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Die sächsischen Großlogen nach 1918

Wann? 14.06.2017 19:30 Uhr

Wo? Logenhaus, Johannisgraben 12, 04600 Altenburg DE
Altenburg: Logenhaus | Am 14.Juni 2017 lädt die Loge „Archimedes zu den drei Reißbretern“ in Altenburg um 19:30 Uhr zu einem öffentlichen Vortrag ins Logenhaus (Johannisgraben 12) ein.

Das Jubiläum der Altenburger Loge ist ein guter Anlass um auch einmal jene Epoche näher zu beleuchten, die allgemein als die „dunkle Zeit“ bezeichnet wird. Was geschah aber wirklich in der Zeit der Weimarer Republik und wie versuchten die Logen zu überleben oder sich anzupassen, und gab es denn in der sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR Versuche, ein Logenleben wieder aufleben zu lassen?
Fragen zu diesem Zeitabschnitt werden von Freimaurern erst in jüngster Vergangenheit wieder gestellt und die Freimaurerei tut sich mit der Beantwortung schwer. Denn wer gibt schon gerne zu, dass, wenn vielleicht auch unwissentlich, eventuell ein Pakt mit dem Teufel eingegangen wurde?

Mit Frau Dr. Franziska Böhl aus Leipzig hat die Altenburger Loge eine Referentin eingeladen, die genau diese Fragestellung zu ihrem Forschungsgegenstand gemacht hat.

Nach einem Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Soziologie und Religionswissenschaft promovierte sie ab Ende 2010 am Historischen Seminar der Universität Leipzig bei Prof. Dr. Günther Heydemann, der zugleich langjähriger Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung der TU Dresden war. Zwischendurch absolvierte sie ein PR-Volontariat in Stuttgart, ehe sie dann Ende November 2016 ihre Doktorarbeit erfolgreich verteidigte. Aktuell arbeitet sie bei der Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" in Leipzig als Mitarbeiterin für Politische Bildung.

Ihr Forschungsprojekt wird auf der Seite des Hannah-Arendt-Instituts der TU Dresden wie folgt beschrieben:
„Das Forschungsprojekt 'Die sächsischen Großlogen nach 1918' befasst sich mit den Freimaurerlogen der Großen Landesloge von Sachsen und der Großloge „Deutsche Bruderkette“ als klassische bürgerliche Vereinigungen zwischen Demokratie und Diktatur(en). Konkret soll die Entwicklung der Logen bis zum Verbot der Freimaurerei von 1935 sowie dessen Auswirkungen behandelt werden. Während der Weimarer Republik gilt es, die unterschiedlichen Abwehrstrategien der Freimaurer gegen die Angriffe der völkischen und nationalsozialistischen Bewegung herauszuarbeiten. Nach 1933 konzentriert sich die Arbeit auf die verschiedenen Formen der Anpassung, die meist mit einer Umwandlung in sogenannte Christliche Orden und damit der offiziellen Loslösung von der Freimaurerei einherging. Nach dem Verbot soll das weitere Vorgehen der Nationalsozialisten gegen die Freimaurerei und die Eingliederung der einstigen Logenmitglieder in die NS-Gesellschaft behandelt werden. Zum Abschluss soll ein Exkurs über die sächsischen Freimaurer während der DDR folgen.“

Im Rahmen ihrer Arbeit hat sich Frau Dr. Böhl auch mit der Altenburger Loge beschäftigt. Sie wird Beispiele zeigen, wie sich die Auswirkungen der Weimarer Republik und NS-Zeit konkret in der Altenburger Loge darstellten.

Die Besucher dieser Veranstaltung dürfen also einen hoch interessanten Vortrag erwarten, der, obwohl er sich mit der Historie beschäftigt, Analogien zur heutigen politischen Landschaft zulässt und an Aktualität nichts verloren hat.

Wie stets nach einem öffentlichen Vortrag können sich die interessierten Besucher im Gespräch mit der Referentin oder den Logenmitgliedern über das Gehörte austauschen und bei einem Gläschen Wein oder Saft den Abend ausklingen lassen.

Weitere Informationen und interessante Links finden sie auf der Homepage der Altenburger Loge: www.loge-altenburg.de

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.
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