Die Welterkenntnis der Pflanzen – Was lernt man im „Darwin Jahr 2009“ ?

Naturstudien mit 6b 2003 in Benediktbeuern
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  • hochgeladen von Michael Gumtau

Ich entsinne mich als junger Student 1969 an Diskussionen mit dem Astronomen Peter Wellmann, einem “Universalgelehrten”, als ich dessen Logik Vorlesungen in München besuchte. Er behauptete, logisch nachweisen zu können, dass ein intelligentes Lebewesen mit unserer Logik, das nur über einen einzigen Sinn verfügt ( nicht so viele wie wir sie haben), zu der gleichen Welterkenntnis (über die reale Welt) kommen könne, wie wir Menschen. Das erschien mir damals sehr unwahrscheinlich, aber da ich neben Naturwissenschaften auch noch Sprachen und Philosophie studieren musste habe ich das nicht weiter verfolgt und mich ähnlich wie R. Bommeli (1890) mehr der Erklärung als der Forschung zugewandt. Lange Zeit hatte ich das vergessen und nun, 40 Jahre später, fällt es mir bei der Lektüre über die „Anfänge und die Entwicklung des Lebens“ wieder ein. Darwin hatte 1880 in seinem Buch über die Bewegungen der Pflanzen Forschungen beschrieben, die er in seinem Haus zusammen mit seinem Sohn durchführte. Er hatte schon erkannt, dass die Wachstumszellen der Pflanzen über vier Sensoren zur Erfassung ihrer Umwelt verfügten: Gravitation, Licht, Feuchtigkeit und Temperatur. Wenn man nun das hinzunimmt, was man inzwischen über Kommunikationsverarbeitung unter Zellen, über den Informationsaustausch zwischen Genen und ihrer Umwelt weiß, dann verschwinden langsam die alten Unterschiede zwischen pflanzlichem und tierischem Leben.
Das ist eine spannende Sache und da heute auch im Wohnzimmer viel von der aktuellen wissenschaftlichen Literatur vorhanden ist, habe ich mich etwas umgesehen und bin auf interessante Ansätze gestoßen, die vielleicht auch andere Menschen interessieren werden.

Die Vorstellung, dass Planzen mehr sind als Zimmerschmuck in der Zahnarztpraxis ist nicht neu:
"The idea that plants are more than hanging decor at the dentist's office is not new. Charles Darwin published The Power of Movement in Plants -- on phototropism and vine behavior -- in 1880, but the concept of plant intelligence has been slow to creep into the general consciousness. http://www.wired.com/science/discoveries/news/2007...

Der ganze “DARWIN” ist jetzt übrigens online (auch in Übersetzung) im Original zu lesen. So hat das Darwinjahr doch sein Gutes. http://darwin-online.org.uk/content/frameset?itemI...

Wie “intelligent” sind Pflanzen? Je tiefer man hinschaut, umso mehr erstaunliche Ansätze findet man – letztlich kommt man darauf, dass es auch für Tiere und Menschen nur sehr schwer zu definieren ist, was man darunter verstehen kann. Und dann werden auch Pflanzen scih intelligent verhalten. Ein Biologe aus Edinburg hat darüber nachdenkenswert geschrieben. http://aob.oxfordjournals.org/cgi/content/long/92/...
“Apart from the fact that the major form of expression of animal intelligence is movement rather than growth and development, as defined here for plants, I find there is little to distinguish between the two groups of organisms once adjustments are made for the time differences noted above.”
“I can only suggest that intelligent behaviour is indeed an emergent property that results from cellular interactions, just as it is in the brains of animals. Whatever the mechanism, the end result usually comes from the distinctive behaviour of meristems.
Was sind meristematische Zellen? „Meristematische Zellen bei Pflanzen entsprechen den Stammzellen bei tierischen Organismen insofern, als dass sie mit ihnen die Eigenschaft gemeinsam haben, undifferenziert zu sein und der Ursprung aller spezialisierten Zelltypen zu sein. Die strikte Unterscheidung zwischen embryonalen Stammzellen und ausdifferenzierten adulten Zellen, die sich bei tierischen Organismen aufgrund der einzigartigen Plastizität der Stammzellen treffen lässt, ist bei Pflanzen allerdings weniger ausgeprägt. Selbst ausdifferenzierte Zellen sind hier in der Lage, sich unter bestimmten Bedingungen zu dedifferenzieren und neue, ganz andere Organe zu bilden. Anschaulich macht dies beispielsweise die Wurzelbildung bei Stecklingen.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Meristem

Im März 2005 geht Patric Jonsson für den Christian Science Monitor auf die Zusammenhänge ein und weist auf die gegenwärtig im erdnahen Raum stattfindenden WEITERFÜHRENDEN Forschungen hin. http://www.csmonitor.com/2005/0303/p01s03-usgn.htm...
“But the late Nobel Prize-winning plant geneticist Barbara McClintock called plant cells "thoughtful." Darwin wrote about root-tip "brains." Not only can plants communicate with each other and with insects by coded gas exhalations, scientists say now, they can perform Euclidean geometry calculations through cellular computations and, like a peeved boss, remember the tiniest transgression for months.”

Elsasser WM. 1988. Reflections on a theory of organisms. Quebec: Orbis.

Bürgerreporter:in:

Michael Gumtau aus Eichenau

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