Kolumne Ennepetal

Das Straßenindustriemuseum Ennepetal zeigt historische Maschinen der eisenverarbeitenden Industrie vor Ort. Ein Schwingpflug, eine Kurbelpresse, ein Amboss, eine Stabstahlschere, eine Säulenbohrmaschine, ein Karrenpflug und eine Friktionspresse seien hier als Beispiele für die ausgestellten Gerätschaften genannt.

"Die Entstehung des Freiluftmuseums war ein Akt des zivilen Ungehorsams," berichtet die Stadtchronik von Ennepetal. Mitte des 20. Jahrhunderts verlor die eisenverarbeitende Industrie von Ennepetal immer mehr an Bedeutung. Viele Betriebe mußten schließen. Viele Menschen verloren ihre Arbeit. "Und was geschah? Wir Stadtwerke sollten die stillgelegten Betriebe entrümpeln, die nicht mehr gebrauchten Maschinen auf unseren Betriebshof bringen und irgendwie entsorgen."

Die Mitarbeiter der Stadtwerke waren aber irgendwann sauer: "Jeder hatte jemanden in der Familie, der in der eisenverarbeitenden Industrie tätig war und jetzt arbeitslos geworden war. Alte, nicht mehr gebrauchte Maschinen mitten auf die Straße zu stellen war eine stille Form des Protests"

Die Bevölkerung von Ennepetal war damit einverstanden, die Maschinen im Ortsbild zu belasse, wie sich schnell herausstellte. "So wurden industrielle Produktionsmittel zur musealen Kunst."

Bürgerreporter:in:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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