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Mehrgenerationenhaus bekommt Besuch aus Dachau

Zusammenkunft der Ehrenamtlichen aus den Mehrgenerationenhäuser Dachau und Landsberg.
 
Karin Ulrich, Christa Jordan, Margit Däubler und Doris Baumgartl im Sitzungssaal des Rathauses.
Landsberg: AWO-Zentrum | Im historischen Rathaussaal begrüßte Bürgermeisterin Doris Baumgartl die Vertreter des Mehrgenerationenhauses (MGH) Dachau zusammen mit ihrer Leiterin Karin Ulrich sowie die Ehrenamtlichen aus Landsberg um MGH-Einrichtungsleiterin Margit Däubler. Die Dachauer waren zum 10. Geburtstag des AWO-Mehrgenerationenhauses nach Landsberg gekommen.

Zwischen den beiden Einrichtungen gibt es viele Berührungspunkte. So ist die Kommunikationstrainerin Christa Jordan beispielsweise hier wie dort als Ausbilderin der seniorTrainer tätig. Eine lange Freundschaft verbindet die beiden Häuser. Abwechselnd berichteten die Landsberger und Dachauer von den Anfängen bis heute: von Idealen und Machbarkeit und immer wieder von der emotionalen Seite dieser ehrenamtlichen Arbeit, die alles am Laufen hält, aber auch von der regionalen Tätigkeit zur bayernweiten Vernetzung dieses Erfahrungswissens für Initiativen, kurz EFI.

Das Landsberger DLernAsyl stellten Fritz Scherer und Ernst Schatz vor, das von denselben Hürden herausgefordert wird wie das Dachauer E-Learning bzw. Blended Learning, von dem Dagmar Stephan berichtete. Beide setzen auf persönliches Coaching mit Chromebooks und neuesten Lernprogrammen für Deutsch und Mathematik für alle Bildungsstufen. Von „no Deutsch, no Job“ über die Sinnvermittlung von Regelmäßigkeit und Disziplin bis „Lob, Lob, Lob!“ sind darin Dutzende Ehrenamtliche engagiert. Erzählt wurde von Wunderkindern wie dem jungen Mann, der es in 18 Monaten zur B2-Stufe geschafft hat. Herr Ludwig berichtete aber auch von Analphabeten, die die größten Schwierigkeiten haben beim Erlernen einer Fremdsprache.

„Beim Interkulturellen Frauentreff zeigt sich auch bei Frauen aus europäischen Ländern ein anderes Verständnis von Bildung in ihrer Kultur“, sagte Christa Jordan und erläuterte, dass das erst noch mit unserem synchronisiert werden müsste. In der heimelig-liebevollen Atmosphäre des MGH geschähe das leichter.

Raimund Stolz zeigte die Anfänge des Verkehrstrainings für Asylbewerber auf, das er nach dem Fahrradunfall eines Flüchtlings aufgebaut hat. Nach monatelanger Recherche und dem Zusammentragen zahlreicher Unterlagen von ADAC, ADFC und vor allem außerbayerischen Behörden, nach Trägerwechsel, steht nun grundlegendes Wissen auf 40 USB-Sticks bereit, um ehrenamtliche Trainer damit schulen zu können.

In Form eines Interviews mit Heide Urban stellte Elisabeth Tschimmel ihr Projekt „Gartenpiraten“ in Dießen vor, das in kürzester Zeit einen Kostenvorschuss vom Bundesamt in Bonn erhalten hat und jetzt auf einem bereitgestellten Grundstück starten kann. Dabei hat die Initiatorin erst vor wenigen Tagen ihr Zertifikat als ausgebildete seniorTrainerin erhalten, ist also noch ganz frisch dabei. Der „Pirat“ im Namen, sagte sie, soll die Entschlossenheit ausdrücken, mit der sie Flüchtlinge und Einheimische in gemeinsamer Gartenarbeit zusammenbringen will. Viel Unterstützung hat sie dafür schon von der Kräuterhexe Traudl Manka, vom Bauhof und der Baumschule Wörlein erfahren. Zwölf Asylbewerber sind bereit, in den nächsten Tagen den Spaten zu ergreifen.

Der Spaziergang zum nahe gelegenen Seniorenwohnheim der AWO und das Mittagessen wurden zu anregenden Gesprächen genutzt. Um 14 Uhr erklärten Stadtführer in zwei Gruppen den unteren Bereich der Altstadt und anschließend klang der inhaltlich reichhaltige Tag bei Kaffee und selbst gebackenen Kuchen im Kratzertreff an der Karolinenbrücke aus. Die Ehrenamtlichen aus beiden Mehrgenerationenhäusern verabschiedeten sich mit herzlichem Händedruck oder gar einer vertrauten Umarmung bis zum nächsten freundschaftlichen Austausch über ihre Projekte.
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