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709. Newsletter Südharzstrecke - Südharzstrecke - Züge zwischen Walkenried und Nordhausen fallen drei Tage fast komplett aus - Wasser für gestrandete Reisende

Bahnhof Walkenried (Foto: Höchste Eisenbahn)
 
Regionalbahn auf der Südharzstrecke
Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

1. Südharzstrecke: Kein Personal für die Stellwerke – Züge zwischen Walkenried und Nordhausen fallen 3 Tage fast komplett aus

(Stand: 27.07.2018)
Die Hiobsbotschaften für die Kunden der Bahn im Südharz reißen nicht ab. Nachdem seit Wochen immer wieder einzelne Züge aufgrund von fehlenden Lokführern oder technischer Störungen ausfallen, trifft es nun gleich einen ganzen Streckenabschnitt, und das über jeweils mehrere Stunden und an gleich drei Tagen. Wie es weitergeht, ist ungewiss.
Grund für den jeweils nachmittäglichen Ausfall aller Züge zwischen Walkenried und Nordhausen am Freitag, Samstag und Sonntag ist fehlendes Personal für die Stellwerke – zu viele Kranke mitten in der Urlaubszeit. Die drei Vormittagsschichten können besetzt werden, am Nachmittag klappt es nicht mehr. Immerhin kann der Zugverkehr zwischen Göttingen und Walkenried durchgeführt werden, und nach den Meldungen der Deutschen Bahn wird es zu jedem ausfallenden Zug auch einen Ersatzverkehr mit Bus geben. Dieser braucht allerdings deutlich länger, weswegen er in Nordhausen ca. 20 Minuten später ankommt und dort ca. 30 Minuten früher als die Züge abfährt. Reisende nach oder von Erfurt oder Halle müssen in Nordhausen auf den nächsten Takt warten. Die Reisekette Göttingen – Walkenried – Nordhausen und zurück soll jedoch klappen. Dafür sind freilich zwei Busse erforderlich, die hin- und her pendeln.
Ob im Abschnitt Göttingen – Walkenried alles reibungslos läuft, hängt natürlich auf davon ab, ob DB Regio alle benötigten Lokführer an Bord hat.
„Die Situation ist so desolat wie noch nie. Verlässliches Reisen mit der Bahn ist kaum mehr möglich. Schuld sind jedoch weder einzelne Lokführer oder Mitarbeiter vom Stellwerk. Schuld ist eine seit Jahren vollkommen verfehlte Personalpolitik des Konzerns Deutsche Bahn. Das Personal ist überaltert, muss ständig Sonderschichten und Überstunden machen. Das geht eben irgendwann schief. Leidtragende sind freilich nicht die versagenden Manager, sondern die Kunden, denen bei 30 Grad im Schatten überlange Reisezeiten zugemutet werden“ formuliert es Michael Reinboth vom Fahrgastverband PRO BAHN e.V. Die Entwicklung habe sich über Jahre hinweg abgezeichnet, und nichts sei unternommen worden. Im Harz-Weser-Netz kommt hinzu, dass die Umstellung auf elektronische Stellwerkstechnik um viele Jahre verzögert wurde – mit der Folge, dass Stellwerke, die schon längst umgestellt sein sollten, immer noch zu besetzen sind.
Sowohl DB Netz als auch DB Regio sehen mit Ende der Ferien, dem Zugang von in Ausbildung befindlichen neuen Mitarbeitern und punktuellen Stellwerksumstellungen (im Herbst werden drei Stellwerke in Seesen und Bad Gandersheim geschlossen) Licht am Ende des Tunnels. Für eine dauerhafte Entwarnung sieht man bei PRO BAHN aber keinen Grund. Dafür, so Reinboth, stehe die Personalpolitik des Unternehmens viel zu sehr auf wackligen Beinen und beruhe auf dem Prinzip Hoffnung.

Michael Reinboth

2. Walkenried: Walkenrieder verteilen Wasser für gestrandete Reisende - Busersatzverkehr mit Problemen

(Stand: 27.07.2018)

Status von Freitagnachmittag 15.34 Uhr:

Es funktioniert natürlich NICHT wie geplant. Statt zweier SEV-Busse, die angeblich auch bestellt seien, fährt nur einer, und der kann nur einen 2-Stunden-Takt bieten (12.10, 14.10, 16.10, 18.10 und 20.10 ab Nordhausen, 13.00, 15.00, 17.00, 19.00 und 21.00 ab Walkenried).
Der Rest, besonders also die Spätfahrten, wären nicht abgedeckt, die Leute werden vermutlich ratlos an den Bahnhöfen Nordhausen und Herzberg stranden.
Es sei denn, jemand organisiert noch Sammeltaxen.
Die Infos - so la la. In Walkenried ganz ok, in Ellrich praktisch nicht vorhanden.
Es ist mal wieder eine Katastrophe. Die armen Leute, die abends noch unterwegs sind, können einem leidtun.
2h später:
... bisher gefahren sind die Kurse um 13.00, 15.00 und eben 17.00 Uhr.
Der Fahrer dieses Kurses der Firma Sahr teilte mit, dass ab jetzt "für einige Stunden" jede Stunde ein Bus fahren würde.
Also hat sich das Insistieren und Nachhaken doch gelohnt.
Die gestrandeten Kunden des Zuges um 15.52 an Walkenried, die wieder bei deutlich mehr als 30 Grad eine Stunde warten mussten, habe ich zusammen mit dem Fdl Walkenried von DB Netz mit Mineralwasser aus meinem Keller und Verbindungen aus dem Automaten versorgt (Jena West, Naumburg, Eisenach, Merseburg, teilweise dann 2-3 Stunden später als geplant).
Für alle Fälle ist noch Wasser unten am Bahnhof.
Fdl Walkenried von DB Netz war auch so nett und hat die DB Netz-Toilette für die Fahrgäste geöffnet. Von daher war die Stimmung zwar gedämpft, aber jedenfalls Walkenried behalten die Leute in ganz guter Erinnerung.
Jetzt hoffen wir, dass der Rest des Tages gut läuft und es auch Samstag und Sonntag keine Störungen gibt. Der Wettergott jedenfalls hat ein Einsehen und schickt gerade einen richtigen Wolkenbruch vorbei.

Michael Reinboth

Viele Grüße

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz" 
37431 Bad Lauterberg
 
E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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