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Jahreshauptversammlung des Orden der deutschen Falkoniere

Das letzte Oktoberwochenende war für viele Falkner aus Nah und Fern etwas ganz Besonderes. Der Orden deutscher Falkoniere (ODF) hatte zu seiner Jahreshauptversammlung nach Schwabmühlhausen in die “Untere Mühle“ geladen. Diese Jahreshauptversammlung findet jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt, dank des Leuthauer Falkners und Landesvorsitzenden Bayern Walter Heidler trafen sich die Falkner nach knapp 30 Jahren erstmals wieder in Bayern.
Insgesamt waren zu dieser Großveranstaltung 120 Personen aus ganz Deutschlands angereist und etliche bereits am Freitag um an der Versammlung teilzunehmen. Für die Beizjagd am Samstag kamen 45 Falkner mit ihren Tieren. Diese begann am Samstagmorgen um 8:30 bei strahlendem Sonnenschein auf der Wiese hinter dem Hotel mit dem Beizvogelappell, dabei wird von der Jagdleitung geprüft, ob die Tiere gesund sind und die benötigten Scheine vorhanden sind. Nachdem die Jagdhornbläser die Beizjagd mit ihrem“ Halali“ eröffnet hatten, konnten die Falkner mit ihren Tieren fotografiert werden. Anschließend verkündete Walter Heidler die jeweiligen Gruppeneinteilungen mit den zu bejagenden Revieren. Bis zur Abfahrt zu den Revieren präsentierten die Falkner stolz ihre majestätischen Tiere, es waren Steinadler, Harris-Hawk (amerikanischer Wüstenbussard), diverse Habichte, Habichtsadler und verschiedene Falkenarten vertreten. Außerdem beantworteten sie bereitwillig jede Frage zu ihren faszinierenden Tieren und der Falknerei. Dabei erfuhr ich was z. B. abtragen bedeutet, es handelt sich dabei um das Trainieren eines Greifvogels auf die Hand oder eine Beuteattrappe und um die Tätigkeit als Falkner ausüben zu können muss zuerst die Jägerprüfung und dann die Falknerprüfung abgelegt werden.
Mit dem gegenseitigen Gruß „Falknersheil“ brachen die jeweiligen Gruppen nacheinander in ihre zugewiesenen Reviere im Raum Königsbrunn, Landsberg, Augsburg, München und Hiltenfingen sowie Schwabmühlhausen auf.
Ein Wanderfalke hatte anscheinend noch keine Lust zur Jagd, er büxte seinem Herrchen aus, als dieser den Sensor bei ihm befestigen wollte und ließ sich auf dem Dach eines Nebengebäudes nieder. Verschiedene Versuche ihn dazu zu bewegen zu seinem Falkner herunter zu fliegen schlugen fehl und er ließ sich in aller Ruhe die Sonne auf sein Federkleid scheinen. Das könnte damit zusammenhängen, dass Greifvögel im Normalfall erst am Spätnachmittag jagen und vorher ihre Ruhezeiten genießen. Nach einer gewissen Zeit bzw. nachdem niemand mehr da war und Ruhe einkehrte entschied er sich jedoch dafür auf der Hand seines Besitzers Platz zu nehmen.
Die letzte Gruppe die im Schwabmühlhauser Revier die Beizjagd durchführte bestand aus zwei Falknern mit ihren Steinadlern und ihren Helfern sowie mehrere Zuschauer. Bei den Steinadlern handelte es sich um zwei Halbbrüder im Alter von 12 und 10 Jahren die ihr Federkleid zuvor in der Sonne hatten trocknen lassen und sich während dieser Zeit gebührend bewundern ließen. Als wir das Revier erreicht hatten, wiesen die Falkner ihre Helfer ein und stellten sich mit ihnen zum so genannten Strecke gehen auf, dabei gingen sie immer in Schleifen links und rechts langsam das Feld ab. Es dauerte nicht lange bis ein Hase in wilder Flucht über die Wiese hetzte und einer der Adler erfolgreich Jagd auf ihn machte. Adler sind Vögel von niederem Flug, die am Boden lebende Beute schlagen. Im Gegensatz zu Falken, die Vögel von höherem Flug sind, da sie Beute aus größerer Höhe angreifen z.B. Flugwild von der Faust angreifen. Während dieser Beizjagd war es wieder einmal ein Erlebnis die unglaubliche Schönheit, Größe und die majestätische Art dieses größten deutschen Greifvogels zu beobachten.
Gegen 17 Uhr war das gemeinsame Streckelegen der Falkner und ihrer Greifvögel in Schwabmühlhausen an der „Unteren Mühle“ angesetzt, nach und nach trafen die faszinierenden Tiere und ihre Besitzer mit ihrer Beute ein. Insgesamt wurden sechs Hasen, neun Kaninchen, zwei Fasane und sechs Krähen auf einem Bett aus Tannenzweigen zur Strecke gelegt und somit wurde dem erlegten Wild die letzte Ehre erwiesen. Um die Strecke wurden Fackeln entzündet und die Jagdhornbläser ließen ihre Signale für das erlegte Wild erklingen, zum Abschluss erklang noch das Signal „Jagd vorbei“.
Danach bedankte sich der am Freitag neu gewählte Großkomtur (Bundesvorsitzende des Ordens der deutschen Falkoniere) Ralf Karthäuser bei allen Teilnehmernsowie dem Organisator Walter Heidler und lud sie zum anschließenden „Grünen Abend“ in die „Untere Mühle“ ein. Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung des Ordens der Deutschen Falkoniere fand am Sonntag in der Kirche St. Martin in Schwabmühlhausen noch eine feierliche Hubertusmesse statt.

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