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Grünes Gedenken an Charlotte Garbe

 

Am 18.02.2013 ist Charlotte Garbe, Mitglied der ersten Grünen Landtagsfraktion und spätere Bundestagsabgeordnete verstorben. Wie die örtliche online-Zeitung „lauenfördeaktuell.de“ vermeldet, wird sie am Wochenende beigesetzt. Die Grünen widmen ihr einen Nachruf und eine Anzeige in der HAZ.

Den Grünen Isernhagen war sie nicht nur durch persönliche Kontakte verbunden, sondern sie hat uns durch ihre Kenntnisse aus dem Giftmüll-Untersuchungsausschuss des Landtages in einer

entscheidenden Phase in den 80er Jahren

geholfen:

Von ihrem damaligen Mitarbeiter Dr. Michael Braungart stammte der Tipp, das sich die Sondermüll-Firma Edelhoff in Isernhagen ansiedeln wollte. Eine öffentliche Anfrage des Grünen Ratsmitgliedes Heidrun Lemke brachte an den Tag, dass es nicht nur um erste Kontakte, sondern bereits um den Kauf eines konkreten Grundstückes in Isernhagen HB ging und auch andere Fraktionen davon wussten. Unsere Dokumentenrecherche belegt, wie schwer es den damaligen Gemeindevertretern fiel die Gefahren der problematischen Ansiedlung der Firma ernst zu nehmen (1).
InBlick Nr. 5 vom 10.03.1988 ist zu lesen, dass diese in einer öffentlichen Sitzung von Gemeindegremien ihr Konzept vorstellen durfte, ohne dass, wie von den Grünen gefordert, unabhängige Sachverständige und die inzwischen durch Versammlung, Unterschriftensammlung und Demonstration wachgewordene Bevölkerung gehört wurden. Die Grünen meinten „nur so können mögliche Gefahren erkannt und Ängste abgebaut werden.“ Daher versuchten sie „den Diskussionsbedarf aufzunehmen und die einseitige Information des Abends zu korrigieren“ und luden im Anschluss zu einer Veranstaltung mit Charlotte Garbe und einem Wissenschaftler, der mit der Giftmüllproblematik vertraut war ein. Ein Vertreter der Firma Edelhoff , der ebenfalls geladen war, drohte rechtliche Konsequenzen an, wenn ein WDR-Film, der die Praktiken der Firma offenbarte, öffentlich gezeigt werde.

Um die Ansiedlung der Firma zu verhindern brauchte es danach noch viele Einzelgespräche mit Ratsvertretern und des geballten Widerstandes der Bürgerinitiative, die sich inzwischen zu dem in Isernhagens Umweltpolitik etablierten Umweltschutzverein entwickelt hatte.

Ist das ganze nur eine Episode aus den wilden 80er, die durch weitere heiße Dioxin-Auseinandersetzungen gekennzeichnet war? Auch wenn es bei den derzeitigen Ausweisungen von Gewerbegebieten und den damit verbunden Ansiedlungen nicht um so konkrete Gefahren wie in dem damaligen Fall geht, fragt man sich doch, ob das sein muss:
Ein drittes Gewerbegebiet für Kirchhorst und Nachplanungen entsprechend der Wünsche der Firmen für das „Trennemoor“: Erst geht es um eine Bauhöhe von 15m gegenüber dem historischen Teil von Großhorst, dann werden verkehrsintensive Transportbetrieben zugelassen und schließlich genehmigt man nachträglich Baukörper von über 100m Länge.

(1) Schon im März 1983 berichtete Spiegel ein dem Bericht - "Ganz arglos" über die Geschäftspraktiken der Fa. Edelhoff. Gefährliche Giftstoffe wurden mit anderen Stoffen gemischt, um dann diese Gemische als weniger gefährlich, z.B. in Münchehagen abzukippen. Quelle:

SL
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