Pimp Your Town: Das Interview mit Bürgermeister Bernd Strauch

BM Bernd Strauch bei der Schülerratssitzung. Foto: Sophie
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Nach dem Planspiel "Pimp Your Town" haben wir auch Bürgermeister Bernd Strauch Fragen gestellt:

Die Anträge der Schüler, die in den Ausschuss-Sitzungen angenommen wurden, werden nun den „echten“ Ratsmitgliedern als Drucksache zur Verfügung gestellt. Was passiert mit diesen Vorschlägen?

Die Drucksachen werden mit Sicherheit in den jeweiligen für Jugend zuständigen AGs der unterschiedlichen Fraktionen oder Gruppen oder des Einzelvertreters besprochen. Anregungen und Ideen werden möglicherweise aufgenommen. Inwieweit sie eine spätere Umsetzung finden, hängt von vielen Faktoren ab, etwa vom Jahresetat, der mittelfristigen Finanzplanung und den Haushaltsabsprachen mit dem Koalitionspartner. Die Schülerinnen und Schüler konnten und brauchten diese Dinge bei ihren Ratsberatungen ja nicht berücksichtigen.

Beschlossen wurden unter anderem ein Antrag zu einer besseren Ausstattung der Schultoiletten, zum Bau einer Skaterbahn hinter der Ernst-August-Galerie und zur Teilüberdachung von Spielplätzen und einige mehr. Welche Anregungen haben die besten Chancen, verwirklicht zu werden und welche nicht?

Die größten Chancen zur Verwirklichung haben Ideen, mit denen sich etwa der Bezirksrat oder die Ratsgremien bereits befasst haben. Aber auch Projekte, die schlüssig sind, die eine Mehrheit erreichen, aber auch finanziell noch machbar erscheinen, haben gute Chancen.

Die Stadt Hannover bietet Planspiele wie „Pimp Your Town“ an, damit Schüler sich wieder mehr für Politik interessieren. Woher kommt dieses Desinteresse?

Bei unterschiedlichen Befragungen Jugendlicher zu diesem Thema sagten die jungen Leute, dass in der Politik zwar viel geredet werde, aber gemachte Versprechungen nicht gehalten würden. Gegenwärtig "ist es nicht Kult", sich mit Politik zu beschäftigen. Man könne doch nichts erreichen. Es gebe Wichtigeres als Politik.

Welche weiteren Möglichkeiten außerhalb solcher Planspiele gibt es, um Schüler wieder mehr für Kommunalpolitik zu begeistern?

Ob man nun gleich eine Begeisterung auslösen kann, bezweifele ich. Meine persönlichen Erfahrungen sind: Die Schüler und Schülerinnen in den Schulklassen besuchen, ihnen Rede und Antwort stehen und absolut authentisch sein.
Viellicht kann man über Spots und Internetforen Kommunikationsplattformen schaffen. Die Schülerinnen und Schüler müssten durch ihre Ideen (die eventuell in einem Wettbewerb gesammelt werden) Maßnahmen und Möglichkeiten erkennen und nennen. Vielleicht könnte es zudem immer im Wechsel (pro Schuljahr) eine Partnerschule des Rathauses geben.

Was können Jugendliche über den Schulunterricht hinaus beim Projekt „Pimp your Town“ über Kommunalpolitik lernen?

Ich denke, dass Vieles, was sich schnell als Idee ausspricht, einen sehr langen Weg bis zur Umsetzung geht und dass die Ratsfrauen und Männer auch nur Menschen mit Stärken, aber auch mit vielen Schwächen sind.

Was hat Ihnen persönlich der Tag mit den Schülern gebracht?

Ich muss meine Vorurteile bezüglich des Umgangs mit dem Realitätssinn der jungen Leute korrigieren. Der Tag hat mir gezeigt, dass sie engagiert und überzeugend argumentieren können. Besonders beeinruckt hat mich ihre Disziplin und ihr Durchhaltevermögen während der Ratsversammlung.

Bürgerreporter:in:

Susanne W. aus Hannover-Mitte

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