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Wenn Schlafmittel Müdigkeit verursachen: Gesunde Packungsbeilagen und gefährliche Pillen

Mothers’s little Helper: Für jedes Wehwehchen gibt es das passende Gegenmittel. Und die Hersteller liefern sich einen harten Konkurrenzkampf. Gelegentlich entscheidet das Aussehen der Pharmareferentin darüber, welches Medikament der Onkel Doktor verschreibt. (Foto: Pixabay)
Es gibt zwar (noch) keine Pillen zur Bekämpfung des inneren Schweinehundes, oder solche, die die hässliche Arbeitskollegin in eine Schönheit verwandeln. Aber ansonsten findet sich für wirklich alles ein passendes Mittelchen. 1391 Millionen Arzneipackungen sind allein 2014 über die Theken unserer Apotheken gewandert. Über 47 Milliarden Euro hat die deutsche Pharmaindustrie im vergangenen Jahr umgesetzt. Etwa zehn Prozent der verschriebenen Medikamente lwerden in die Tonne gekloppt oder landen im Klo. Somit wird das stille Örtchen zur größten Sondermülldeponie der Republik. Deshalb gilt beispielsweise auch der Rhein inzwischen als Gesund- und Jungbrunnen. Dank des hohen Antibiotika-Anteils im Wasser sind die Fische hier weitestgehend gegen Grippe und Erkältungen resistent. Sollte ein debil grinsender Zander also einmal in Höhe der Loreley wie Flipper auf der Schwanzflosse die kräuselnden Wellen entlangsurfen, besser nicht fangen und braten. Das ist keine Showeinlage für Touristen oder eine tierischem Übermut entsprungene Geste. Der Hechtbarsch hat ganz einfach zu viele Stimmungsaufheller intus.
Aber viel spannender und interessanter als der Inhalt sind die Beipackzettel der Arzneimittel. Die toppen jeden Thriller. Vor allem was die Risiken und Nebenwirkungen angeht. Da kann eine Salbe gegen Hämorrhoiden (theoretisch) Leberversagen, Halluzinationen oder Erektionsstörungen auslösen. Ist alles im Preis inbegriffen. Und von einem freiverkäuflichen entzündungshemmenden Schmerzstiller mit dem Wirkstoff Ibuprofen bekommt der Patient mitunter Gesichtsfelddefekte, eine flotte Harnweginfektion oder eine eloquente Nasenverstopfung gratis hinzu.
Solche kryptischen Leitfäden zu deuten und richtig zu interpretieren, ist oft eine Wissenschaft für sich. Da lob ich mir doch ein klares Wort zu gegebener Zeit. Auf dem Etikett einer Hustensaft für Kinder enthaltenden Flasche fand sich der Warnhinweis: "Nach Einnahme der Medizin nicht mehr Auto fahren!" Und auf einer Schlafmittelverpackung stand Schwarz auf Weiß: "Achtung! Kann Müdigkeit verursachen“! Schlaf soll ja sehr heilsam sein – auch ohne Rezept. Weitere Beispiele: http://www.rotorman.de/immer-wenn-er-pillen-nahm-a...
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