Johanniter helfen bei Evakuierung in Seelze - Betreuung und Koordination: Mehr als 30 Ehrenamtliche im Einsatz

Wie Perlen an einer Kette aufgereiht rollen die Rettungswagen aus dem Bereitstellungsraum. (Foto: Johanniter/Antje Heilmann)
Die Alarmierung kam zum Feierabend: Gegen 19:30 Uhr wurden die Johanniter aus dem Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer am Montag alarmiert, um bei der Evakuierung von rund 14.000 Menschen aus Seelze zu helfen. Ausgelöst hatte den Großeinsatz der Fund eines zwei Tonnen schweren Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Johanniter übernahmen die Koordination der nötigen Transporte. Dazu waren mehr als 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz, darunter auch ein Notarzt. Erst gegen 5:30 Uhr am Dienstag war die Bombe entschärft und der Rücktransport konnte beginnen. Dazu wurden am frühen Morgen auch die Johanniter aus dem Nordhannoverschen Ortsverband in Langenhagen alarmiert, die mit einem Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen und einem Mannschaftstransportwagen die Menschen zurück in ihr Zuhause brachten.
„Das war eine lange Nacht“, sagt Timo Brüning, Leiter der Schnell-Einsatz-Gruppe der Johanniter aus dem Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer. „Die meisten Ehrenamtlichen waren grad von der Arbeit nach Hause gekommen, um sich dann hier zu engagieren – und für einige geht es mit wenigen Stunden Schlaf direkt wieder in den Dienst.“ Brüning bedankte sich für diese herausragende Unterstützung. Im Einsatz waren drei Rettungswagen, ein Krankentransportwagen, drei Mannschafts-transportwagen, ein Behindertentransportwagen, ein Notarzteinsatz-fahrzeug und der Einsatzleitwagen der Johanniter. Von dort aus koordinierten die Johanniter rund 160 Fahrten für Menschen mit Mobilitätseinschränkung. Für alle anderen waren Busse unterwegs, die die Einwohner zu den Betreuungsstellen brachten.
In der Georg-Büchner-Schule waren neben Aufenthalts- und Sitzmöglichkeiten auch in einigen Klassenräumen Schlafplätze eingerichtet worden. Hier fungierten die Johanniter als Betreuer und Ansprechpartner. „Unter den Evakuierten waren auch Menschen aus drei Altenheimen“, sagt Timo Brüning. „Sie haben besondere Bedürfnisse, die berücksichtigt werden müssen.“
In den Sammelstellen kümmerten sich Helferinnen aus verschiedenen Hilfsorganisationen gemeinsam um die Menschen, versorgten sie mit heißer Suppe und Getränken und leisteten dort Unterstützung, wo sie nötig war. „Es war ein gutes Miteinander“, sagte Timo Brüning. Eine solch große Aufgabe schafft man nur gemeinsam.“
Gegen 5:20 Uhr war die englische Großladungsbombe auf einem Acker in der Nähe des Neubaugebiets Seelze-Süd dann entschärft und der Rücktransport konnte beginnen.
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