771 b. Newsletter Südharzstrecke - Harz-Kursbuch: Neue Fahrpläne auf einigen Buslinien im westlichen Harz

(Foto: Höchste Eisenbahn)
   

Harz-Kursbuch: Neue Fahrpläne auf einigen Buslinien im westlichen Harz

(Stand: 28.08.2020)

Liebe Nutzer des Harz-Kursbuchs,
die Entwicklung des Westharzer ÖPNV ist derzeit dynamisch. Manchmal, so scheint es, allerdings ein wenig zu dynamisch. Es ist so ähnlich wie bei Corona: Alle machen irgendwie mit, das Ziel ist auch klar, aber doch weichen die Einzelheiten manchmal mehr, manchmal weniger voneinander ab. Gemeint ist hier der jeweilige Umstellungszeitpunkt. Der lag bei „HarzBus“ zunächst beim 16.07.2020. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Fahrpläne aller HarzBus-Linien nach, wie es schien, sehr sorgfältiger Planung und mehrfacher Abstimmung mit der lokalen Politik und den Nutzern, umgestellt. Naturgemäß musste man mit einigen Anlaufproblemen rechnen, die auch prompt ihren Niederschlag in einer wahren Flut von Leserbriefen gefunden haben, was zu der Forderung führt, doch alles wieder auf Anfang zu setzen.

Das geschah zwar gottseidank nicht, aber eine plötzlich auftauchende Baustelle in Clausthal-Zellerfeld, von der zuvor niemand etwas wusste, wurde zum Anlass für einige Korrekturen genommen, die mit den Umleitungen in Clausthal und dadurch erforderlichen Fahrzeitverlängerungen erklärt wurden. Ein wenig wurden dann auch noch die Straßenbauverwaltung bzw. die Stadt Clausthal-Zellerfeld beschimpft, denen man das abermalige Umstellen der Fahrpläne nach 4 Wochen (!) in die Schuhe schob.

Schaut man sich die neuen Fahrpläne besonders der Linie 830 an, so bemerkt man allerdings, dass sich einige Fahrzeitverlängerungen zwischen Goslar und Clausthal-Zellerfeld ereignen, also mit der Baustelle nichts zu tun haben. Heimlich, still und leise hat man Zuschläge eingebaut, mal 2, mal 4 Minuten, mal auch gar keine. Dies in Verbindung mit den tatsächlich erforderlichen Zuschlägen in Clausthal-Zellerfeld führen zu einer Fahrzeitverlängerung bis Altenau um 3-4 Minuten, entsprechend auch in der Gegenrichtung.

Und nun kommt es: Um dennoch alle Anschlüsse in St. Andreasberg in Richtung Herzberg und Braunlage herstellen zu können, wird der eben erst eingerichtete durchgehende Busverkehr zwischen der Bergstadt und Goslar flugs zu den Akten gelegt, da zwischen Altenau und St. Andreasberg der Einsatz von Kleinbussen zwingend erforderlich ist.

Durch die Hintertür „Baustelle Erzstraße“ haben der Zweckverband Braunschweig und „HarzBus“ somit doch noch ihr Ziel erreicht, den Verkehr durch den Harz zu zerstückeln und mittels mehrfachen Umstiegs unattraktiv zu machen. Zwar scheut man vor dem letzten Schritt, der Umstellung auf ein reines Rufbus-System, noch zurück, doch dürfte das nur eine Frage der Zeit sein. Merkt ja keiner! Und da sich Gruppen nun bis zu 10 Tage (!) vorher anmelden müssen und die Kleinbusse wohl kaum in der Lage sein dürften, mit spontan auftretenden Radfahrern und Wanderern klarzukommen, hat man sich die Begründung für den nächsten Schritt gleich mal selbst geschaffen.

Die Achse Bad Lauterberg – Goslar via St. Andreasberg, gerade erst entstanden und beworben, können wir gleich wieder zu den Akten legen. Die Kleinbusse sollen mit einer Minute Umsteigezeit am Glockenberg zurechtkommen. Schon vorher klappte das des Öfteren nicht. Zur Erinnerung: Im Nahverkehrsplan der Region ist das Ziel verankert, den Umsteigepunkt ins Tal an den Skilift zu verlegen. Mit diesem Fahrplan dürfte das nur schwer zu schaffen sein.

Die Umsteigezeit in Clausthal-Zellerfeld immer knapper – Anschlussbrüche vorprogrammiert

Die Leute vom ZVSN in Göttingen, in den letzten Jahren für ihre gute und sehr konsequente Arbeit bekannt (dieses Kompliment ist ganz ehrlich gemeint), waren, was die neuen „HarzBus“-Fahrpläne betrifft, ganz offenbar ebenso gutgläubig wie wir. Jedenfalls haben sie die Fahrpläne der Linie 440 neu gestaltet, um die Anschlüsse in Clausthal-Zellerfeld zwischen dieser Linie und der 830 zu optimieren. Das hätte ja auch beinahe geklappt. Zum 27.08.2020, also zum Beginn des neuen Schuljahres, wurden die Pläne der Linien 440 und 460 angepasst. Nur hatte „HarzBus“, das sich selbst als junges Unternehmen vorstellt, obschon die beteiligten Firmen Pülm, Bachstein und Schmidt allesamt ganz alte Hasen im Geschäft sind und die Goslarer Linien im Auftrag von RBB schon gefahren haben, seine Fahrpläne da schon eine Woche lang geändert. Das Resultat ist ausgesprochen unbefriedigend: Statt guter und schlanker Anschlüsse am ZOB in Clausthal-Zellerfeld gibt es nun nur noch solche, bei denen man furchtbar rennen muss. Vermutlich wird die Mehrzahl von ihnen nie klappen, 2 Minuten sind für den ZOB einfach zu wenig – zumal die beteiligten Unternehmen untereinander nicht kommunizieren, um auf umsteigewillige Fahrgäste aufmerksam zu machen.

Es geht auch anders: Der Knoten Braunlage wird immer ausgefeilter

Dynamisch geht es auch auf den „Hahne-Linien“ rund um Bad Sachsa und Walkenried zu. Schon wieder ändern sich die Fahrpläne, hier allerdings bedingt durch die Änderung von Schulzeiten. Der Fahrplan in den Ferien müsste sich nicht ändern. Er tut es aber doch. Der Grund ist ein an sich positiver, denn man versucht, durch Verschiebung der Fahrzeiten ab Braunlage ZOB um wenige Minuten auch „unter der Woche“ ein zweistündliches Angebot zwischen Wernigerode und dem Südharz zu gestalten. Da die Busse in Bad Sachsa nun entsprechend später ankommen, verschiebt sich auch die Gegenfahrt nach Braunlage um wenige Minuten, was aber in diesem Fall nichts ausmacht. Es könnte klappen – aber auch hier beträgt die Übergangszeit von der Ankunft des Busses aus Wernigerode bis zur Weiterfahrt des Busses nach Bad Sachsa nur 2 Minuten. Allerdings ist der Braunläger Busbahnhof um einiges kleiner als der in Clausthal-Zellerfeld, und diesen einen Anschluss kann man den Fahrern vermutlich auch plausibel erklären. Wenn es gelingt, ist das für Touristen hüben wie drüben natürlich eine feine Sache. Aber wir müssen es erst einmal abwarten. Einige kleinere Veränderungen wirken sich in Sachen Merkbarkeit überdies positiv aus – es geht an Schultagen nicht mehr um 16.24 ab Busbahnhof nach Walkenried, sondern wie in den Ferien auch um 16.06 Uhr, womit der nachmittägliche Stundentakt komplettiert und um weitere Anschlüsse aus Bad Harzburg und St. Andreasberg komplettiert wird.

Da die KVG in diesen Zeiten geradezu ein Ausbund an Stabilität ist und den Fahrplan der Linie 820 jahrein, jahraus unverändert fährt (ja, auch das gibt es noch), bleibt der Knoten Braunlage ansonsten unangetastet. Dennoch muss der Fahrgast sich auch hier nach wenig mehr als einem Jahr an gewisse Änderungen gewöhnen. Irgendwann sollte da auch mal Ruhe einkehren.

Harz-Kursbuch: Geänderte Seiten zum Ausdrucken

Und was machen wir, die wir eisern daran festhalten, ein Druckwerk zum Harzer ÖPNV aufzulegen? Bei der Änderungsgeschwindigkeit können wir das ja fast nur noch „on demand“ machen. Kaum ist die neue Ausgabe da, fängt schon wieder ein Aufgabenträger mit Änderungen an. Gemeinsamer Änderungstermin? Das war einmal. Also wird es die nächste gedruckte Ausgabe im Dezember 2020 geben, wenn die Schiene wechselt. Da wird in diesem Jahr eine ganze Menge geboten, Stundentakt und verlängerte Betriebszeiten auf der Westharzstrecke, leichte Verschiebungen beim Metronom, eine zehnmonatige Baustelle in Halle mit kompletter Streckenunterbrechung und so weiter. Außerdem wechseln dann erfahrungsgemäß wieder zahlreiche Buslinien im Ostharz.

Bis dahin dokumentieren wir die eingetretenen Änderungen und bieten Ihnen die – doch wenigen – Seiten mit den geänderten Busfahrplänen der 830 und 840 (C.1), der 832 (C.2), der 470 und 472 (C.20), der 440 (C.23) und der 460 (C.24) zum Selbstdrucken an. Auf die Änderung der „Harzquerverbindungen“ verzichten wir des Aufwands wegen. In ihrer Struktur bleiben sie ja erhalten.


Ergänzung für Online und Print-Ausgabe

Stand 23.08.2020
Harzkursbuch_Sommer 2020_C.1_und_C.2_20200823.pdf (http://www.suedharzstrecke.de/downloads/Harzkursbu...)

Harzkursbuch_Sommer 2020_C.20_20200823.pdf (http://www.suedharzstrecke.de/downloads/Harzkursbu...)

Harzkursbuch_Sommer 2020_C.23_und_C.24_20200823.pdf (http://www.suedharzstrecke.de/downloads/Harzkursbu...)

Um Ihnen die Bandbreite der Anschlüsse in Clausthal-Zellerfeld und Braunlage zu zeigen, haben wir bei der Linie C.20 die Anschlüsse nach/von Bad Harzburg und Wernigerode und bei den Linien C.23 und C.24 die nach/von Goslar mit aufgelistet. Da wir davon ausgehen, dass man bei der Linie C.23 am Clausthal-Zellerfelder ZOB des Öfteren vom Bus nach Goslar oder von dem nach Osterode nur noch das Rücklicht sehen wird, sind die nächstfolgenden Fahrten bzw. die vorher ankommenden Fahrten mit angegeben. Montag bis Freitag gibt es da wenig Probleme. In Richtung Goslar fährt der schnelle Kurs dorthin schon zur Minute .24 ab, was sehr knapp ist. Ihm folgt aber zur Minute .46 bereits der nächste Bus, der allerdings die Ehrenrunde über Hahnenklee dreht und folglich etwas länger unterwegs ist. Dafür sieht man mehr vom Harz, Bockswiese sogar gleich zwei Mal. In der Gegenrichtung trifft der schnelle Bus aus Goslar zur Minute .48 ein, was bis zur Abfahrt zur Minute .50 ganze zwei Minuten Zeit lässt. Man kann aber die frühere Fahrt über Hahnenklee nehmen, die schon zur Minute .41 am Clausthaler ZOB eintrifft und 9 Minuten Zeit zum Umsteigen lässt. Am Wochenende ist die Auswahl freilich geringer, aber dafür sind die Übergangszeiten ein klein wenig besser und der Verkehr insgesamt entspannter.

Die weitere Entwicklung besonders im Knoten Clausthal-Zellerfeld und am Umsteigepunkt St. Andreasberg Am Glockenberg bleibt abzuwarten. Besonders letzterer ist kitzlig, da es nach Herzberg ja nur alle 2 Stunden weitergeht. Den RBB-Fahrern müsste also eingeprägt werden: Ihr dürft erst losfahren, wenn der Kleinbus aus Altenau da ist. Umgekehrt muss der Fahrer des Kleinbusses dort auf die Ankunft der RBB aus Richtung Bad Lauterberg warten, die allerdings im Regelfall sehr pünktlich verkehrt. Wir werden hier die Szene genau beobachten.

Reisen Sie gut!

Michael Reinboth

Viele Grüße

Burkhard Breme

Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"
37431 Bad Lauterberg

E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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