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Hochwasser in Sachsen-Anhalt: Deichbruch hat schwerwiegende Folgen

Die Flut von gebrochenen Deich in Fischbeck breitet sich bis ins Hinterland aus

Der Deichbruch in Fischbeck am Montag hat weitreichende Folgen: Das Hochwasser breitet sich weiter aus und neue Notvorkehrungen müssen getroffen werden. Helfer und Bundeswehr sind stark gefordert. Die Lage ist weiterhin sehr kritisch. Bundesumweltminister Peter Altmaier will neue Maßnahmen für die Zukunft einführen.

Die Wassermassen, die durch den gestrigen Deichbruch in Fischbeck im Landkreis Stendal, freigesetzt wurden, bahnen sich ihren Weg ins Hinterland. Die Flut hat bereits die Bundesstraße 107 zwischen Jerichow und Fischbeck überschwemmt und ist auf dem Vormarsch in Richtung Stadtgebiet Jerichow. Bis in den späten Abend war die Bundeswehr gestern Abend im Einsatz. Sie warfen Sandsäcke aus der Luft ab, um das Hochwasser einzudämmen. Zum Einsatz kommen hier sogenannte „Big Packs“, die 1,5 Tonnen schwer sind. Heute soll die Aktion weiter fortgesetzt werden. Auch will die Bundeswehr nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung Sachsen-Anhalt versuchen, die Bruchstelle zu schließen, berichtete morgenpost.de.

Altmaier fordert Bauverbote und denkt über Enteignung nach

Ein 3,5 Kilometer langer Notdeich wurde seit Montag Früh errichtet und gegen Abend fertig gestellt. Der Damm im Landkreis Havelland soll eine Weitere Maßnahme gegen das herannahende Wasser aus Fischbeck sein. Ansonsten bessert sich im Havelland die Lage ein wenig. Der Pegel der Havel ist seit gestern erheblich gesunken, 30 Centimeter innerhalb eines Tages. Heute Vormittag liegt der Pegelwert bei ca. 4,30 Metern. Auch auf die Politik nimmt die Hochwasserlage Einfluss: Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will in Zukunft besser gerüstet sein. Der Passauer neuen Presse sagte er, es müsse Bauverbote in überflutungsgefährdeten Gebieten geben. Auch eine gezielte Ausweisung von Vorflutflächen und Rückverlegungen von Deichen seien von Nöten, um den Flüssen mehr Raum zu geben. Sogar vor Enteignungen schreckt der Bundesumweltminister nicht mehr zurück. Aber er schränkte ein: „Sie müssen immer die Ultima Ratio bleiben“. Fehler aus der Vergangenheit müssten „schonungslos“ aufgearbeitet werden.
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