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1915 kostete eine Eisenbahnfahrt zum Hauptbahnhof erster Klasse 25 Pfennig

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Steinerne Adler schmücken die Bahnsteige
Hannover: Südstadt |

Geschichtliches aus der Südstadt: In der Südstadt erschien zwischen 1981 bis 1984 der Maschseekurier, eine durch Anzeigen finanzierte Stadtteilzeitschrift. Damals schrieb ich für diese Zeitung Beiträge aus der Geschichte der Südstadt. Die Hefte sind lange vergriffen. Nun sollen an dieser Stelle in loser Folge einige der alten Stories vorgestellt werden. Denn Heimatgeschichte ist immer interessant und nie von gestern.

Als die „Königliche Eisenbahndirektion“ im Jahr 1909 beginnt, die Pläne für einen neuen Bahnhof in der Südstadt zu entwerfen, hatte die Eisenbahn in etwa die Bedeutung für die Hannoveraner, die heute die Stadtbahn besitzt. Die dampflokgezogenen Züge waren damals das Nahverkehrsmittel der Massen. Die Eisenbahn brachte die Menschen aus den umliegenden Landgemeinden in die hannoverschen Vororte oder in die Innenstadt. Dementsprechend wurden die sogenannten Vorortbahnhöfe für den Massenverkehr geplant.

Der neue Bahnhof Bismarckstraße war Ersatz für den früheren „Localbahnhof“ der Altenbekener Eisenbahn. Ab 1911 errichten Arbeiter das Empfangsgebäude auf einem T-förmigen Grundriß als zweigeschossigen Putzbau. 1914 wird der Bahnhof schließlich in Betrieb genommen. Die Statistik registrierte im selben Jahr bereits 39.500 verkaufte Fahrkarten, einschließlich der Zeitfahrkarten. 1920 waren es schon 61.000 Fahrkarten.

Ungefähr 5 Minuten dauerte die Fahrt von hier bis zum Hauptbahnhof. Für diese Strecke musste 1915 in der ersten Klasse immerhin 25 Pfennig und in der 2. Wagenklasse noch 15 Pfennig bezahlt werden. Der Fahrpreis für die 3. Klasse betrug 10 Pfennig und in der 4. Klasse sogar nur 5 Pfennig.

Damals waren die Gleise noch durch die Schalterhalle innerhalb des Bahnhofs zu erreichen. Dann gab die Bahn das Gebäude auf. Ein Restaurant zog ein. Zunächst war der Gleisaufgang dann links vom Bahnhof, die Gleisunterführung auf der rechten Seite durch einen Zaun gesperrt. Heute ist hier rechts der Aufgang zu den Bahnsteigen und man kann unter der Brücke endlich hindurchspazieren.
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3 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 26.12.2012 | 15:47  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 26.12.2012 | 15:49  
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Holger Finck aus Langenhagen | 27.12.2012 | 12:35  
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