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Ich werde sehr oft gefragt, warum haben Behinderte so viele Privilegien?

Ich werde sehr oft gefragt, warum haben Behinderte so viele Privilegien?
Ich frage mich was die jenigen damit meinen, mein Privileg ist, dass ich im Rollstuhl sitze und nun nicht mehr zu meinen Freunden und Bekannten gehen kann. Auch die meisten Lokale bleiben für mich unerreichbar. Es mangelt meist am Willen der Betreiber, die nicht bereit sind Ihr Lokal oder auch Ladenlokal barrierefrei zu gestalten.
Es gibt also KEINE Privilegien, sondern es gibt je nach Schweregrad der Behinderung einen sogenannten NACHTEILAUSGLEICH.
Im Grundgesetz steht da zu Artikel 3 Absatz 3 : „(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
Es ist jedem Menschen freigestellt, wenn Er der Meinung ist, dass Er eine Beeinträchtigung hat, einen Antrag auf die Ausstellung eines Behindertenausweises zu stellen. (Ich rate dazu, denn Zucker oder Schüttellähmung, Demenz usw. sind Gründe) Dies erfolgt recht problemlos, die Prüfung erfolgt an Hand von Gutachten Ihrer Ärzte. Wenn dann ein Grad in % festgestellt wird, so bekommen Sie einen Ausweis ausgestellt. Darüber hinaus, gibt es auch noch Merkzeichen die im Ausweis eingetragen werden können. All dies bestimmt Ihren Nachteilausgleich.
Die Merkzeichen:
B = Begleitperson, G= Gehbehindert, aG= Außergewöhnlich Gehbehindert, BL= Blind, H= Hilflos, RF= Radiogebührenfrei und uvvm.
Nur das Merkzeichen aG und BL, berechtigt einen Ausweis bei der Stadtverwaltung zu beantragen um die Behindertenparkplätze zu benutzen. Nur dieser Personenkreis ist berechtigt! Für alle anderen kann es sehr teuer werden, das Geringste sind 35 Euro Strafe, im ungünstigsten Falle wird das Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt und es gibt Punkte in Flensburg. Also, den Schwerbehindertenausweis hinzulegen nützt nichts, es muss der Parkberechtigungsschein sein.
Sollten Sie einen Schwerbehindertenausweis haben und plötzlich Hilfe zur Pflege brauchen, so wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse, die wiederum die Pflegekasse vertritt. Auf einen formlosen Antrag hin, kommt ein Sachverständiger vom Medizinischen Dienst zu Ihnen und stellt mit Ihnen gemeinsam die Pflegestufe fest. Mit dem Geld der Pflegekasse, können Sie sich Häusliche Pflege privat oder durch Hilfsdienste organisieren. Eventuell können Sie auch Ihr Bad anpassen oder eine Rampe bauen, auch da hilft Ihnen die Pflegekasse. Wenn das Geld trotzdem noch nicht reicht, so gibt es auch Kredite über die KFW- Bank besonders Zinsgünstig für Barrierefreiheit.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen unsere Probleme etwas näher bringen. Alle Fragen konnte ich leider so nicht hier beantworten, ich bin aber gern bereit Sie persönlich zu beraten.
Klaus-Dieter Dingel, Pommernstrasse 27, 34537 Bad-Wildungen, MMB e.V. Regionalleiter
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Matthäus Felder aus Lichtenstein | 18.01.2015 | 17:51  
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