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Seniorenbüro Kirchrode

  Bei den Stahlkochern in Salzgitter
Seniorenbüro Kirchrode besichtigt die Salzgitterwerke

Pünktlich um 7.45 Uhr waren alle angemeldeten Seniorinnen und Senioren an Bord, und der Bus konnte in Richtung Salzgitter starten, wo zunächst eine Besichtigung der Stahlwerke vorgesehen war. Am Tor 1 wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils von einem erfahrenen Hütteningenieur über das Werksgelände geführt wurden. Zunächst gab es einen Überblick über die Geschichte der Salzgitter-Werke, die 1937 von den Nationalsozialisten als sogen. „Herrmann-Göring-Werke“ für den Erzabbau und die Stahlproduktion gegründet wurden. Durch Eingemeindung von mehr als 30 Ortschaften wurde eine einheitliche Verwaltungsstruktur für dieses Gebiet geschaffen und daraus 1942 die Stadt Salzgitter gegründet. Der Erzbergbau ist inzwischen eingestellt, so dass für die Stahlproduktion ausschließlich Erze aus anderen Ländern verarbeitet werden.
Die erste Station der Werksführung war die Hochofenanlage, in der die Eisenerze geschmolzen werden und flüssiges Roheisen erzeugt wird. Eigentlich sollte man erwarten, dass es direkt vor einem Hochofen ziemlich heiß wäre, doch die Besucher mussten eine andere Erfahrung machen. Denn in den riesigen Hallen war es kalt und zugig, und alle hätten sich gern wärmere Kleidung gewünscht. Ein Hochofen ist ein etwa 30 m hoher Doppelkegel, der aus feuerfesten Schamottsteinen gemauert ist. Er wird schichtweise mit Eisenerz und Koks beschickt und von unten beheizt. Das im Hochofen entstandene Roheisen ist als Werkstoff kaum zu gebrauchen, weil es noch viele Verunreinigungen, besonders Kohlenstoff enthält. Darum wird das Roheisen zu Stahl weiterverarbeitet. Dieser Vorgang war die zweite Station der Besichtigung. Die Vorteile des Stahls liegen in der guten Verformbarkeit und der Hitzebeständigkeit. Um Stahl aus Roheisen zu gewinnen, müssen der Kohlenstoff und andere Beimengungen weitgehend aus der Schmelze entfernt werden. Das geschieht in den Konvertern, große Behälter, die ca. 300 t Roheisen fassen. Zu dem flüssigen Roheisen wird noch eine bestimmte Menge Eisenschrott gegeben, und über eine wassergekühlte Lanze wird reiner Sauerstoff durch die Schmelze geblasen. Durch diesen Prozess setzen sich Verunreinigungen als Schlacke an der Oberfläche ab, von wo sie entfernt werden können.
Im Walzwerk, der dritten Station des Rundgangs, wird der Stahl, der in großen Blöcken angeliefert wird, zu Blechen verschiedener Dicke ausgewalzt. Leider konnten wir diesen Vorgang nicht sehen, da die Walzenstraße wegen Montagearbeiten außer Betrieb war.
So interessant die Besichtigung dieser Schwerindustrie auch war, alle freuten sich auf das Mittagessen in der Gaststätte auf Schloss Salder. Zwei verschiedene Gerichte in Buffetform waren für uns bestellt, ein Getränk gab es kostenlos dazu, so dass sich alle für den zweiten Teil der Reise stärken konnten. Der Bus brachte uns nach kurzer Fahrt in den Stadtteil Salzgitter-Bad, wo uns am Schützenplatz der Heimatpfleger zu einem Rundgang durch die kleine Altstadt abholte. Die Solequellen waren schon im 14. Jahrhundert bekannt und wurden zur Salzgewinnung ausgenutzt. Durch das Salzvorkommen begann eine wechselvolle Geschichte, bis dann 1879 der eigentliche Kurbetrieb begann. Der Aufbau der Salzgitterwerke mit ihrer großangelegten Industrie beeinträchtigte den Badebetrieb so sehr, dass er im zweiten Weltkrieg eingestellt wurde. Gleich nach dem Krieg wurde ein Solebad eröffnet und 1970 ein modernes Thermalbad gebaut, das von der Solequelle im Rosengarten gespeist wird.
Vor der Rückfahrt blieb noch Zeit für einen Kaffee, den sich alle nach so viel Technik und Kultur redlich verdient hatten. In einer knappen Stunde brachte uns der Bus wieder wohlbehalten nach Kirchrode, und alle Teilnehmer dankten Margarete Frost und Joachim Preiser vom Kernteam des Seniorenbüros für die gute Organisation dieser interessanten Reise.

Karl Brügmann, Seniorenbüro Kirchrode
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hallo Wochenblatt | Erschienen am 08.12.2010
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