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Der harte Kern des Kneippvereins trotz Unwetterwarnung im Deister unterwegs

Barsinghausen: Deister | Eine unerschrockene Wanderschar des Kneippvereins Barsinghausen startete am Schützenhof Wennigsen, um die Gefilde des Deisters zu durchstreifen. Zunächst ging es über die Forstmeister-Bank-Allee, die im Jahr 1900 mit Roßkastanien und Ahorn bepflanzt wurde, wo man dann auch das Scharnhorstdenkmal erreichte, das an die Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 erinnert, wo die napoleonischen Truppen vernichtend geschlagen wurden.

In der Nähe des Waldkaters bewunderten die Wanderer das Naturdenkmal der Ziegeneiche, einer Stieleiche mit mächtigem Stammumfang und einem Alter von ca. 400 Jahren. Auf dem allmählich ansteigenden Eltenweg wurde, nachdem man ordentlich warm geworden war, das gleichnamige Denkmal erreicht. Es erinnert mit einem mächtigen Steinquader daran, dass hier am 1. März 1835 der Förster Elten von einem Wilddieb erschossen wurde. Die Legende erzählt, dass Elten, schon im Sterben liegend, seinen Mörder niederstreckte. Nach wenigen 100 Metern wurde dann der Fechnerstein gesichtet, wo ein hannoverscher Augenarzt und Deisterfreund auf einem quadratischen Gedenkstein Wanderers Nachtlied von Goethe in Stein meißeln ließ, das der Dichter am 6. September 1780 mit Bleistift an die Bretterwand einer Jagdhütte am Kickelhahn oberhalb von Ilmenau schrieb. „Über allen Gipfeln ist Ruh, in allen Wipfeln spürest Du kaum einen Hauch, die Vögelein schweigen im Walde, warte nur balde ruhest Du auch.“

An der nun bald erreichten Tellerkurvenhütte konnten die Wanderer mit heißen Getränken eine verdiente Rast einlegen, bevor der steile Aufstieg über den Feldbergweg zum Kamm des Deisters angetreten wurde. Immerhin wurden hier vom Ausgangsspunkt aus 330 Höhenmeter bewältigt.

In der Mittagszeit am Annaturm angekommen, wo reservierte Plätze auf die Wanderer warteten, konnte jeder nach Herzenslust seinen Gaumenfreuden fröhnen. Auf dieser Höhe von 405 Meter steht auch ein Gedenkstein, der daran erinnert, dass Carl Friedrich Gauß hier im Jahr 1827 damit begann, das Königreich Hannover zu vermessen.

Auf zum Teil sehr glatten Wegen in Kammnähe wurde dann der Abstieg über die Quickbornquelle gewählt, die den Oberlauf des Forellenbaches bildet. Nach stetigem, allmählichem Abstieg über den Weg, der oberhalb der Wasserräder entlangführt, war man froh, noch rechtzeitig vor Einsetzen des angekündigten Eisregens den Georgsplatz erreicht zu haben, wo es nicht mehr weit bis zum Bahnhof Egestorf war.

Von Wanderführer Günter Höppner
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