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Warum eigentlich nicht? Whisky-Tasting, keltische Lieder und eine Ode an das "Wasser des Lebens"

Kleine Whisky-Kunde in Theorie und Praxis. Karin Schmid (links) von der Dekanats-Erwachsenenbildung, hatte zum Testuing auch die passende Lektüre mitgebracht. Damit Pfarrer Michael Brück zu Hause nachschlagen kann, was der Unterscheid zwischen Single-Malt und Blended Grain ist. (Foto: Peter Reeh)
Was inhaltliche Arbeit und Außendarstellung angeht, sucht und findet die evangelische Kirchengemeinde Hirzenhain neue Wege. Jüngstes Beispiel: der keltische Tag. Ein Veranstaltungspaket, bei dem Elemente zusammengeführt wurden, die nach gängiger Auffassung nicht zusammen passen. Es aber, wie am Beispiel der schottischen Iona-Community ersichtlich, sehr wohl tun. Diese auf der gleichnamigen Hebriden-Insel beheimatete und weltweit agierende ökumenisch-christliche Gemeinschaft lieferte das Drehbuch für den außergewöhnlichen Dreiklang aus Musik, Gottesdienst und Whisky.
Iona, ein klitzekleines der Westküste Schottlands vorgelagertes Eiland, gilt als Wiege des keltischen Christentums. Von hier aus hatten Missionare ab Mitte des sechsten Jahrhunderts ihre Überzeugungen und Glaubensinhalte über ganz Europa verbreitet. Die Anhänger dieser Linie verstehen das Leben in Gänze als Gottesdienst. Ein solcher ist für sie insofern mehr als ein nur auf den Sonntag beschränktes Ritual.
Diese Sicht der Dinge impliziert ein hohes Maß an sozialem Engagement, Umwelt- und Schöpfungsverantwortung und manifestiert sich auch im aktiven Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Was seinen Niederschlag nicht nur in der täglichen praktischen Arbeit findet, sondern beispielsweise auch in der Liturgie zum Tragen kommt. Dort bestimmt der Inhalt die Form, nicht umgekehrt. Die Community hat übrigens Mitglieder auf der ganzen Welt.
Eine Ahnung von dem, was diese Leute umtreibt, vermittelte die in Zusammenarbeit mit Karin Schmid vom Referat für Erwachsenenbildung des Dekanats an der Dill organisierte Veranstaltung in Hirzenhain. 25 Männer und Frauen beteiligten sich an dem von Dekanatskantorin Andrea Zerbe geleiteten Gesangs-Workshop, bei dem es vor allem auch um das Kennenlernen und Einstudieren keltischer und schottischer Weisen ging, die dann in dem sich anschließenden Gottesdienst in der vollbesetzten Friedenskirche am Bahnhof vorgestellt wurden. Auch "Whisky in the Jar" ist ein solches schottisches Traditional, stand aber nicht auf der Set-Liste. Das darin besungene "Wasser des Lebens", wie das Destillat ins Deutsche übersetzt heißt, sollte im Anschluss daran aber noch eine zentrale Rolle spielen.
Apropos Getreidemalzmaischen-Trunk: Beim Whisky-Tasting bekamen die Gäste Nachhilfe in Theorie und Praxis. Ein informativer Streifzug durch die Welt des besonderen Genusses. Und Genuss gehört zum Leben dazu. Ungeachtet der Tatsache, dass Betonköpfe nicht müde werden, mit steilen Exegesen gegen ein anregendes Schlückchen wettern. Wie lautet gleich ein alter keltischer Segensspruch: Den ersten Schluck Wasser am Morgen trinke auf das Wohl Gottes. Den ersten Schluck Milch am Mittag trinke auf das Wohlbefinden Gottes, des Sohnes. Den ersten Schluck Whiskey am Abend trinke auf die Gesundheit des Heiligen Geistes und dein eigenes Wohlergehen!" Also, wo liegt das Problem?
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