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Ein Mega-Chor, die Profis und die Botschaft von Martin Luther King

We shall overcome (Foto: Stiftung Creative Kirche)
 
Der Chor ist bereit im dunkeln, die Bühne wartet...
Hannover: Swiss-Life-Hall |

Ein Traum verändert die Welt

Wer kennt die Worte nicht: “I have a dream….“, ich habe einen Traum. Gesprochen 1963 von Martin Luther King, einem Baptistenpastor, der mit seinem gewaltlosen Einsatz für Gleichberechtigung und Menschenrechte die Welt verändert hat. Leider gewinnt die Botschaft von friedlichem Miteinander und der Einheit der Menschheit heute wieder mehr an Wichtigkeit und sollte uns Vorbild sein für Widerstand ohne Gewalt und dem Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit.
Das Chorprojekt „Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“ ist das neue Musical der Stiftung Creative Kirche, die in den vergangenen Jahren mit „Luther“ und „Die 10 Gebote“ schon Meilensteine in der Musicalszene gesetzt hat. Und auch dieses Mal gelingt dem Autorenteam aus Andreas Malessa (Librettist), Hanjo Gäbler (Komponist) und Christoph Terbuyken (Komponist) wieder etwas wirklich Geniales auf die Bühnen zu bringen. Nicht nur professionelle Musicaldarsteller sind die Stars, sondern auch 1164 Sängerinnen und Sänger im Alter von zarten 6 bis 86 Jahren brachten die Halle in Hannover zum Beben.
Zwei Aufführungen gab es am 15. Februar in der Swiss Life Hall in Hannover, an denen 34 regionale Chöre und 233 Einzelteilnehmer beteiligt waren. Monatelang wurden die Lieder in den heimischen Chorstunden geprobt, dann gab es endlich die große gemeinsame Probe mit zwei Dirigenten und den Musikern. Aus Liedern wurde die Geschichte um das Leben und Wirken Martin Luther King, seiner Familie, seiner Mitstreiterin Rosa Parks und seinem Gegner Malcolm X. Das Publikum erlebt eine Musikmischung aus Gospel, Rock´n´Roll, Motown und Pop, viele bekannte Lieder sind dabei.
Das Bühnenbild besteht aus faszinierend wenig. Klötze, die zu Wänden werden, Einzelteile und Stühle reichen aus. Das wohl größte Teil ist der Erdenball, der das Publikum aktiv werden lässt und durch die Reihen der Zuschauer tanzt.
Neben dem Mega-Chor und den Musikern sind es acht professionelle Musicals-Darsteller, die teilweise schon zur Stammbesetzung gehören. Gino Emnes (Martin Luther King), Dominik Doll (Malcolm X), Benjamin Eberling (Bull Connor), Stefan Stara (Biederbürger und weitere Rollen), Peti van der Velde (Coretta Scott King), Bonita Niessen (Rosa Parks), Karolin Konert („Heilige Geistin“) und Kathleen Bauer (Lehrerin und weitere Rollen) sind schon auf vielen Bühnen der Welt gewesen und schaffen es, die damalige Zeit wieder lebendig werden zu lassen. Natürlich ist es nicht möglich, in 2,5 Stunden Musical ein jahrelanges Leben und Wirken komplett aufzuarbeiten. Aber wichtige Eckdaten wie Rosas Sitzenbleiben, der Busstreik, die Friedensnobelpreis Verleihung, die legendäre Rede am 28.8.1963 sind Thema; ebenso aber auch Familie, Zweifel und Verzweiflung, Depressionen und Kings Gegenspieler. Was bleibt und ist geblieben nach über 50 Jahren nach Kings Ermordung?
Wer die damalige Zeit nicht selber miterlebt hat oder sich schon mit dem Leben Martin Luther King auseinander gesetzt hat, tut gut daran, sich vor dem Musical die Synopsis im Programmheft durchzulesen. Nicht jede Szene ist sonst leicht verständlich. Da auch Humor nicht fehlen darf, gibt es auch Stellen, wo herzhaft gelacht werden kann. Die Einreise in die damalige DDR kann auch mit einem anderen Dokument als Ausweis gelingen und Schuhe und Kleider können sehr wichtig sein.
Ungewöhnlich und besonders erwähnenswert ist die Rolle von Karolin Konert als „Heilige Geistin“. Nichtgläubige könnten es auch als die Stimme des Gewissens bezeichnen. Unaufdringlich, aber immer präsent und teilweise im Hintergrund. Faszinierend in der Darstellung wie auch der Wahl des schlichten und passendem Kostüm.
Die in das Musical perfekt integrierte Sammlung für „Brot für die Welt“ ergab in der Mittagsvorstellung eine Summe von über 6000 Euro. Geld, das auch mit Sicherheit dort ankommt, wo es für sauberes Trinkwasser dringend benötigt wird.
Wer die Vorstellungen in Hannover nicht besuchen konnte, hat noch an neun weiteren Terminen Gelegenheit. Schon am kommenden Samstag ist die nächste Aufführung in Halle (Westf.). Ursprünglich sollte es in Minden stattfinden, wurde jedoch wegen Schließung der Kampa-Halle in die OWL-Arena in Halle (Westf.) verlegt.
Für Aufführungen in 2021 ist ein Mitsingen auch noch möglich.
Weitere Information und Zuschauertickets:
www.king-musical.de/tickets und Telefon 02302/28 222 22
Allgemeine Informationen unter: www.king-musical.de
Fotos teilweise mit freundlicher Genehmigung der Stiftung Creative Kirche.
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