Unfreiwillig Vogel-Mama!

Wenn das Vögelchen gefressen hat und satt ist, macht er die Augen zu und schläft tief und fest (siehe Foto). So eine Entführung durch eine Katze ist auch ziemlich anstrengend ...

Pötzlich quietscht es im Wohnzimmer und als Katzenbesitzer weiß man sofort: Oh nein, da war die Mieze mal wieder schneller. Als wir dann gesehen haben, was Luna ins Haus getragen hat, wurde aber sofort klar: Gut, hier war der Vierbeiner eindeutig im Vorteil. Denn Luna setzte ein kleines Vogelküken auf dem Boden ab, das - zum Glück unverletzt - nach seiner Mutter schrie. Durch den Lärm wirkte sogar die Katze irritiert und verlor den Spaß an dem Schreihals relativ schnell. Und nun?

Provisorisch bauten wir ein warmes Nest aus einem Schuhkarton und Kuschelschal und beäugten das kleine Ding erst einmal genauer. Der kleine Vogel hat ein ziemlich lautes Organ, aber noch keine richtigen Federn. Offensichtlich wurde er von Luna ganz dreist aus dem Nest gestohlen, das wir bei einem kleinen Rundgang weder sahen, noch hörten. Wäre wohl auch zu einfach gewesen. Nach kurzem Stöbern im Internet wurde dann schnell deutlich, dass der Vogel womöglich keine Überlebenschance hat. Das wurde im Web zumindest auf nahezu jeder Frage-Antwort-Seite geschrieben. Immerhin konnte der Vogel, auch wenn nicht direkt sichtbar, durch die Katze verletzt worden sein. Dazu kommt natürlich das Fehlen der Mutter, die ihn nicht nur wärmt, sondern auch nährt.

Sterben? Das kann jeder - ich will leben!

Aber ganz ehrlich: Darauf warten, dass das Vögelchen stirbt - das kann man eben auch nicht. Also haben wir es gefüttert und ihm mit einer Spritze Wasser eingeträufelt. Trotzdem rechnet man damit, dass das kleine Ding sich am nächsten Morgen nicht mehr bewegt. Pustekuchen! Einen Tag später kann ich sagen, dass dieser kleine Vogel ziemlich zäh ist und seine Lust am Leben noch lange nicht verloren hat! Alle zwei Stunden macht er sich piepsend bemerkbar und möchte Futter und Wasser. Ist er erst einmal satt, macht er die Augen zu und schläft tief und fest. Hin und wieder stolpert er in seinem "Nest" ein bisschen hin und her (wirklich Halt hat er da ja nicht) und zeigt sich aktiv und agil. Selbst wenn er mal ganz ruhig ist und ich mir denke: "Okay, JETZT ist er aber tot!", macht er die Augen auf und quietscht einen quickfidel an. Da das natürlich jetzt nicht ewig so weitergehen kann, wird wohl bald ein Besuch beim Tierarzt oder im Tierheim anstehen. Aber bis dahin versuchen wir das kleine "Katzengeschenk" am Leben zu halten. Nachdem dieses Jahr in Augsburg schon ein kleines verletztes Vögelchen in meinen Händen gestorben ist, als ich es am Gehweg fand und zum Tierarzt bringen wollte, bin ich da ein bisschen pessimistisch. Dafür scheint mir der kleine Vogel ein wahrer Optimist zu sein! Schauen wir mal, was die nächsten Tage so bringen.

Update: Das kleine Vögelchen ist schließlich dann doch in der Nacht von Sonntag auf Montag gestorben.
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Elke Matschek aus Ebsdorfergrund | 23.07.2014 | 05:22  
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