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Was sind uns unsere Werte noch wert: und die, welche dafür eintreten?

Veranstaltungsplakat (Foto: © Bild: www.thomasmentzel.blogspot.com CC)
Landau in der Pfalz: Haus am Westbahnhof | Der Feder die Freiheit war ein Benefizabend für writers in prison überschrieben, den der Literarische Verein der Pfalz und Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Rheinland-Pfalz am 19. März 2017, 19.00 im Landauer Haus am Westbahnhof veranstalteten.

Als in Deutschland von unterdrückter Pressefreiheit massivst Betroffenem eine große Hoffnung, auf zum Engagement bereite Interessierte zu treffen, jedoch eine herbe Enttäuschung, was die nahezu gänzlich fehlende Besucherfrequenz anbelangte.

Die Schirmherrschaft hatte Alexander Schweitzer, MdL und SPD-Fraktionschef im Landtag von Rheinland – Pfalz übernommen.
Am 17. Mai noch in seiner Reihe “Alexander Schweitzer trifft“ mit Stefan Aust, mittlerweile 70jährig, als “alter Hase“ des Journalismus eine hoch interessante Persönlichkeit, zu Gast, zeigte er klar die Prioritäten und ließ es bei einem Grußwort bewenden, glänzte durch Abwesenheit.
Ganz wie alle übrigen Mandatsträger über alle Parteigrenzen hinweg sofort bereit sind, bsw. eine Mahnwache für Deniz Yücel zu organisieren und auf die Missstände in der Türkei und anderswo hinzuweisen, jedoch absolut sprach- und tatenlos werden, wenn es um die im eigenen Land, also vor der eigenen Haustüre geht.

Die rührigen Organisatoren um Birgit Heid, Peter Reuter und Thomas Mentzel hatten es selbstverständlich auch nicht versäumt, die Medien darauf hinzuweisen, dass sich Schreiberinnen und Schreiber, bildende Künstlerinnen und Künstler, natürlich auch Musikerinnen und Musiker einfinden, um klar und unmissverständlich für die Freiheit des Wortes Stellung zu beziehen. Der Eintritt dazu war frei und für Speisen und Trank selbstredend gesorgt. Im Sinne der guten Sache waren Spenden in die Hüte oder Ersteigern von seitens der Protagonisten zur Verfügung gestellten Werken erbeten.
Nutznießer konkret eine Aktion des Deutschen Pen-Zentrums und aller mit dem Deutschen Pen-Zentrum verbundenen Zusammenbünde. In seiner Case-List verweist der Deutsche Pen immer wieder dezidiert und aktualisiert auf die inhaftierten Schreiberinnen und Schreiber.

Den Veranstaltern und Teilnehmern war und ist es wichtig, auf diese Freundinnen und Freunde hinzuweisen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Hilfe zu leisten. Mit diesem Abend sollte an zwei Dinge erinnert, bzw. diese betont, respektive sie beworben werden:

1. die Solidarität der Akteure mit den gefährdeten und inhaftierten Schreiberinnen und Schreibern ausdrücken. Basis hierfür ist die Zusammenarbeit mit dem Pen-Club, bzw, seiner Tochter writers in prison. Rund um das, was man den/unseren Erdball nennt, stehen Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Bloggerinnen und Blogger, Journalistinnen und Journalisten im Fokus der vermeintlich Mächtigen, welche Angst vor dem geschriebenen Wort haben.

2. dieser Abend soll deutlich machen, dass wir mit aller Kraft gegen die wieder erwachten braunen Gruppierungen und Parteien ankämpfen. Noch werden wir ihnen die Möglichkeit geben, Grundrechte aufzuhebeln, noch wollen wir sie in irgendeiner Form an der Macht sehen. Auch sie zeigen durch den Umgang mit der Presse, was sie von freier Berichterstattung halten.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verzichteten auf jede Form von Honorar und/oder Kostenerstattung. Der gesamte Reinerlös der Veranstaltung floss also an writers in prison.

Dieser Bitte um Mithilfe redaktionelle Berücksichtigung für ein volles Haus und volle Hüte standen die Medien entgegen der ihr ureigendsten Thematik im Vorfeld ebenso schweigend gegenüber als mit Präsenz zur Berichterstattung.

Nahezu zwangsläufige Negativfolge, dass sich so keine wirkliche Handvoll Besucher einfanden, wenn man jene nicht mitzählt, welche mit den Akteuren verbunden sind.

Als solche dass standen für die Worte ein: Birgit Heid, Barbara Naziri, Wolfgang Allinger, Michael Bauer, Jürgen Brandner, Rüdiger Heins, Christopher Jacobsen, Thomas Mentzel, Stefan Müller, Peter Reuter und Imre Török.

Die bildende Kunst repräsentierten: Bettina, Heiderose Reuter, Ingrid Röhrl, Jürgen Fiege, Günter Fischer, Thomas Mentzel und Frigga.

Als Musik waren von der Partie: Martina Gemmar, sowie Michael Heid und Benno Burkard.

Stellvertretend für alle mit viel und echtem Herzblut engagierten Akteure sei die Eigenfassung des bekannten Klassikers “Die Gedanken sind frei“ von Martina Gemmar angeführt, welche sehr nachdrücklich vor Augen führte um wie viel mehr sogar es geht und mit welcher Bedrohung wir gerade derzeit weltweit konfrontiert sind.

Wie furchtbar einfach es ist. Lücken-/Lügenpresse zu skandieren, während echte Fragen nach dem Schicksal ebenso wie Überlegungen zu seiner Unterstützung unterbleiben, kennt er nur zu gut: ein 4-köpfiger Rechercheverbund körperlich und wirtschaftlich geschädigt, in seiner Existenz vernichtet. Das NDR-Medienmagazin ZAPP berichtete ebenso als JournalistenBlatt und BILD, wie auch Lutz Tillmans, Geschäftsführer des Deutschen Presserates, eindeutig Stellung bezog. 39 Strafverfahren gegen JournalistInnen im Rahmen ihrer Tätigkeit sind alleine in Sachsen bekannt: das bundesweit Aufsehen erregende Verfahren gegen die Leipziger Journalisten Datt und Ginzel war im Zusammenhang mit dem Sachsensumpf also nur die Spitze des Eisberges. ..."?
Ja: wegsperren, wie durch Recep Tayyip Erdoğan, den zwölften Präsidenten der türkischen Republik kennen wir in Deutschland nicht, machen es eben immer besser und subtiler. Wo also ist die Rolle von Stanislaw Tillich, dem sächsischen Ministerpräsidenten und “Hüter des Sachsensumpfes“ moralisch weniger verwerflich?
Wir kennen es von der Kirche: hier schimpft der Pfarrer stets die Falschen: die anwesenden Gottesdienstbesucher, statt die Abwesenden!

So ist Veranstaltern und Akteuren nur ein ausgesprochen großes Lob zu zollen, dass sie trotz dieser kalten Dusche des Desinteresses einen durchwegs starken Abend professionell auf die Bühne gebracht haben.

Die dem einfachen Facebook-Like frönenden Sofademokraten jedoch von ihrer Bequemlichkeit weg und zum Hinsehen, sowie aktiven Eintreten zu bewegen, ist und bleibt die große Aufgabe.
Wir haben einmal bereits versagt und deshalb eine besonders große Verantwortung, dass es nie wieder geschieht und wir uns alle mit allen Kräften einsetzen für die Freiheit der Feder und alle Spielarten der Freiheit weltweit und überhaupt!

Erich Neumann, freier investigativer Journalist
über DFJ Deutsche-Foto-Journalisten e. V. www.dfj-ev.de
Medienunternehmer im Gesundheitsbereich
Postfach 11 11, 67501 Worms
GSM +49 160 962 86 676
e-Mail e.neumann@cmp-medien.de
www.cmp-medien.de

© Bild: www.thomasmentzel.blogspot.com CC – Veranstaltungsplakat
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