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Damals in Döhren: Orden und Küsschen für die Ortspolitiker

Narren ehren Politiker: Dr. Uwe Reinhard, SPD-Ratsherr aus Döhren, bekam die Auszeichnung.
Hannover: Freizeitheim Döhren | Der Brief, der im Postkasten lag, lässt keine Zweifel offen. Das Jahr 2017 geht unerbittlich seinem Ende zu. Gestern noch an einem Eis in der Sonne geschleckt, heißt es heute schon, den herbstlichen Winden und Regenschauern zu trotzen. Und mit den jetzt immer kürzer werdenden Tagen kündigt sich auch der Start in eine fünfte Jahreszeit an. Erraten: Der Briefkasten enthielt jetzt bereits die erste Einladung zu einer Punksitzung eines Karnevalsvereins.

Auch wenn es bis zum 11.11. noch rund einen Monat dauert, soll deshalb gleichwohl jetzt schon einmal auf die Karnevalssession 1987/88 zurückgeblickt werden. Ende Januar 1988 verkündete ein großes Plakat im Saal des Freizeitheims Döhren ein fröhliches „Hannover Helau“ und machte deutlich, dass nun auch im Süden Hannovers die närrische Zeit angebrochen war. Während die letzten Gäste an jenem Samstagabend vor rund 30 Jahren ihren Tischen zustrebten, herrschte draußen im Foyer noch quirliges Getümmel. Rund 50 aktive Jecken der Hannoverschen Funkengarde (HFG) prüften hier zum letzten Mal den korrekten Sitz von Uniform und Narrenkappe und pünktlich elf Minuten nach der vollen Stunde gab HFG-Präsident Sigi Spließ das Zeichen zum Einmarsch.

Über drei Stunden dauerte das 22 Punkte umfassende Non-Stopp-Programm. So strebten einige der rund 300 Gäste zwischendurch schon einmal vor die Saaltür, um sich an der Lüttje-Lagen-Theke im Foyer für die kommenden Schauteile zu stärken. Drinnen im Sall wirbelten unterdessen das Tanzmariechen Regina Hausmann (damals 19) und die Mädchen der Funkengarde über die Bühne. Dann hieß es unterhaken und schunkeln: Sängerin Brunhilde Butzkus und „Gaststar“ Siggi Grashoff von der Döhrener Karnevalsgesellschaft verbreiteten rheinischen Frohsinn. Grashoff hatte seinen Karnevalsschlager „Der Karneval, der geht nicht unter“ mitgebracht. Zum Höhepunkt des Abends drehte die Regie das Licht herunter. Dann zeigten die jungen Damen des Majoretten-Corps Leuchtstäbe schwenkend eine hinreißende Tanzshow.

Kein närrischer Abend ohne die obligatorischen Karnevalsorden. Die HFG zeichnete an jenem Abend Bezirksbürgermeister Oskar Schrader, Hannovers Ex-Bürgermeister Horst Fitjer und den Ratsherrn Dr. Uwe Reinhardt sowie Eberhard Schmidt von der Arbeitsgemeinschaft Döhrener Vereine mit den funkelnden Blech aus, Küsschen von den Mädchen der Tanzgarde inklusive.

Seit weit über 30 Jahren gehe ich mit der Kamera auf Pirsch und begleite das Geschehen im heutigen Stadtbezirk Döhren-Wülfel fotografisch. Einige der Aufnahmen von damals scanne ich jetzt nach und nach ein, um sie ins digitale Zeitalter herüber zu retten. Unter der Überschrift "Damals in Döhren" bzw. "Damals in ..." möchte ich den myheimat-Usern kleine Einblicke in mein Fotoarchiv geben. Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere noch an die damaligen Ereignisse oder erkennt sich auf einem der alten Fotos sogar wieder.
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