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Barrierefreie Kreuzungen für Seh- und Gehbehinderte haben in Verwaltung keine Priorität

pixabay
Düsseldorf, 16. März 2019

Für mobilitätseingeschränkte Fußgänger sind barrierefreie Querungsanlagen, wenn sie z.B. mit Bodenprofilen taktil und optisch kontrastierend wahrnehmbar gekennzeichnet werden, unerlässlich. Das ein sofortiger, systematischer, barrierefreier Umbau aller Knotenpunkte und Querungsstellen im Stadtgebiet nicht möglich ist, leuchtet jedem ein. Angesichts vieler sehbehinderter bzw. motorisch eingeschränkter Personen fragte die Ratsfraktion Tierschutz FREIE WÄHLER in der letzten Ratssitzung, wie viele dieser Kreuzungen hat die Verwaltung schon identifiziert, in welchem Zeitraum ist der Umbau geplant und wie könnte er beschleunigt werden.

Die Verwaltung antwortete, dass es für die rund 10.000 Einmündungen und etwa 1.900 Kreuzungen im Düsseldorfer Stadtgebiet keine Liste gäbe, das im Zuge von Straßenneu-, Um- bzw. Änderungsplanungen auch die Grundsätze der Barrierefreiheit voll umfänglich berücksichtigt würden und dass alleine für die Erfassung des Ist-Zustandes zwei Vollzeitkräfte beschäftigt werden müssten. Erst nach der Erfassung könnte dann der zusätzliche Personal- und Finanzaufwand ermittelt werden.

Ratsherr Dr. Ulrich Wlecke, Fraktion Tierschutz FREIE WÄHLER: „Diese Antwort ist doch sehr unbefriedigend. Das nicht alle Knotenpunkte und Querungsstellen im Stadtgebiet für sehbehinderte bzw. motorisch eingeschränkte Personen sofort umgebaut werden können, schrieben wir in der Anfrage schon selber. Das die Verwaltung aber keine Ahnung hat, wo dringender und dringendster Handlungsbedarf besteht, ist erschreckend.

Düsseldorfs Slogan, Nähe trifft Freiheit, trifft hier ganz und gar nicht zu. Seh- und Gehbehinderte meiden nämlich Nähe, Besuche und Wege, wenn sie T-Kreuzungen nicht sicher überqueren können. Düsseldorf gibt Jahr für Jahr rund 3.000 Millionen Euro für alles Mögliche und für viel Sinnvolles aus, aber hier fehlt es wohl am nötigen Feingefühl und der Priorität. Wenn für den ersten Schritt, die Erfassung, zwei Mitarbeiter benötigt werden, dann wird dies unsere Fraktion beantragen.“
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