725 Jahre Stadt Rauschenberg, Folge 1: Der Erntetag

Die Ernte ist auf dem Wagen. Die fleißigen Helfer haben sich für das Gruppenfoto eingefunden.
Rauschenberg: Auf den Röhren | Der Ortsbauernverband wollte während des stehenden Festzuges anlässlich der 725 Jahrfeier eine Dreschmaschine beim Dreschen zeigen. Hierzu benötigte man Getreidehalme mit Ähren. Diese in 1991 zu ernten wäre zu spät gewesen. Deshalb erfolgte die Ernte in 1990. Der Ortsbauernverband hat dies zum Anlass genommen, alte Erntetechniken zu zeigen. Diese Aktion bekam den Namen „Erntetag“ und fand auf und neben Damm’s Hof auf den Röhren (heute Eisdiele und Bauernhof) statt. Die fachkundigen Erläuterungen hierzu erfolgten durch Walter Gamb, von Beruf Agraringenieur.
Früher erfolgte die Getreideernte bereits während der Gelbreife des Getreides von Hand mittels Sichel, oder Sense. Die abgemähten Getreidehalme band man zu Garben zusammen; jeweils mehrere Garben wurden anschließend gegeneinander auf dem Feld als Heuchel zum weiteren Trocknen und Abreifen aufgestellt. Die Mäharbeit wurde in der Regel von Männern erledigt, das Binden der Garben hingegen war Frauenarbeit. Frauen und Männer, die diese Tätigkeit noch beherrschten, führten das Ernten vor. Beim Zuschauen war festzustellen, welch eine mühsame Arbeit das war und wie langsam es voran ging. Interessant war auch zu beobachten, wie die Sensen mit dem Wetzstein geschärft wurde. Auch das Dengeln der Sensen war zu sehen. Es bezeichnet ein Verfahren zum Schärfen der Schneide einer Sense oder Sichel, bei dem diese zu einer dünnen, scharfen Schneide durch Hämmern ausgetrieben wird.

Die zweite Erntetechnik zeigte, wie mit einer Mähmaschine das reife Getreide geerntet wird. Diese Maschine wurde von zwei Pferden gezogen und machten deutlich, welch ein Fortschritt diese Technik war. Weniger Leute mussten Arbeiten und die Arbeit wurde schneller erledigt.

Höhepunkt war die dritte Methode, mit Bulldog und Binder. Gezogen wurde der Binder von einem alten Lanz-Bulldog, der von Herbert Gamb gefahren wurde. Dieser alte Bulldog musste zum Starten vorgeglüht werden. Der Glühkopfmotor ist ein selbstzündender Verbrennungsmotor mit innerer Gemischbildung und niedriger Verdichtung. Er arbeitet nach dem Zweitaktverfahren mit Kurbelgehäuse-Aufladung. Zum Starten muss die Glühnase, die sich im Zylinderkopf befindet, mit einer Lötlampe zum Glühen gebracht werden. Der Binder mähte das Getreide und fügte das Getreide zu Garben zusammen, so dass diese Garben nur noch zu Heucheln aufgestellt werden mussten. Eine weitere Arbeitsersparnis.

Dann wurde auch noch gezeigt, wie mühsam das Getreide mit Dreschflegeln gedroschen werden musste und anschließend mit einer Windmaschine die Spreu vom Weizen getrennt wurde.

Dies war ein gelungener, interessanter Tag, denn auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt.
Die Fotos hat meine Ehefrau Christa gemacht. Ich selbst habe diese Tätigkeiten mit einer Video-Kamera gefilmt, denn ich wollte diese Arbeiten in bewegten Bildern festhalten. Die 725 Jahrfeier kann kommen.
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2 Kommentare
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Klaus- Dieter Benner aus Rauschenberg | 12.08.2015 | 21:39  
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Reinhold Gamb aus Rauschenberg | 13.08.2015 | 16:36  
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