Kölner Impressionen - St. Engelbert in Köln-Riehl

12Bilder

Sonntag, der 16. Februar 2020. Ich begleite Manfred zur Messe in der katholischen Kirche St. Engelbert am Riehler Gürtel. Der Anblick des Kirchenbaus versetzt mich zunächst in Staunen - was für eine ungewöhnliche Architektur bietet sich in der Kirchengestalt von Parabeln dar. Zumindest habe ich ein derartiges architektonisches Werk bislang nirgendwo anders bemerkt. Der Kirchturm befindet sich freistehend neben der Kirche. Über eine breite Treppe kommen wir dem Kirchenportal näher.

Mit dem Eintritt in die Kirche gelangen wir in den runden Innenraum, über dem die Wandparabeln im Deckengewölbe sternartig zusammen finden. Der Raum vermittelt mir das Empfinden von einer besonderen sakralen Geborgenheit. Von links her fällt durch ein Fensterelement Licht und erhellt den Chorraum mit Altar und dem Christuskreuz an der Wand. Runde Buntglasfenster bringen Lichteffekte in den Innenraum.

Nach der Feier der Heiligen Messe schauen wir uns um und entdecken dabei weitere Besonderheiten dieser Kirche - die Marienfigur, der Taufbrunnen aus Veroneser Marmor, eine Tafel, auf der in Goldbuchstaben geschrieben steht:

""Auf der Kanzel dieser Kirche sagte Kardinal Josef Frings in seiner Sylvesterpredigt 1946: "Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann." Dadurch prägte der Kölner Volksmund das Wort fringsen.""

Wie Manfred mir erklärte, ist St. Engelbert eine von drei Kirchen in ganz Köln, die den Krieg unzerstört überstanden hat. So fand der als legendär bezeichnete Gottesdienst an Sylvester 1946 mit Kardinal Frings hier statt und ging mit dem Begriff  "fringsen" in die Nachkriegsgeschichte ein. 

St. Engelbert wurde 1930 bis 1932 nach einem Entwurf des berühmten Architekten Dominikus Böhm erbaut. Der Betonbau mit Backsteinverblendung gilt als einer der ersten des modernen Kirchenbaus in Köln und darüber hinaus als einer der Ursprungsbauten moderner Kirchenarchitektur. 
Dominikus Böhm erläuterte in einem Begleitschreiben zu den Wettbewerbsunterlagen seines "Sternkuppelprojekt mit freistehendem Turm" die
Bedeutung der parabelförmigen Gestaltung. Die Parabel symbolisiere „die Überwindung der Schwere“, sie versinnbildliche „das Loslösen von der Erde“. Daher zeige „der Raum als Ganzes die Auferstehung“. (Wikipedia)

Wegen seiner markanten Dachgestalt sagt der Volksmund in profanerer Ausdrucksweise "Zitronenpresse".
Seit 1983 steht der Bau unter Denkmalschutz.
Die erhöhte Altarinsel vor dem Chorraum wurde 2014 mit einem neuen Altar und Lesepult  ausgestattet. Die leicht gewölbten Bänke sind ein Zeichen dafür, dass die Gemeinde sich um den Altar versammelt.
Die Orgel kam 1954 aus der Hamburger Musikhalle. Sie ist eine Walcker-Orgel, erbaut im Jahr 1908. Mit ihrem Klang als deutsch-romantische Orgel gilt sie als einzigartig in Köln.

Auf meinen Bildern entdecke ich linksseitig an der hellen Wand den "Blauen Engel" - ein zart und licht erscheinendes Werk der Riehler Künstlerin Claudia R. Picht, 2010 geschaffen, das seit 2019 die Kirche bereichert. Dazu gibt es unter dem nachstehenden Link eine detaillierte Beschreibung und ein wunderschönes Gedicht.

https://www.sankt-engelbert-und-sankt-bonifatius.d...
https://de.m.wikipedia.org/wiki/St._Engelbert_(K%C3%B6ln)

Herzlich grüßt Kirsten Mauss
mit Fotos vom 16.02.2020

Bürgerreporter:in:

Kirsten Mauss aus Hamburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

64 folgen diesem Profil

8 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.