Schwarzer Oktober für HSB: vier Spiele, vier Niederlagen

Mit Kampf aus der Krise | Foto: Thorsten Jordan
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Mit einem Sieg startete HSB in die neue Saison. Doch sonderlich überzeugend war auch das 59:40 gegen Aufsteiger Jena nicht. Zu viele Abstimmungsprobleme, zu viele Fehlwürfe. Dass die Mannschaft noch nicht 100%ig eingespielt sein würde, war jedem klar, ist Coach Alexander Kharchenkov doch erst Anfang September, knapp vier Wochen vor Saisonbeginn, in Landsberg angekommen. Außerdem sind mit Josef Eichler und Josko Srzic zwei wichtige Spieler ebenfalls erst kurz vor Saisonbeginn zur Mannschaft gestoßen.

„Es war ein holpriger Anfang. Was aber letztendlich zählt ist einzig und allein der Sieg.“, sagt Teammanager Jürgen Fleßner.

Der TSV Dachau legte die Defizite der HSB dann aber noch deutlicher offen. 66:61 verlor Landsberg. Vor allem die Inkonstanz über die Spieldauer von 40 Minuten sorgte dafür, dass es am Ende nicht reichte. Auf starke drei bis Minuten folgten stets Phasen der Schwäche. Man war unkonzentriert im Passspiel und leichte Chancen wurden vergeben.

In Landshut erreichten die Kharchenkov-Schützlinge dann den Tiefpunkt: es setzte die deutlichste Niederlage seit vielen Jahren für eine 1. DJK-Herrenmannschaft. 97:50 gewann die Mannschaft des letztjährigen HSB-Trainers Georg Eichler.

„Das ist abgehakt“, sagt Fleßner. „Da hat man nicht den Spirit gehabt.“ „Wir müssen uns von Spiel zu Spiel verbessern“, betont auch stets Kharchenkov.

Dennoch: wie konnte es zu so einer Klatsche kommen? Kritiker schießen sich gerne auf das Argument „Playmaker“ ein. Denn mit Josko Srzic hat Landsberg auf dieser Position einen Spieler, der kein klassischer Aufbau ist. Fleßner ist die Frage nach dieser Position leid. „Josko hat uns in einer Situation, in der wir quasi ohne Pointguard dastanden extrem geholfen“.

Gegen Weiden zeigte Srzic zeitweise, dass er nicht nur selbst vollstrecken kann, doch auch seine Mitspieler in Szene setzen kann. Doch wieder gab es eine bittere Niederlage. Kurz vor Schluss hatte Landsberg die Möglichkeit, den Sack zuzumachen. Doch überhastete Einzelaktionen verhinderten den Sieg. Dass Henning v. Jagow kurz vor Schluss an der Freiwurflinie nur einmal traf, war nicht der Grund dafür, dass die HSB verlor. Immerhin rettete er seine Mannschaft in die Verlängerung. Dort stand man sich aber wie so oft selbst im Weg. 84:90 hieß es am Ende. Das Landsberger Selbstvertrauen erhielt einen beträchtlichen Knick. Gerade da sich die Mannschaft von der Klatsche in Landshut gut erholt zu haben schien.

Und dann folgte eine Hiobsbotschaft der nächsten: Henning v. Jagow und Robert Apelt verletzten sich und der zweite etatmäßige Aufbauspieler Ferdinand Henke erklärte seinen sofortigen Rücktritt aus der Mannschaft. Die Doppelbelastung Medizinstudium/ Regionalligabasketball wurde ihm zu viel. „Das ist natürlich schon sehr enttäuschend! Gerade in der jetzigen Situation“, sagt Fleßner dazu.

So reiste man mit einer extrem dünnen Personaldecke nach Zwickau – und verlor. Diesmal nur mit zwei Punkten Rückstand (84:82). Da stellt sich natürlich die Frage: Muss sich die Mannschaft nun schon mit dem Thema Klassenerhalt beschäftigen? Für Jürgen Fleßner ist der Abstieg kein Thema. Er wartet darauf, dass der Knoten bei der Mannschaft platzt. Denn ligatauglich ist die Mannschaft auf jeden Fall. „Wir müssen uns aus dieser Krise rausarbeiten!“, sagt Fleßner. „Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl – das sind die Dinge, die uns momentan am meisten abgehen.“

Der Bitte einiger Fans, noch auf dem Spielermarkt tätig zu werden, will Fleßner nicht um jeden Preis nachkommen. Neulich schrieb ein Fan ins Gästebuch auf www.cLLick.de: „Bitte Vorsitzender Fleßner, schenk uns 2 gute Spieler zu Weihnachten“. Darauf kann Fleßner nur lachend antworten, der Schreiber solle dem Verein doch bitte seine Rente überschreiben.

Jedoch sagt er auch: „Wir befinden uns in einer außergewöhnlichen Situation und außergewöhnliche Situationen erfordern manchmal außergewöhnliche Maßnahmen. Vielleicht will sich ja ein Spieler, der uns wirklich helfen kann uns anschließen, der kein Geld verlangt, sondern sich lediglich profilieren will.“

Finanziell will Fleßner kein Risiko eingehen. Er steht hinter der Mannschaft und das sollten auch die Fans tun. Denn ohne diese im Rücken kommt das Selbstvertrauen erst recht nicht zurück. In den letzten Jahren wurde Basketball-Landsberg sehr vom Erfolg verwöhnt. Diese Zeiten sind zumindest vorzeitig vorbei. Nun gilt es sich mit der Unterstützung der Zuschauer Schritt für Schritt aus der Krise zu befreien. Der sechste Mann der Heimerer Schulen Basket Landsberg ist jetzt gefragt!

Nächste Möglichkeit: Samstag, 3. November. Dann empfängt HSB um 19:30 Uhr im Landsberger Sportzentrum die Dresden Titans. Dann wird vielleicht auch Eugene Hostetler mit von der Partie sein. Der letztjährige HSB-Spieler ist nun Topscorer in der 2. Herrenmannschaft und darf fünf Mal oben aushelfen. Vor allem da sich Kapitän Johannes Hountondji in Zwickau verletzte und deshalb ausfällt, könnte das eine sinnvolle Maßnahme sein.

Mannschaft und Vereinsführung hofft auf jeden Fall trotz der momentanen Durststrecke auf die Unterstützung der Landsberger Fangemeinde! Dann ist ein Sieg bei einer weiteren Leistungssteigerung und einem erneut starken Przemyslaw Migala nicht unmöglich.

Bürgerreporter:in:

Lorenz Meyer aus Bamberg

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