Tödlicher Verkehrsunfall auf der L3091 vom 31.03.2008.

Der Unfall hat ein Gesicht

Jüngst wurden Schilder an die Straße L3091 aufgestellt, an der der 14-jährige Radfahrer Ingmar Dittmann bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kam. Die Aufschrift der Schilder lautet: „Eile tötet!“ Ich frage mich wie lange wir uns noch belügen lassen wollen. Denn Eile tötet nicht! Der Mensch tötet. Eile kann niemals aktiv töten. Eile kann lediglich ein Grund für überhöhte Geschwindigkeit und demzufolge tödlichen Unfällen sein. Schuldige sind schnell gefunden und da der Mensch nicht schuldig sein will, erfindet er Gründe um sich zu rechtfertigen. Der Mensch ist ein Feigling, der sich nicht oder nur unzureichend seiner Schuld stellt. Außer er hat ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl. Dieses Verantwortungsgefühl macht aber oftmals kein gutes Gefühl und deshalb schwindet das Verantwortungsgefühl mehr und mehr aus unserer Gesellschaft. Der Straßenbelag, der Alkohol oder die Eile werden als Unfallursache offen gelegt. Niemals aber Gründe, die wir selbst bestimmen und dadurch schuldig werden können, wie z. B. Geschwindigkeit, Fahrweise oder Lebensweise. Es ist wie in der Medizin. Um noch mehr Erfolg zu haben (Shareholder value) wird das Symptom behandelt und nicht die Krankheit. Im Straßenverkehr wird uns vorgegaukelt, dass durch die erhöhte Sicherheit von Kraftfahrzeugen uns als Fahrer nichts passieren kann. Aber durch die vermeintlich „höhere“ Sicherheit, verlieren wir das natürliche Verantwortungsgefühl den Fuß weniger stark auf das Gaspedal zu drücken. Denn die „Sicherheit“ gilt dem Fahrer des stärkeren Verkehrsteilnehmers nicht die des Fahrradfahrers oder Fußgängers. Eile hat noch niemanden aktiv getötet, sehr wohl aber mangelnde Verantwortung vor dem schwächeren Verkehrsteilnehmer. Zudem mangelt es stark an der staatlichen Fürsorgepflicht gegenüber den schwächeren Verkehrsteilnehmern. Denn die L3091 kann nach wie vor mit 100 km/h befahren werden, obwohl die Straße eng, der Straßenverlauf sehr kurvenreich, unübersichtlich und der Belag überaus marode ist. Seit mehr als 10 Jahren versuchen ortsansässige Vereine eine Veränderung an dieser Strasse herbeizuführen. Ohne Erfolg! Die Straßenverkehrsbehörde von Hessen ist für diese Strasse verantwortlich. Wer seiner Verantwortung hier nicht gerecht wird, eine Veränderung der Straßenverhältnisse, ein absolutes Überholverbot und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h mit begleitender Geschwindigkeitsüberwachung herbeiführt, macht sich hier beim nächsten tödlichen Verkehrsunfall der fahrlässigen Tötung moralisch mitschuldig. Da jedoch der Zustand seit mehr als 10 Jahren bekannt ist, duldet die Straßenverkehrsbehörde das Rasen auf der L3091 und ist bereits mitschuldig geworden an Schwerverletzten und Toten.

Bürgerreporter:in:

Reimund Dittmann aus Angelburg

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