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Die Autobiografie unseres Weihnachtsbratens: Ein Blick hinter die Kulissen der großen Tötungsfabriken

Ein saftiges Steak ist doch was Feines. Aber hinter jedem Bissen steht ein Schicksal. Die Menschen verdrängen, dass jährlich Millionen von Tieren für ihre Ernährungsvorlieben mit dem Leben bezahlen. Und dabei geht es meist nicht unbedingt appetitlich zu.
Reden wir mal über unseren Weihnachtsbraten. Ob der nun als knusprige Gans, oder halt in Gestalt eines saftigen zarten Steaks auf den Teller kommt: Hinter jedem Bissen steckt ein Schicksal. Die meisten Menschen verdrängen, dass für ihre Ernährung jährlich Millionen Tiere sterben müssen. Und das oft unter entsetzlichen Qualen. Die Briten und Franzosen haben deshalb ab 2018 eine durchgehende Videoüberwachung in ihren Schlachthöfen angeordnet, um die übelsten Exzesse und Übergriffe an der dem Tod geweihten „Ware“ dokumentieren und gegebenenfalls ahnden zu können. Bei uns hat sich Bundesagrarminister Schmidt bislang erfolgreich gegen eine solche Maßnahme gewehrt. Glyphosat-Chrissi weiß schließlich, wem er verpflichtet ist. Das sind nicht die Tiere. Und das sind auch nicht die Verbraucher.
In Köln hat es jetzt ein interessantes Experiment gegeben. Da konnten sich die Kunden an einem Marktstand ihre Weihnachtsgans selbst aussuchen. Die und ihre Artgenossen schnatterten nebenan fröhlich in einem Gehege. Der Metzger schlachtete das Federvieh dann unter den Augen der Käufer. Was für Reaktionen!
Dabei passiert solches, wenn auch in viel größeren Umfang, tagtäglich. Nur bekommt der Verbraucher das nicht in dieser unmittelbaren Direktheit mit – und will es auch gar nicht. Ein solcher Akt des Tötens, der zumeist noch viel bestialischer verläuft, geht grundsätzlich jedem Griff ins entsprechende Kühlregal des Supermarktes voraus. Was viele verdrängen. Womit sich gleichzeitig ein neuer (moralischer) Widerspruch offenbart. Der liegt darin, dass wir "Nutztiere" verspeisen, Haustiere wie Bellos und Katzen aber als treue Freunde betrachten und verhätscheln – meistens jedenfalls. Dieses paradoxe Verhalten kennt die Sozial-Psychologie unter der Bezeichnung "Karnismus". Es kommt nur das Tier auf den Teller, das wir abends nicht auf dem Sofa streicheln. Gut, in China essen sie auch Hunde…
Die wenigsten von uns dürften schon mal einen Schlachthof von innen gesehen haben. Was da abläuft, mehr dazu hier: http://www.rotorman.de/exzesse-in-der-schlachtfabr...…/
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 22.12.2017 | 05:02  
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