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Das Fischbrötchen, die nette alte Dame und der Araber. 23.09.2012

Für mich ist es selbstverständlich und gehört einfach zusammen; Sonntag, Sonnenschein, Herbst und Spaziergang. Also ab auf Kur, in die Natur ! Es gibt ja so viele Ecken, bei uns zu entdecken. Ich verspürte Lust, am Wasser entlang zu schlendern. Ab in die S – Bahn und in Richtung Baumschulenweg. Immer entlang an der Spree. Es ist nicht weit von da wo ich wohne, aber trotzdem eine andere Welt. Zum Endziel, vorbei an der „Alten Liebesinsel“, an Zenner und weiter bis zum Treptower Hafen. Traditionell und Standesgemäß, komme ich nie umhin, mit mir dort zum Abschluß einen Kaffee zu trinken und ein Fischbrötchen zu verkonsumatuckeln. So sollte es auch diesmal ( fast ) wieder sein. Ich lief also lockere drei Stunden und amüsierte mich wie Bolle. Mein Ziel war in Sicht, der Hafen mit seinen Imbissbuden und Sitzplätzen am Wasser. Ich also rein, in die Schlange der Verhungerten und Verdursteten. Wie üblich, ein sehr gemischtes Publikum, also von Jeder und Jedem etwas. Genau das, ist das, was ich dort so mag. Bunt, fröhlich und frei ! Vor mir steht ein älterer Arabischer Herr, mit einem Jungen. Auf Grund des Altersunterschiedes zwischen den beiden ( ca. 60 J. ), gehe ich davon aus, dass war ein Großvater ( ca.70 J. ), mit seinem Enkel ( ca.10 J. ). Ich verstand die Unterhaltung zwischen den beiden zwar nicht, aber es war für mich offensichtlich, dass der Enkel seinem Großvater, die Essensbestellung diktierte. Dieser nickte nur, mit einer stoischen Ruhe und gemütlichem breiten Grinsen. Davor stand eine ältere Dame und bestellte sich ein Fischbrötchen und eine Selter. Sie nahm ihre bestellte Ware entgegen, bezahlte, ging ein paar Schritte beiseite und damit war das Chaos perfekt ! Der Kleine, fing an zu weinen. Opa stand da und machte noch größere Augen, als es seinem Enkel möglich gewesen wäre. DAS WAR DAS LETZTE FISCHBRÖTCHEN ! ! ! Spätestens jetzt, muß jedem Zuschauer klar gewesen sein, was der Kleine essen wollte. Das blanke Entsetzen machte sich breit. Großvater bestellte in seiner Verzweiflung, Pommes und zwei Cola. Die ältere Dame beobachtete das ganze Schauspiel und ging zu dem Jungen. Ohne ein Wort zu sagen, nahm sie die Hand des Jungen ( Großvater und Enkel, glotzten wie die Kühe und sagten kein Wort ) und ging mit ihm zu einem Tisch, der keine zwei Meter neben der Bude stand. Sie breitete eine Serviette aus, lächelte ein ultra sympathisches Lächeln und legte das Fischbrötchen, vor dem Jungen auf den Tisch. Dieser verstand nichts mehr und blickte zu seinem Großvater. Dieser nickte, ohne ein Wort zu sagen. Jetzt erweiterte Großvater seine Bestellung, indem er noch ein Stück Kuchen bestellte. Er bezahlte und brachte mit einem Tablett alles an den Tisch, wo die alte Dame mit seinem Enkel saß. Alle in der Schlange ( ich ganz besonders ), verfolgten diese Szene. Er gab der alten Dame die Hand und stellte sich und seinen Enkel vor. Er setzte sich und stellte das Stück Kuchen vor die Dame. Alle die das verfolgten, waren baff ! Die „Schlange“ tuschelte. Was ist bloß aus den schönen gefestigten Vorurteilen geworden ? Die alte Dame und der Araber unterhielten sich und der Kleine strahlte vor Glück und genoss sein Fischbrötchen und die Pommes. Ich bemerkte nicht, dass die Verkäuferin ungeduldig auf meine Bestellung wartete. Na gut, nehme ich also auch Kuchen zu meinem Kaffee. Ich setzte mich, genoss meinen Nachmittag und geriet in eine sehr rührselige Stimmung. Da saßen sie nun, als ob sie sich kannten und als ob es das normalste von der Welt wäre. Ist es das nicht eigentlich auch ? Vielleicht haben wir das nur vergessen oder verlernt ! ? !
Eine vorurteilsfreie alte Dame und ein Araber, der einer fremden Frau die Hand gibt.
Wer war Schuld an der ganzen Geschichte ? Der kleine Junge.

Ich sage es doch immer wieder, Kinder sind unsere Zukunft ! ! ! ! !

; ) ; ) ; ) In diesem Sinne !
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 24.09.2012 | 22:06  
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