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Ambulanter Krankenpflegeverein Holzen und Umgebung e.V.: Seit 110 Jahren eine gute Idee

 
Die Vereinsvorsitzenden Regina Ehleiter (Ellgau) und Helmut Wech (Ehingen).
 „Drei Schlagworte zeichnen den Verein aus: Helfen, Zeit und Zuwendung schenken“. Mit diesen Worten beschrieb Weihbischof Florian Wörner den Ambulanten Krankenpflegeverein Holzen und Umgebung e.V. beim Dankgottesdienst zum 110 jährigen Jubiläum. Bis auf den letzten Platz war die Klosterkirche gefüllt. Was im September 1909 mit der Arbeit der ehrwürdigen Schwestern von der Krankenfürsorge des Dritten Ordens begann, ist bis heute eine Konstante - eine tragende Säule für alte und kranke Menschen, damit sie selbst bestimmend in den eigenen vier Wänden bleiben können. Lang war die Liste der Ehrengäste (siehe Infokasten), die Vorsitzender Helmut Wech in Holzen, dem Geburtsorts des Vereins, begrüßten konnte. Ein besonderer Gruß und Dank galt auch dem Helferkreis, den Ortskassierern und den über 200 Besuchern.
In seiner Predigt hatte der Weihbischof an biblische Orte geführt, an denen Jesus den Dienst am Nächsten aufzeigte und lehrte. Er spannte einen Bogen zum Ambulanten Krankenpflegeverein, „der seit 110 Jahren Zeugnis für gelebte Nächstenliebe ablegt.“ Viele Menschen durften in der Vergangenheit diesen wertvollen Dienst erfahren, so Florian Wörner, und er dankte allen Engagierten, „die mit jeder Hilfestellung an Kranken die Präsenz zu Gott zum Ausdruck bringen“. Beim Festakt mit Jahreshauptversammlung in der Klosterwirtschaft drückt Landrat Martin Sailer seine Anerkennung mit Worten von Adolf Kolping aus: „Die Gesellschaft lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht.“ Er hoffe auf Nachahmungsaktivitäten - im Sinne einer Gesellschaft, die immer älter wird. „Respekt fürs Durchhalten“ zollten die Landtagsabgeordneten dem Verein in ihren Ansprachen. „Wenn eine Idee 110 Jahre lebt, muss sie gut sein“, so Georg Winter.
Anfang des 20. Jahrhunderts war „Krankenversicherung” für die meisten Menschen hierzulande ein Fremdwort, blickte Vorsitzender Wech auf die Anfänge zurück, Handlungsbedarf sahen meist die Ortspfarrer und gründeten Vereine zur Versorgung der Kranken. Dieses Zeichen der Zeit erkannte auch Pfarrer Karl Mayer aus Allmannshofen und gründete zusammen mit den Initiatoren Dr. med. Josef Fuchsberger sowie Mitglieder der Grafschaft von Schloss Holzen den örtlichen Krankenpflegeverein als einen der ersten dieser Art in Bayern. „Eine wertvoll Hilfe von Menschen vor Ort für Menschen vor Ort“ beschrieb Allmannshofens Bürgermeister Manfred Brummer den Verein und er richtete im selben Atemzug einen Appell an die anwesenden Abgeordneten: „Passen Sie auf, dass die Pflege vor lauter Bürokratismus und Dokumentation nicht unter die Räder kommt.“
Auch die Musik gehörte zum Jubiläum. Der Gottesdienst wurde vom Kirchenchor Ellgau und der Sopranistin Adelinde Rössner, zugleich Schriftführerin des Vereins, musikalisch gestaltet. Beim Festakt sorgte der Gesang der Ehinger Harmonists für eine besondere Note.
Kassenwart Alois Hammerl präsentierte Zahlen: Durch die aktuelle Flyer-Aktion sind 63 neue Mitglieder hervorgegangen, der Mitgliederstand erhöhte sich somit auf über 700. Die Anwesenden wurden noch zur Abstimmung gebeten und sprachen sich für den Aufbau eines Fahrdienstes samt Autokauf aus – das neue zukunftsträchtige Projekt will damit die Mobilität alter und kranker Menschen vor Ort unterstützen.
Ehrengäste beim Jubiläum: Weihbischof Florian Wörner, der Ehrenvorsitzenden des Vereins Monsignore Karl Kraus, Bezirkstagpräsident und Landrat Martin Sailer, stellv. Landrat Heinz Liebert , die Landtagsabgeordneten Georg Winter, Johann Häusler und Fabian Mehring, die Bezirksräte Dr. Johann Popp und Annemarie Probst, der Geschäftsführers der Sozialstation Jürgen Werner sowie die Bürgermeister aus dem Vereinsgebiet.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.meitinger | Erschienen am 04.05.2019
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