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TSV Ingeln-Oesselse, Wanderabteilung, Wanderung auf dem Hexenstieg

Titan RT - Hängebrücke
 
Die Wanderer auf der Jungfernbrücke

Mit dem Bus in den Harz zur Rappbodetalsperre, Titan-RT Brücke und ins Bodetal.

Am 23.07.2017 starteten die Wanderer des TSV Ingeln-Oesselse zu einem ganz besonderen Wandertag in den Harz. Sehr interessante Wanderungen wurden angeboten. Es brauchten keine Wanderbrote geschmiert zu werden und die Autofahrer sollten auch einmal frei haben. Darum holte der Bus alle Teilnehmer direkt in Ingeln-Oesselse ab. Als dann der Wanderwart bei der Begrüßung der Teilnehmer schönes, trockenes Wetter versprach, war es nicht verwunderlich, dass man schon morgens um 7.00 Uhr nur in fröhliche, erwartungsvolle Gesichter blickte.
Das erste große Highlight war die TITAN-RT Brücke an der Rappbodetalsperre. Die Wanderung über die Brücke und der herrliche Ausblick auf die Bode, die Staumauer und die umliegende Landschaft war für die Teilnehmer ein besonderes Erlebnis. Dann ging es weiter zum kleinen, verträumten an der Bode und dem Hexenstieg gelegenen Luftkurort Altenbrak. Schon Theodor Fontaine war vom Flair des Ortes und des Bodetals fasziniert und hat seine Eindrücke in seinem Roman "Cecilie" festgehalten. Auf dem Platz an der Bode wurde schnell ein rustikales Frühstücksbüfett mit kalten Getränken aufgebaut und nach dem Frühstück kam zur Überraschung die Hexe. Sie begrüßte die Wanderer mit einem Hexengesöff im Bodetal, das aufgrund der Vielzahl an Sagen und Mythen auch als Sagenharz bezeichnet wird.
Gut gestärkt und frohgelaunt begann dann ab hier für die Gruppe mit der längeren Strecke die Wanderung auf dem Hexenstieg durch das Bodetal nach Königsruhe. Der Bus fuhr weiter nach Treseburg. Der kleine beschauliche Ort mit seinen ca. 95 Einwohnern liegt umgeben von unberührter Natur und hohen Bergen idyllisch in einem Talkessel der Bode. Treseburg wird auch als Eingangspforte zum "Grand Canyon des Harzes", dem tiefsten Felsental nördlich der Alpen bezeichnet. Ab hier begann die zweite Gruppe mit der kürzeren Strecke die Wanderung auf dem gleichen Weg nach Königsruhe. Die verbliebenen Teilnehmer, die Spaziergänger, besichtigten den Ort und fuhren danach mit dem Bus weiter nach Thale. Leider war die Zufahrt zum Hexentanzplatz für den Bus kurzfristig gesperrt. So lernte die Gruppe Thale ein wenig kennen, rastete im Kurpark oder wanderte schon mal gemütlich zur Königsruhe.
Die Wanderer wurden entlang des Naturlehrpfades mit ovalen Holzmarken auf geologische, botanische oder historische Zusammenhänge und besondere Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht. Nach der Überquerung des Kästenbachs wurde bald die Schieferhalde mit Heidebewuchs erreicht. Das Bodetal wurde eng und felsig, der Wanderweg stieg stetig an und wurde sehr anspruchsvoll. Nachdem der Felsrücken "Langer Hals" erstiegen war, ging es etliche Stufen und vier Serpentinen hinab und man konnte in den Bodekessel schauen. Früher war das Bodetal hier unzugänglich. Erst durch Sprengung des 2,40 m hohen Felsens im Flussbett im Jahr 1784 konnte Holz durch Flößen besser ins Tal hinuntergebracht werden. In den Wänden des Kessels konnte man Strudeltöpfe und Kolke deutlich erkennen. Als nächstes wurde die im Jahr 1863 erstmals erbaute Teufelsbrücke erreicht. Auf ihr wurde die Bode überquert und es ging am linken Ufer der Bode weiter bis zum Hirschgrund. Auf der Terrasse der Gaststätte Königsruhe, die direkt an der Bode und an der Jungfernbrücke liegt, trafen sich beide Wandergruppen und die Spaziergänger zur Einkehr. Danach wanderten alle das letzte Stück der Wanderung gemeinsam auf dem Goetheweg. Es ging vorbei am ehemaligen Siebenbrüderfelsen mit seinen sieben Felsspitzen, der den neuen Namen Goethefelsen anlässlich Goethes 200. Geburtstags im Jahr 1949 erhielt, und am Goethestein, an dem Goethe bei seinen drei Besuchen in Thale gerastet haben soll. Dann wurde die Kernstadt der Hexen und Teufel, Zwerge und Riesen, Götter und Fabelwesen erreicht. Die Mythenstadt mit dem Hexentanzplatz und der Rosstrappe hat eine interessante Vergangenheit die bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht. Damals wurde mit der Gründung des als Kloster Wendhusen bekannten Kanonissenstifts der Grundstein für die nachfolgende Besiedlung gelegt. Seit 1445 lässt sich in Thale eine Eisenhütte nachweisen. Thale ist auch bekannt für die Herstellung der ersten schmiedeeisernen Wagenachse in Deutschland, für die Emaille Produktion und für die Entwicklung und Produktion von Stahlhelmen. Heute lebt Thale hauptsächlich vom Tourismus.
Die Wanderung durch das wildromantische Naturparadies Bodetal war für alle Teilnehmer ein außergewöhnliches Erlebnis, für manche Teilnehmer die Neuauflage einer schon bekannten Wanderung, aber für einige Wanderer auch eine Herausforderung. Nach diesem sehr interessanten, erlebnisreichen, schönen Wandertag bei herrlichen Wanderwetter brachte der Bus alle Teilnehmer zurück nach Ingeln-Oesselse.
Ursula Denda
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