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Handwerkspreis geht an Roman Herzog

Andreas Ehlert überreicht den Preis an Roman Herzog (mit Gattin links). (Foto: Wilfried Meyer/Handwerkskammer Düsseldorf)

Der europäische Handwerkspreis geht in diesem Jahr an Alt-Bundespräsident Roman Herzog. Die Preisübergabe fand Anfang November vor 300 geladenen Gästen durch den Nordrhein-Westfälischen Handwerkstag im Hansasaal des Rathauses Köln statt.

Die mit 10.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Herzog ist der 16. Preisträger. Der ehemalige Bundespräsident war in seiner Amtszeit für offene Worte bekannt. Herzog erhielt den Preis in Anerkennung seiner hohen Verdienste um die Ausrichtung der europäischen Integration auf eine Ordnung der Freiheit , des Wettbewerbs, der Vielfalt und "wertvoller Impulse und Denkanstöße zur Erneuerung der sozialen Marktwirtschaft", hob Andreas Ehlert, Präsident des Arbeitgeberverbandes Handwerk NRW, in seiner Laudatio hervor. Ehlert betonte, wie gut Herzog dem Mittelstand während seiner Zeit als Bundespräsident getan habe. "Ganz besonders haben sie sich um die Bildungsdebatte in unserem Land verdient gemacht", sagte Ehlert und erinnerte an die "Ruck-Rede" während seiner Amtszeit.

Herzog warf in seiner Dankesrede einen kritischen Blick auf den Zustand der Europäischen Union. Die Aufnahmepolitik sei in der Vergangenheit etwas übertrieben worden. Die Vergrößerung hätte nicht unbedingt eine Stärkung gebracht. Man müsse sich die Frage stellen, ob es immer gleich eine volle Mitgliedschaft sein müsse. Außerdem kritisierte Herzog den Wust an Vorschriften: "Die Menschen fühlen sich immer weniger verstanden", so Herzog. Außenpolitisch müsse die EU mit einer Stimme sprechen, für die Krisenherde der Welt schlug er die Bildung von Task Forces vor. Dies sei wichtiger, als sich zu streiten, ob in Griechenland 200 Ministerialbeamte eingestellt werden dürfen.

Herzog verwies auf die erfolgreiche Gestaltungsmacht des britischen Empire oder der Hanse. "Ideen für Europa müssen aus der Wirklichkeit kommen und nicht vom Grünen Tisch", lautete sein Schlussappell.
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