Anna Naumann gestorben

Anna Naumann +
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Im Alter von 83 Jahren ist am 31. März 2012 Frau Anna Naumann aus Sarnau verstorben. Sie war „die wandelnde Geschichte Sarnaus“. Sie kannte sich aus von der Frühgeschichte bis in die heutige Zeit.
Dazu gehört auch die Geschichte der Sarnauer Kirchen, für die sie sich immer besonders interessierte. Dies zeigt auch ein Gedicht, das sie über die Sarnauer Kirchen geschrieben hat.

Weiter gehört dazu, dass sie - als Gartenfreundin und Blumenliebhaberin - seit ihrer Konfirmandenzeit für den Blumenschmuck in der Sarnauer Kirche gesorgt hat; es war ihr so wichtig, dass sie das über 60 Jahre - und damit sowohl in der alten, wie auch der neuen Kirche - gemacht hat.

In 1987 hat sie die historischen Daten Sarnaus für die Geschichtsplatte in der Lahnfelshalle zusammengestellt.

Aber nicht nur für die Ortsgeschichte an sich, sondern - in noch viel stärkerem Maße - hat sie sich für die Erforschung der Familien- und Dorfnamen und auch mit der Aufstellung von Stammbäumen beschäftigt.
Dies war ihre Freizeitbeschäftigung, dies war ihr Leben neben dem, das sie als Mutter und Hausfrau führte.
Sie war immer wieder im Staatsarchiv. Über Jahrzehnte hin. Unzählige Male. Und das nicht nur für die persönlichen Namensforschungen, auch für Menschen, die sich mit ihrem Stammbaum beschäftigten und sie um Hilfe baten. Und Anna Naumann hat es gerne gemacht und die Forschungen auch ihren Unterlagen zugefügt und so hatte sie nicht nur die Sarnauer Familien und Häuser alle „erfasst“, auch Goßfelden war vollständig bei ihr verzeichnet und auch weitere Nachbarorte waren zu einem großen Teil in Ihren Unterlagen enthalten.
Dieses Wissen war es dann auch, das die Herausgeber des damaligen kirchlichen Gemeindebriefes DIE BRÜCKE in 1991 veranlasste, zu Anna Naumann zu gehen und sie zu bitten, eine Serie über die Sarnauer Dorfnamen für den Gemeindebrief zu schreiben.
Sie hat es erst nicht glauben wollen. Sie war ja eine so bescheidene Frau. Von ihr sollte etwas gedruckt und veröffentlicht werden?!
Sie hat darüber erst nachdenken müssen, aber dann doch JA gesagt. Und so wurde in der BRÜCKE-Ausgabe Juni 1991 zunächst ein Interview mit ihr gebracht und dann kamen monatliche Fortsetzungsfolgen bis zum November 1999.
Über 8 Jahre lang, Monat für Monat hat Frau Naumann über die alten Sarnauer Hausnummern, Familien- und Dorfnamen, auch über Geschichte und das Brauchtum in der BRÜCKE geschrieben.
In diese Zeit fiel auch das Grenzgangfest 1995 in Goßfelden. Und dazu sollte eine Festschrift über die Goßfelder Dorfnamen herausgegeben werden. Frau Naumann wurde auch hier gefragt, ob es ihr möglich wäre, auch die Goßfelder Dorfnamen aufzuarbeiten, die dann als Festschrift zum Grenzgangfest veröffentlicht werden. Und sie hat es getan. Die monatliche Serie über die Sarnauer Dorfnamen in der BRÜCKE lief und jetzt kam noch dazu, dass die Goßfelder Dorfnamen innerhalb von nicht einmal 2 Jahren für die Festschrift aufgearbeitet werden mussten!! Mit dem Festschriftausschuss gemeinsam hat sie es gemeistert. Die Festschrift zum Grenzgangfest 1995 wurde ein Erfolg!

Wegen ihrer Verdienste um die Heimatgeschichte und das Brauchtum wurde Frau Anna Naumann am 30. September 1998 der Otto Ubbelohde-Preis des Landkreises Marburg-Biedenkopf verliehen. Damit wurden Ihre Verdienste um die Aufarbeitung der Dorfnamen Sarnaus und Goßfeldens auch über unsere Ortsgrenzen hinaus in einem entsprechenden Rahmen gewürdigt.

Nachdem die Artikelserie über die Sarnauer Dorfnamen in der BRÜCKE in 1999 beendet war, wurde Anna Naumann gefragt, wie sie zu der Herausgabe eines Buches über die Dorfnamen Sarnaus stünde. Alle Artikel der Serie in der BRÜCKE sollten darin enthalten sein.
Ja, damit habe sie schon gerechnet, hat sie gesagt, aber zuvor müssten die Artikel alle nochmal durchgesehen und ggf. ergänzt werden.

Und so wurde es dann auch gemacht. Ende August 2000 kam dann das Buch SARNAU, ALTE HAUSNUMMERN, FAMILIEN- UND DORFNAMEN heraus. Die Familie Pinschmidt hatte dankenswerterweise ein Bild des Künstlers Ludwig Scharf mit der alten Sarnauer Schule und Kirche für die Titelseite zur Verfügung gestellt und so war es denn äußerlich wie innerlich ein ansprechendes und gelungenes Werk, das fast alle Sarnauer Familien erworben haben.

Frau Anna Naumann hat Sarnau und Goßfelden mit ihrem Leben und ihrer Arbeit reich beschenkt.

Bürgerreporter:in:

Karl Heinz Görmar aus Lahntal

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