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753. Newsletter Südharzstrecke - Black Bahn Week - weiter Zugausfälle - Geisterzug bei RTL

Regionalbahn am Haltepunkt Barbis
 
Schieneersatzverkehr
 
Regionalbahn "Osterode" am Bahnhof Göttingen
Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

1. Black Bahn Week: +++ Tag 3 und Tag 4 +++ Bahn weiter tatenlos +++ kaum Ersatzverkehre +++ Bahn erhält Geld trotz Zugausfällen +++ Initiative fordert verlässlichen Ersatzfahrplan und stellt düstere Prognose für dem Fahrplanwechsel auf

(Stand: 29.11.2019)

Tag 3

Auch am Tag 3 (Donnerstag) ist es zu ähnlichen Zugausfällen wie an den Vortagen gekommen. Der Südharz ist quasi von ICE-Umsteigeknoten in Göttingen auf der Schiene abgeschnitten.
Während Pendler ihre Ziele "nur" mit 1-3 Stunden Verspätung erreichen, haben Fernreisende und mobilitätseingeschränkte Personen besonders stark unter dem neuerlichen Versagen der DB Regio zu leiden.
Der Sprecher der Initiative Burkhard Breme fragt sich, ob sich die Verantwortlichen bei der Bahn jemals darüber Gedanken gemacht haben, wie sich insbesondere mobilitätseingeschränkte Reisende fühlen müssen? Rollstuhlfahrer, Reisende mit Koffern oder Familien mit Kinderwagen werden lange in der Kälte ohne Info stehen gelassen, dann kommt mit viel Glück ein Bus vorbei, in den nur unter großen Mühen eingestiegen werden kann, um dann dutzende Kilometer durch die Gegend geschaukelt zu werden!
Wie sollen Reisende ihre Fahrt planen, wenn es für die Busersatzverkehr keinen Fahrplan gibt!
Wie lange fährt ein Bus zwischen Northeim und Nordhausen?

Tag 4

Der Tag 4 (Freitag) beginnt in Walkenried (05.03 Uhr) erneut mit einem Zugausfall. Der "Geisterzug" konnte wieder nicht von Nordhausen her bereitgestellt werden. Wie auch, denn er ist am Abend vorher ersatzlos ausgefallen.
Bis zum Freitagmittag
• fallen die durchgehenden Verbindungen von Südharz nach Göttingen meistens aus
• wurde die reaktivierte Strecke nach Einbeck wieder so gut wie nicht benutzt
• wird der 2 Stundentakt zum Weserbergland zum 3-4h Stundentakt
• fährt die RB44 Braunschweig - Salzgitter, danach ist Schluss
• fielen erneut ein paar Regionalbahnen auf der Süd-Westharzstrecke wegen Infrastrukturstörungen aus
Nachzulesen ist dies unter Twitter: https://twitter.com/DBRegio_NDS

Black Bahn Week

Nachdem an 4 von 7 Tagen dieses Chaos herrscht und kein Ende in Sicht ist, runden wir großzügig auf und benennen dieses erneute Bahn Chaos - in Anlehnung an den heutigen Black Friday- ab sofort Black Bahn Week, in der Hoffnung, dass es die Verantwortlichen in den nächsten Tagen doch noch in den Griff bekommen.

Die Initiative fordert von der Bahn einen sofortigen und verlässlichen Ersatzfahrplan!

Düstere Prognose für das Jahr 2020
Wir befürchten aber, dass es noch schlimmer kommen könnte:
Selbst wenn sich die Lage in den nächsten Tagen verbessern sollte, wird ab 15. Dezember 2019 wieder mehr Personal für täglich 14 Regionalbahnen im Harz-Weser-Netz benötigt. Die Regionalbahnen werden lt. Fahrplan wieder stündlich nach Göttingen verkehren. Sie sind in den letzten 6 Monaten ausgefallen, weil aufgrund der Bauarbeiten an der Schnellfahrtrasse die Trasse der Regionalbahnen vom ICE genutzt wurde.
Wer soll die 14 zusätzlichen Regionalbahnen zwischen Göttingen - Northeim - Kreiensen fahren, wenn jetzt schon die Lokführer fehlen?

Fehlende Lokführer

Das Thema fehlende Lokführer ist nicht neu.
Im August 2019 wurde im Niedersächsischen Landtag eine Kleine Anfrage https://www.landtag-niedersachsen.de/Drucksachen/D... zu Zugausfällen und Zugverspätungen der Regionalzüge in Niedersachsen gestellt.
Zitat von Seite 3 der Antwort:
"Ungeplant sind im Zeitraum Januar bis Mai 2019 in den federführend verantworteten Netzen der drei niedersächsischen SPNV-Aufgabenträger insgesamt etwa 7 850 Züge auf dem gesamten Laufweg oder auf einer Teilstrecke im Umfang von etwa 300 000 Zugkilometern ausgefallen. Dies entspricht einer Ausfallquote von 1,3 %. Die ungeplanten Zugausfälle im Umfang von etwa 239 000 Zugkilometern im Zuständigkeitsbereich der LNVG verteilen sich auf Ursachen wie folgt:
• 42,4 % fehlende Triebfahrzeugführer
• 22,2 % defekte Fahrzeuge
• 9,9 % gefährliche Ereignisse durch Dritte wie Vandalismus
• 8,8 % Infrastrukturstörungen
• 7,5 % externe Einflüsse durch Dritte wie z. B. Witterung, Suizid, Personen im Gleis
• 9,2 % sonstige Ursachen

Schönt die Bahn ihre Statistik?
In der Antwort zur Kleinen Anfrage steht unter Punkt 4, dass "die Aufgabenträger von den EVU über Zugausfälle informiert werden."
In dem folgenden MDR Radio Beitrag vom 28.11.2019, zu dem auch die Initiative befragt wurde, wird die Bahn zitiert, dass 95% der Zugkilometer am Tag 1 und Tag 2 der Black Bahn Week gefahren wurden, ob wohl 15 Züge von 34 Zügen ausgefallen sind.

Hier der Link zum MDR Radio Beitrag: www.suedharzstrecke.de/download/black_bahn_week_mdr_radio_20191128.mp3
Die Bahn bekommt vom Land Niedersachsen Geld ohne Gegenleistung!
In der Antwort zur Kleinen Anfrage steht unter Punkt 6 (Seite 4):
"Bei ungeplanten Zugausfällen bestehen unterschiedliche Regelungen. In der Regel erstatten die Aufgabenträger den EVU die Infrastrukturkosten bei ungeplanten Zugausfällen, die von den Infrastrukturunternehmen in Rechnung gestellt werden. In neueren Verkehrsverträgen erfolgt die Erstattung der Infrastrukturkosten nicht, wenn das EVU den Zugausfall verursacht hat."
Im Klartext:
Die Bahn bekommt Geld für Leistungen, die sie nicht erbracht hat.
Der Reisende bekommt seine Fahrkarte nicht erstattet, wenn diese unter 4 Euro liegt.
Worin besteht bei solchen Verträgen der Anreiz für die EVU Gutleistungen abzugeben?
Die Initiative fordert die Besteller auf -in diesem Fall ist es die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG)-, bei Leistungsstörungen die Aufgabenträger voll in die Pflicht zu nehmen, Geldzahlungen zu stoppen und kundenorientierte Notfallkonzepte (wie z.B. Maßnahmen bei fehlenden Lokführern, defekten Fahrzeugen, Infrastrukturstörungen usw.) zum Vertragsstandteil zu machen!
Dank an die Lokführer
Wir danken jedem Lokführer, der mit seinen Überstunden dazu beiträgt den Bahnverkehr aufrecht zu erhalten. Dies geht jedoch nicht unbegrenzt.
In den Bahn-Medien zum Zugausfall steht oftmals die Aussage "Grund: Kurzfristiger Mitarbeiterausfall".
Dort müsste vielmehr stehen: "Grund: Langfristiges DB Managementversagen".

Burkhard Breme

2. Nordhausen / Erfurt: "Geisterzug" fuhr am 28.11.2019 bei RTL explosiv - Thüringer Infrastrukturministerium hat Interview abgelehnt - Initiative: ÖPNV Vakuum nach Integration der NVS in das Infrastrukturministerium

(Stand: 29.11.2019)
Ein weiteres Filmteam hat sich an der Südharzstrecke eingefunden um über den Geisterzug zu berichten https://www.tvnow.de/shows/explosiv-75/2019-11/epi... (Minute 06:00 - 09:15).
Das RTL Team bat auch das Thüringer Infrastrukturministerium um eine Stellungnahme vor der Kamera, diese gab es aber nur schriftlich mit den veralteten Informationen zu angeblichen Pendlerströmen.
Dies wundert den Sprecher der Initiative nicht, da es im Ministerium einen erneuten Führungswechsel gab. Die ehemalige Ministerin Keller (Die Linke) wurde nach kurzer Amtszeit am 26.11.2019 zur Präsidentin des Thüringer Landtags gewählt.
Zu dem gab es -aus Sicht der Initiative und den NVS Mitarbeitern- eine unnötige Strukturreform der einst gut geführten Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen (NVS). Diese wurde von der ehemaligen Ministerien Keller gegen den Widerstand der Mitarbeiter (siehe u.a. Bericht in der Thüringer Allgemeinen https://www.thueringer-allgemeine.de/politik/mitar...) in das Ministerium als Referat integriert.
Aus Sicht der Initiative wurden die Befürchtungen der ehemaligen Mitarbeiter der NVS beim Übergang in das Ministerium sogar noch übertroffen. Das Argument der Mitarbeiter war, dass nicht wie behauptet statt kürzerer Verwaltungswege für den Thüringer Bahnverkehr diese in Zukunft länger werden. Nein, die Verwaltungswege gibt es gar nicht mehr, da immer nur veraltete Unterlagen herausgezogen werden und im Organigramm des Ministeriums (Stand: Stand 27.11.2019) gar kein Referatsleiter existiert, der Aussagen zum ÖPNV treffen könnte.
Die Initiative fordert den neuen Interimsminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke) auf, die Integration der NVS in das Ministerium rückgängig zu machen und den "Geisterzug" in den regulären Fahrplan aufzunehmen.

Burkhard Breme

Viele Grüße

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"

37431 Bad Lauterberg

E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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