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Zeche Zollverein

Zeche und Kokerei Zollverein sind historische Industriedenkmäler. Sie liegen im nördlichen Essener Stadtteil Katernberg. Die UNESCO erklärte 2001 beide Anlagen zum Weltkulturerbe.

"Franz Haniel kauft 1847 13 zusammenhängende Grubenfelder im Essener Norden und nennt sie `Zollverein´. Der Name verheißt viel. Zollverein wächst rasant. Neue Grubenfelder, neue Schächte, stetig wachsende Fördermengen sind die Folge.

Neue Arbeiter, vor allem aus Osteuropa, kommen mit ihren Familien und siedeln in Katernberg, Schonnebeck und Stoppenberg. Aus der landwirtschaftlich geprägten Umgebung werden Dörfer. Aus den Dörfern wächst die Großstadt Essen," stellt die Zeche ihre Anfänge selbst vor.

Doch woher kommt der Name Zollverein? Auch darüber gibt die Zeche Auskunft. 1834 schlossen sich 14 deutsche Staaten zu einem einheitlichen Wirtschaftsgebiet zusammen - dem Deutschen Zollverein. Weitere Staaten folgen bis zur Reichsgründung 1871. Danach gingen die Aufgaben des Zollvereins auf das Deutsche Reich über. Schließlich hatte die territoriale Zersplitterung Deutschlands dessen wirtschaftliche Entwicklung gehemmt und den innerdeutschen Handel durch etliche Zollgrenzen und unterschiedliche Währungen verteuert.

Doch zurück zur Zeche Zollverein. Der nächste Meilenstein kommt im Jahre 1932. Schacht XII geht in diesem Jahr in Betrieb. Er gilt als Momument, das in der Zeit der Weltwirtschaftskrise als Antwort auf Kostendruck und Preisverfall gedacht ist. Er wurde von den noch jungen Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer geplant. Die Formensprache der Architektur gilt als sachlich, reduziert und ästhetisch. Zollverein wird zur Zeche der Superlative. Sie ist die größte, modernste und schönste Anlage. Täglich fördert der neue Zentralschacht 12.000 Tonnen Kohle - eine bis dahin unvollbare Menge. Es ist das Vierfache einer Durchschnittszeche. Dies wird durch eine Rationalisierung der Arbeitsabläufe möglich. Als weiterer Meilenstein wird der Bau der Zeche 1957 (bis 1961) in räumlicher, architektonischer und funktionaler Nähe zu Schacht XII angesehen. Auch die Kokerei gilt als Hochleistungsmaschine. Sie veredelt die Kohle von Schacht XII zu Koks. Der Ausstoß täglich: 8.500 Tonnen.

Doch der Abstieg kommt genauso unaufhaltsam. Die Kohle- und Stahlkriese fordert auch auf Zollverein 1986 ihren Tribut. Die letzte Schicht fährt am 23. Dezember ein. Die Kokerei produziert noch bis 1993

Nach der Stillegung hatte das Land Nordrhein-Westfalen der Ruhrkohle AG (die ja heute bekanntlich RAG heißt) das Gelände abgekauft, unter Denkmalschutz gestellt und gründlich saniert. Die Baugesellschaft Zeche Zollverein Schacht XII GmbH beendete im Jahre 1999 ihre Sanierungstätigkeit. Am 14. Dezember 2001 wurden Zeche und Zollverein von der UNESCO in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen.

Und heute? Heute sind Einrichtungen wie das Choreographische Zentrum NRW, das Asienhaus, das Designzentrum NRW / red dot design museum und das Ruhrmuseum auf dem weitläufigen Gelände untergebracht, um nur einige Beispiele zu nennen.

Hier planlos und unkoordiniert über das Gelände zu laufen, bringt nichts. Wer mit Bus und Bahn anreist, steigt anweder am Essener Hauptbahnhof oder an der S-Bahn-Haltestelle "Essen Katernberg Süd" in die Straßenbahnlinie 107 um und dann an der Haltestelle "Zollverein" aus.

Erste Anlaufstelle sollte das Besucherzentrum sein. Dort gibt es nicht nur einen kleinen Buchladen, ein wenige Gastronomie und - bedingt durch die Ausstellung - viel industriegeschichtlihces Flair. Die Damen und Herren dort sind bestimmt auch behilflich, wenn es gilt, das Gelände zu erkunden.

Industriegeschichte und Industriekulisse gibt es in fast jeder Ruhrgebietsstadt. Als regional- und wirtschaftsgeschichtlicher sowie architektonischer Laie kann ich niht beurteilen, wie herausragend die Zeche Zollverein ist.

Wenn ich ehrlich sein soll: Die Zeche hat mich persönlich nicht so fasziniert, daß ich oft dort gewesen wäre. Sie ist für mich eine von vielen Industriedenkmälern. Aber bitte: Das ist meine persönliche Meinung. Ich möchte nun keinen auswärtigen Besucher davon abhalten. sich in der Zeche Zollverein zu tummeln und sich dieses ach so bedeutende Industriedenkmal anzu tun.

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