Der Maibaum-Wettbewerb der Schlossbrauerei Unterbaar geht 2017 mit zusätzlichen Preisen an den Start

 
Geschäftsführer Franz Freiher Groß von Trockau und seine Tochter Philippa
Am 02.05. startet die alljährliche Maibaumaktion der Schlossbrauerei Unterbaar und des Vereins der Neuburger Maibaum-Freunde. Dabei können alle Teilnehmer auf der Homepage der Brauerei ein Foto ihres Maibaums hochladen, für den dann öffentlich abgestimmt werden darf. Die Gewinner werden am 3. Juni auf dem Brauereifest gekürt.

Neben den 30 Gewinnern, die über das Online-Votum bestimmt werden, und den drei Preisen von der Fachjury der Maibaum-Freunde Neuburg-Schrobenhausen gibt es dieses Jahr zusätzliche Chancen zu gewinnen: Unter allen Teilnehmern werden 2017 erstmals unabhängig von der Stimmzahl und der Bewertung der Maibäume drei weitere Gewinner ausgelost. Florian Holl aus Aretsried, einer der Gewinner des schönsten Maibaums 2016, erzählt, wie die Vorbereitungen für das Maibaumaufstellen in seinem Ort ablaufen.

Maibaum-Wettbewerb 2017

Fünf Landkreise umfasst der jährliche Maibaum-Wettbewerb der Schlossbrauerei Unterbaar: Aichach-Friedberg mit den Ortschaften, die früher zu dem Landkreis zählten („Alt-Landkreis Aichach-Friedberg“), Donau-Ries, Dillingen an der Donau, Neuburg-Schrobenhausen und Augsburg. Den Gewinnern winken 10 x 300 Liter Freibier für die Erstplatzierten, 10 x 100 Liter Freibier für die Zweiten und 10 x 50 Liter Freibier für die Drittplatzierten. Unter allen nicht prämierten Maibäumen gibt es dieses Jahr eine Verlosung für drei weitere Preise. Dadurch haben Gemeinden, die bisher leer ausgegangen sind, eine zusätzliche Chance. Verlost werden eine Brauereibesichtigung inklusive Verköstigung für 25 Personen, eine Tischreservierung für das Brauereifest 2018 und 50 Liter Freibier. Auf der Internetseite der Schlossbrauerei können die Vereine ab dem 2. Mai ihre Maibäume online stellen. Das Votum beginnt am 11. Mai.

Auch in diesem Jahr stellen außerdem die Maibaum-Freunde Neuburg-Schrobenhausen wieder eine Jury zusammen. Das Fachgremium besteht aus der Bayerischen Maikönigin Angelika I., dem Vorstand der Maibaumfreunde und einem Vertreter des Jurypreis-Gewinners vom Vorjahr, in diesem Jahr ein Sinninger. Die Experten bewerten die eingesandten Fotos anhand der Kategorien Baumart, Grünschmuck, Zunftzeichen, Maibaumspruch und Gesamteindruck. Hierauf besichtigen sie ausgewählte Bäume vor Ort und verleihen an die drei schönsten die Jury-Preise: 150 Liter, 100 Liter und 50 Liter Freibier.

Daasholen, Kranzen und Schnitzen – das Maibaum-Handwerk

Das Aufstellen eines geschmückten Baumes am 1. Mai gehört seit Hunderten von Jahren zur deutschen Kultur. Mit viel Zusammenhalt und Traditionsbewusstsein stemmen jedes Jahr tausende Gemeinden diese Aufgabe und tragen dazu bei, dass aus einem einfachen Holzstamm ein traditionelles Kultobjekt wird. Das genaue Vorgehen ist von Ort zu Ort unterschiedlich. In manchen Dörfern wird der Baum bereits ein Jahr im Voraus gefällt. Florian Holl hat mit Aretsried im vergangenen Jahr den ersten Preis im Landkreis Augsburg gewonnen. Dort beginnen die Vorbereitungen eine Woche vor dem 1. Mai. Dann zieht die Jugend in den Wald um das „Daas“ zu holen, das sind Zweige von Nadelbäumen. Daraus binden die Frauen des Dorfes die traditionellen Kränze und Girlanden.

Erst dann wird im Wald ein Baum, zumeist eine Fichte, gefällt. Da heißt es für alle starken Männer des Dorfes: anpacken, damit der Maibaum sicher aus dem Wald gebracht werden kann. Ist das geschafft, verzieren alle zusammen den frisch geschlagenen Baum mit kunstvollen Schnitzereien. 20 bis 25 Leute helfen dabei zusammen. Dank Wappen, Maibaumspruch und Zunftzeichen der ortsansässigen Gewerbe wird der Maibaum zu einem individuellen Schmuckstück der jeweiligen Gemeinde. Auch bei der Aufstellung des Baumes gibt es Unterschiede. Teilweise wird er mit purer Muskelkraft gestemmt. In Aretsried wurde ein Autokran zur Hilfe genommen, auch wegen des Sicherheitsrisikos.

Der Maibaumklau

Bevor es jedoch zur Aufstellung kommen kann, müssen alle Vorbereitungen für den Maibaum streng geheim gehalten werden. Denn Tradition ist es auch, dass der Maibaum gestohlen werden kann. Deshalb wird er gut versteckt und rund um die Uhr bewacht. Um den Baum einer benachbarten Gemeinde zu stehlen, müssen viele Leute zusammenhelfen. Heike I., die Maibaum-Königin des letzten Jahres und Vice-Königin 2017, kennt sich als Expertin auf dem Gebiet aus: „Häufig fahren die Frauen die Fluchtwagen, die Männer kümmern sich um den Baum. 30 Personen kann man dafür schon mal brauchen“. Als Maikönigin hat Heike I. die Aufgabe, den Menschen die Tradition des Maibaums näher zu bringen. Auch die Tricks der Maibaumdiebe sind ihr bekannt. Denn es ist nicht einfach, ein Maibaum-Versteck auszumachen: „Am besten hört man sich um, ob jemand etwas ausplaudert. Oder man bietet sich als Helfer an“.

Wenn die Bestohlenen ihren Baum nicht auslösen wollen, wird als Rache auch mal ein Maibaum zu einem Schandbaum gemacht, zum Beispiel indem er schwarz bemalt wird. Das ist jedoch nur selten der Fall. In Aretsried wurde zuletzt 2011 ein Baum gestohlen. Um ihn zurückzubekommen, gaben die Aretsrieder den Dieben damals traditionell ein paar Kästen Bier und eine Brotzeit aus. Diese wurden aber dann gemeinsam verzehrt: „Am Ende haben wir einfach alle miteinander einen schönen Abend verbracht“.

Unter folgendem Link können die Vereine ab dem 2. Mai ihre Maibäume online stellen. Am 11. Mai beginnt dort die Abstimmung über die schönsten Bäume: http://www.schlossbrauerei-unterbaar.de/so-funktio...
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