist nichts verloren. Wir hoffen darauf, in unserem heimischen Wohnzimmer mit der niedrigen Decke, zu zeigen, was wir können. Wenn wir wenigstens durchschnittlich treffen, müssten wir das Spiel lange knapp halten können. Und dann ist alles möglich.“


Fun Facts: Zweitbeste Freiwurfquote der Saison (87,5 Prozent). – Kim Winterhoffs 9 Punkte sind persönlicher Rekord im Erstliga-Team. – Mit +29 höchster Bundesliga-Sieg seit 17.01.2016 (+41 gegen Oberhausen). – Mit 82 Punkten höchste erzielte Zahl in den Playoffs seit 31.03.2012 (85:64 gegen Oberhausen, 1. Viertelfinale, Serie 2:0 gewonnen). – Mit 53 Punkte niedrigste zugelassene Zahl in den Playoffs seit 03.04.2010 (73:50 gegen Halle, 1. Viertelfinale, Serie 2:0 gewonnen). – Mit +29 höchster Sieg in den Playoffs seit 15.03.2003 (+31 gegen Bensberg, Viertelfinal-Rückspiel, am Ende wurde Marburg Meister).

Fail Fact: Mit -8 Punkten schlechtestes letztes Viertel in eigener Halle der Saison.


Statistik
Viertel: 16:8, 29:12, 24:12, 13:21.
Marburg: Baker 12 Punkte/2 Dreier (5 Rebounds, 3 Assists), Barra, Bradley 6/2 (4 Ass.), Greunke 6 (6 Reb., 6 Ass.), Köppl 3/1, Putz, Schaake 9, Voynova 12 (5 Reb.), Wilke 10/1 (5 Reb.), Winterhoff 9/1, Yohn 15/2. Feldwurfquote: 48 Prozent (33/69), Freiwq. 88 (7/8), Reb. 32 (def. 21), Turnovers 12, Ass. 16, Steals 11, Blocks 2, Fouls 13.
Bad Aibling: Bradaric 7/2, Hebecker, Höötmann 24 (4 Ass.), Kancevic (n.e.), Recoura 8, Schnorr 4 (6 Reb.), Sherbert 10 (11 Reb.). Feldw. 39 (20/51), Freiwq. 79 (11/14), Reb. 29 (d. 23), TO 20, Ass. 9, St. 11, Bl. 2, F. 12.
Schiedsrichter: Kerstin Kammann, Nicolas Brendel; Zuschauer: 600.


Spielplan für die Playoffs:

In den ungeraden Spielen hat die nach der Hauptrunde besser platzierte Mannschaft Heimrecht, Ausnahme: Duell um Bronze.

Viertelfinale (Best of three / zwei Siege nötig):
Wasserburg/Platz 1 – Chemnitz/8, Keltern/2 – Hannover/7, Marburg/3 – Bad Aibling/6, Saarlouis/4 – Herne/5.

Spiel 1: Marburg – Bad Aibling 82:53 (Serie 1:0)
Spiel 2: Freitag, 07.04., 19 Uhr: Auswärtsspiel in Bad Aibling (Sportpark Mietraching)
Spiel 3: Sonntag, 09.04., 16 Uhr (falls nötig): Heimspiel in Marburg (Georg-Gaßmann-Halle)

Halbfinale (Best of three):
Sieger (Wasserburg/1 – Chemnitz/8) gegen Sieger (Saarlouis/4 – Herne/5), Sieger (Keltern/2 – Hannover/7) gegen Sieger (Marburg/3 – Bad Aibling/6).

Spiel 1: 15./16./17.04. (Sa./So./Mo., Osterwochenende)
Spiel 2: Fr., 21.04.
Spiel 3: So., 23.04. (falls nötig)

Duell um die Bronze-Medaille (Addition):
Hinspiel: Fr., 28.04.
Rückspiel: So., 30.04.

Finale um die Meisterschaft (Best of five / drei Siege nötig):
Spiel 1: Fr., 28.04.
Spiel 2: So., 30.04.
Spiel 3: Mi., 03.05.
Spiel 4: Fr., 05.05. (falls nötig)
Spiel 5: So., 07.05. (falls nötig)
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