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Riesenschlupfwespe (Dolichomitus imperator)

Die Schlupfwespen sind die artenreichste Familie der Hautflügler in Mitteleuropa. In Deutschland kommen über 10000 Arten vor. Hier konnte ich die Schlupfwespe bei der Arbeit beobachten, wie sie ihren Stachel in ein Mauerloch steckt, um Larven aufzuspüren, dabei biegt sie ihren Stachel wie ein Lasso!

Schlupfwespen erreichen Körperlängen von 10 bis 50 mm. Die Körperfärbung variiert. Die Grundfarbe ist häufig schwarz oder rötlich-braun. Viele Arten haben Körperzeichnungen, die rot, weiß, gelb oder braunrot sein können. Die Fühler der meisten Arten haben mehr als 16 Glieder. Der Hinterleib ist vom vorderen Teil des Körpers deutlich abgegrenzt.

Die Schlupfwespen sind alle spezialisiert auf bestimmte Beutetiere. Viele der Schlupfwespen finden die Wirtstiere für ihre Eier auch an den verstecktesten Stellen. Die Weibchen vieler Arten sind mit einem langen Legebohrer ausgestattet, mit dem sie, auf der Suche nach Käfern, Holz durchdringen können, bei anderen Arten ist der Legebohrer äusserlich nicht zu sehen. Das Ei wird entweder in das Wirtstier gestochen oder auf dem Körper des Wirtstieres abgelegt.

Dieses Exemplar ist eine Riesenschlupfwespe (Dolichomitus imperator) und wird ca. 20 - 35 mm groß. Der Legebohrer dieser Schlupfwespe ist länger als der gesamte Körper. Die langen Fühler besitzen einen hochempfindlichen Geruchssinn, mit dessen Hilfe die Riesenschlupfwespe die tief im Holz sitzenden Larven verschiedener Bockkäfer und andere Holzkäfer aufspürt. Nach erfolgreicher Suche setzt sie ihren Legebohrer zwischen den Fühlern an und treibt diesen, während sie sich um den Bohrer dreht, in das Holz bis zur Larve vor. Dann gleitet ein Ei durch den Bohrer bis zur Larve. Die sich entwickelnde Larve der Schlupfwespe verzehrt die Käferlarve und verpuppt sich in der vorbereiteten Wiege.

Weil die Schlupfwespen die Populationen von Schädlingen auf niedrigem Niveau halten, sind sie als sehr nützlich anzusehen. Sie werden auch gezielt gegen Pflanzenschädlinge (Blattläuse) oder Motten eingesetzt.
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2 Kommentare
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Meike Gerhard-Eiben aus Twistetal | 30.05.2011 | 12:46  
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Gaby Floer aus Garbsen | 30.05.2011 | 16:20  
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