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TuS-Panther verteidigen Tabellenführung

Umsonst streckten sich die Hände gegen den wuchtigen Wurf von Alexander Leindl, der mit zehn Toren erfolgreichster Torschütze war
 
Denker und Lenker Falk Kolodziej umringt von Balinger Spielern
- Verdienter 37:31 (20:18) Erfolg im Spitzenspiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten II -

Nach der Spielanalyse der beiden Trainer, die, wie die rund 900 Zuschauer ein sehr schnelles und gutes Handballspiel zu sehen bekamen, wurde Trainer Martin Wild angesichts der Tabellenkonstellation und dem Hinweis, dass sein Team bei vier Mannschaften auswärts gewonnen hat, die unter den ersten sechs in der Tabelle zu finden sind, zu den weiteren Saisonplanungen befragt. Er sagte es nicht direkt, sondern umschrieb es mit „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ und drückte trotzdem deutlich aus, dass er und die Mannschaft die Meisterschaft ins Visier genommen haben und wenn es klappt, das Abenteuer 2. Bundesliga angehen möchten. Dafür gab es von den Rängen großen Applaus. Neben dem sportlichen Ziel, das ihm und der Mannschaft u.a. die Teams aus Pfullingen, Dansenberg und auch Balingen streitig machen möchten und es somit noch ein steiniger Weg wird, sind die größten Hürden in der Finanzierung der Liga zu sehen. Das auf die Reihe zu bekommen wird eine Herkulesaufgabe, die die Handballer nur in Verbindung mit den aktuellen und neuen Sponsoren stemmen können. Dass die Handballfreunde im Großraum München mehr an höherklassigen Handballsport sehen möchten, zeigen nicht nur die Zuschauerzahlen in der Wittelsbacher Halle, sondern auch die Besuche der A-Jugend des TSV Allach in der Jugendbundesliga, die mit ihren Leistungen auch zu begeistern weiß. Wenn es uns gelingt, die Talente in der Region zu bündeln, könnte das wieder dazu führen, dass nach Jahrzehnten vielleicht wieder Bundesligaluft „geschnuppert“ werden kann. Daran müssen jetzt alle arbeiten und die Panther haben mit dem Spiel gegen Balingen einen weiteren Beitrag dazu geleistet.
Dass Michael Luderschmid mal wieder ein Garant für einen weiteren Erfolg werden könnte, zeigte er gleich in der ersten Minute, als er den Wurf vom Balinger Kreisspieler hielt und so auch bei den TuS—Fans für die richtige Einstimmung sorgte. Dass beide Teams das Tempospiel lieben und auch beherrschen bekamen die Zuschauer nicht nur in den ersten Minuten zu sehen, sondern im gesamten Verlauf der ersten Halbzeit. Nach sechs Minuten stand es 5:5 und nach acht Minuten 7:5, was auch dem geschuldet war, dass Michael Luderschmid einen Siebenmeter abwehren konnte. Obwohl wir nach 15 Minuten mit dem 11:8 erstmals mit drei Toren in Führung lagen, ließ sich der HBW davon nicht beeindrucken und bewies seine individuell Klasse. So nutzte er kleine Fehler unsererseits und konnte mit dem 14:14 in der 20.Minute den Gleichstand herstellen. Eine doppelte Überzahlsituation nutzten wir zur 17:14 Führung und konnten mit dem 20:18 in die Halbzeitpause gehen.
Mit der Angriffsleistung seines Teams war Trainer Martin Wild sehr zufrieden, was mit kleinen Abstrichen auch auf die Abwehr zutraf. Da gab er nur die Devise aus kompakter zu stehen. Im Gegensatz zum Spielbeginn konnten die Fans zunächst weniger Tore bejubeln, was an zum einen an der „verbesserten“ Abwehrarbeit lag und zum anderen an den guten Torhüterleistungen. Von denen profitierte unser Team mehr, so dass wir über die Ballgewinne und das schnelle Spiel nach vorne zu „einfachen“ Toren kamen. Mit dem 25:20 in der 39. Minute konnte erstmals ein Fünftorevorsprung bejubelt werden, der bis zur 49. Minute und dem 30:25 auch gehalten werden konnte. Dass sich die Mannschaft um Spielgestalter Falk Kolodziej auf dem Vorsprung nicht ausruhen kann, bekam sie durch zwei schnelle Tore zum 30:27 zu spüren. Ein kleiner Knackpunkt zugunsten unseres Teams war die 56. Minute, als Michael Luderschmid beim Spielstand von 32:28 einen weiteren Siebenmeter halten konnte. Nicht nur, dass damit die Stimmung nochmals gesteigert wurde, war dies auch dem Kopftreffer durch den Siebenmeterschützen geschuldet. Der entschuldigte sich und Michael konnte nach einer kurzen Behandlung auch weiter das Tor hüten. Durch eine taktische Maßnahme in der Form durch die Manndeckung von Falk Kolodziej und Josy Stumpf versuchten die Gäste das Blatt nochmals zu wenden. Ein an diesem Tag schon in der ersten Halbzeit bestens aufspielender Alexander Leindl nutze die sich bietenden Räume und warf nicht nur das erste Tor des Spieles, sondern mit seinem zehnten Treffer auch das letzte zum 37:31 Endstand.
Danach durften und ließen sich die Spieler auch ausgiebig feiern und legten mit dem Erfolg den Grundstein für einen Wechsel als Tabellenführer ins Jahr 2020.
Zunächst wartet aber mit dem Tabellenletzten TSV Blaustein eine nicht leichte Aufgabe, da es ganz sicher eine mentale Einstellung wird, ob und wie man dort zum Erfolg kommt. Der TSV konnte zwar erst zwei Siege für sich verbuchen, hat aber schon viele Mannschaften aus der vorderen Tabellenhälfte ärgern können. Die können frei und unbeschwert aufspielen und nur für eine Überraschung sorgen.
Vielleicht hilft es, dass unser Team über 200 Fans begleiten, die das Auswärtsspiel zum einem Heimspiel machen können und es ganz sicher auch werden lassen. In der langen Handballgeschichte mit vielen um Auf- und Abstieg entscheidenden Auswärtsspielen haben noch nie so viele Fans ihr Team begleitet. Auch das ist ein kleiner Mosaikstein zu dem „Wenn nicht jetzt, wann dann?“.


Tor: Michael Luderschmid, Markus Winkler

Gianni Huber (2), Alexander Leindl (10), Falk Kolodziej (1), Christian Haller (1), Johannes Borschel (1), Korbinian Lex (3), Cedrik Riesner, Sebastian Meinzer (6), Felix Kerst (5/3), Johannes Stumpf (4), Julian Prause (1), Benedikt Hack (3), Johannes Luderschmid,
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