Degrowth-Konferenz in Leipzig

  Der Bundesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), Sebastian Frankenberger, grüßt alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der von 2. Bis 6. September stattfindenden Degrowth-Konferenz in Leipzig: „Wir freuen uns darüber, dass hier Menschen zusammenfinden, um über Alternativen zu diesem fatalen Wirtschaftssystem zu diskutieren. Wir ermuntern Euch, sich auch in den politischen Parteien zu engagieren. Die ÖDP bietet dabei insbesondere wachstumskritischen Bewegungen eine authentische Heimat.“

Die gegenwärtige Politik ist vom Streben nach grenzenlosem Wachstum geprägt. Stagnation ist ein Schimpfwort in Debatten über die Lage unserer Wirtschaft. Fast alle politischen Parteien haben dieses Ziel in ihren Programmen festgeschrieben und bestenfalls dahingehend abgeändert, dass es „grün“ sein soll. Auf diese Weise versuchen sie den materiellen Wohlstand der Bürger dauerhaft zu sichern. Dabei übersehen sie, dass ständiges Wachstum im Zeitalter immer knapper werdender Ressourcen unmöglich ist. Die Grenzen des ständigen Wachstumsstrebens treten überall deutlich zutage beispielsweise in Form von massiven Umweltzerstörungen oder Ressourcenknappheit. Jedes Lebewesen hört irgendwann auf zu wachsen, doch unsere Wirtschaft soll immer weiter wachsen. Die Menschen wollen nicht immer nur „mehr“, sie wünschen sich Liebe, Friede, Freundschaft, Leidenschaft, Zeit und vieles mehr – alles Dinge die man nicht kaufen kann.

Rohstoffe werden heutzutage sehr schnell verbraucht. Elektronische Geräte werden beispielsweise für immer kürzere Zyklen produziert. Reparaturen sind oft gar nicht möglich.
Immer mehr Menschen wird bewusst, dass die einseitig materialistische, auf ständiges Wirtschaftswachstum ausgerichtete Politik keine Zukunft hat. Sie suchen nach einem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das sich statt an kurzfristiger Gewinnmaximierung am Gemeinwohl orientiert und Wohlstand nicht nur materiell definiert.
Diesen Menschen bietet bislang nur die ÖDP glaubwürdig eine politische Heimat.

Allein eine Wirtschaftsweise, die zu einer ökologischen Gleichgewichts- und Kreislaufwirtschaft führt und sich in die Kreisläufe der Natur einfügt, kann auf Dauer bestehen. Deshalb streiten wir für eine Wirtschaftspolitik, die nicht kurzsichtiges Gewinnstreben, sondern Nachhaltigkeit zum Ziel hat. Unser Motto lautet dabei: „Mensch vor Wirtschaft“. Dies bedeutet auch einen Bruch mit dem derzeit weltweit vorherrschenden kapitalistischen System. Das pauschale Staatsziel „stetiges und ausreichendes Wirtschaftswachstum“ darf nicht länger gelten. Vielmehr ist eine Entwicklung der Wirtschaft in qualitativer Hinsicht anzustreben, so dass mit immer weniger Ressourcenverbrauch und drastisch geringeren Emissionen eine höhere Lebensqualität erreicht wird. Wir müssen hier in ganz neue Richtungen denken. Die Leipziger Konferenz ist aus unserer Sicht ein sehr wichtiger Schritt.

Die derzeit in nichtöffentlichen Verhandlungen steckenden, transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP und CETA sollen dieses System weltweit manifestieren. Auch deshalb setzen wir uns so vehement gegen diese Abkommen ein.

Als erster und sehr kleiner politischer Schritt fordern wir die Bundesregierung dazu auf, die bisherige volkswirtschaftliche Gesamtrechnung um eine ökologische und soziale Komponente zu erweitern. So ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um Kosten, wie z.B. die der Verkehrsunfälle oder die umweltbedingter Krankheiten, und von Umweltschäden aller Art zu vermindern. Auf diese Weise ist die Messgröße Inlandsprodukt zum Ökoinlandsprodukt weiterzuentwickeln.

Link zur Konferenz:

leipzig.degrowth.org/de/
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