Kulturdenkmale in Ronnenberg: Vom Kaliwerk erzählen nur noch wenige Überbleibsel

Normannische Straße 5: Verwaltungsgebäude des Bergbaubetriebes, um 1900 erbaut.
Ronnenberg: Ronnenberg | An so manchen Ecken der Stadt Ronnenberg gibt es noch Erinnerungsstücke aus längst vergangenen Tagen. Viele alte Gebäude der Stadt stehen unter Denkmalschutz. Im Rahmen dieser Serie werden die Kultur- und Baudenkmale vorgestellt.

Die historischen Relikte, von denen heute die Rede sein soll, haben eine ungefähr 250 Millionen Jahre lange Vorgeschichte. In der geologischen Epoche der Zechsteinzeit plätscherten in der Gegend um Ronnenberg noch die Wellen eines Meeres. Dieses Meer bildete hier das sogenannte Niedersächsische Becken. Da das Klima heiß war, verdunstete nach und nach das Wasser, zurück blieben die im Meerwasser enthaltenen Salze. So entstanden die durchschnittlich zehn Meter starken Kaliflöze im Ronnenberger Raum.

Während im benachbarten Empelde schon 1894 erste Bohrungen nach diesen Salzlagerstätte erfolgten, begann der Bergbau in Ronnenberg selbst erst vier Jahre später. Sieben weitere Jahre sollte es dauern, bis das Problem der immer wieder einbrechenden Wassermassen gelöst und der Schachtbau vollendet war. 1975 kam dann das „Aus“ für diesen bedeutenden Industriebetrieb. Außer den mächtigen Abraumhalden erzählen nur noch wenige Reste von der Arbeit der Bergmänner.

In der Normannischen Straße 5 dient das frühere Verwaltungsgebäude des Bergwerks heute als Geschäftshaus. Der denkmalgeschützte zweigeschossige Ziegelsteinbau entstand um 1900 und lässt Einflüsse des Jugendstils erkennen. Ihren ursprünglichen Charakter hat auch die einstige Werksvilla Hagacker 15 beibehalten. 1910 wurde sie erbaut.

Während das Heim der früheren Direktoren unter Denkmalschutz steht, wurden hingegen einige Arbeiterhäuschen in der Normannischen Straße nicht in die Liste der Baudenkmale aufgenommen. Immerhin gilt das Gebiet rund um die Theodor-Heuss-Straße als denkmalpflegerisches Interessenbereich. Ab 1910 entstand hier westlich der Bahnlinie eine Siedlung für die Belegschaft des Kaliwerkes, nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Häuser für die Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten hinzu.


Die Boden- und Baudenkmale in Ronnenberg - im Ronnenberg-Blick habe ich sie einst vorgestellt. Von 1978 bis 1999 erschienen in den Heften in loser Folge Beiträge zur Serie „Kulturdenkmale in Ronnenberg“. Die Ausgaben mit den einzelnen Beiträgen sind längst vergriffen. Weil Heimatgeschichte aber nie von gestern ist, will ich im Rahmen von myheimat die alten Artikel zum Teil nach und nach einen größeren Interessentenkreis zugänglich machen. Nach Möglichkeit stelle ich zu den weitgehend unveränderten Texten auch die alten Fotos dazu ein. Ich hoffe zwar, dass alle vorgestellten Denkmale noch heute existieren, aktuell nachgeprüft habe ich dies aber nicht. Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 2/1993.
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