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Mein Märchen des Monats November: Sterntaler

Jetzt ist die Zeit, wo es draussen dunkel und kalt wird und der Mensch die Wärme vermisst - manchmal nur äusserlich, manchmal auch innerlich. Da kommt dieses kleine Geschichtchen und erzählt uns von einem Mädchen, das gar nichts mehr hat, keinen Menschen, keinen Besitz ausser der Kleidung am Leib und auch keine Heimat: Ein Stück Realität, in vielen Formen auf der ganzen Welt, heute wie damals vorhanden, das wir kennen.
Es muss ein besonderes Mädchen sein, wenn es nach und nach alles hergibt, was es noch hat. Und es schmerzt doch ein wenig, es zu lesen, denn das Mädchen ist wirklich konsequent in seinem Tun. Soll man so etwas glauben?
Das kann doch nur ein Märchen sein - denn zum Schluss fallen die Sterne vom Himmel und sind ganz irdische Taler geworden. "Reich für sein Lebtag" ist als Bild eine so schöne Sicherheit, das tröstet und kann Kraft geben.
Gerade dieser Monat fühlt sich schwer an für Viele, denn die wärmende Weihnachtszeit ist noch nicht da, das Licht kommt erst wieder ab dem 21.12. und es zieht sich alles in einem zusammen. Man schaudert, als würde der kalte Wind durch die dünnen Kleider blasen und Manche suchen Trost und Sicherheit, Manche werden ernster und ruhiger. Es will ausgehalten sein, wenn schwere Gedanken kommen und nicht einfach von alleine wieder gehen. Die Geschichte führt bis in die Dunkelheit des nachtschwarzen Waldes hinein, bis zum Weggeben des "allerletzen Hemdes". Ob es dafür eine Belohnung gibt, kann wohl niemand versprechen. Welcher "Reichtum" gemeint ist, wird sich zeigen.
Dies ist ein besonderer Monat und er will durchlebt und durchfühlt sein.
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Oberhessische Presse | Erschienen am 24.11.2012
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